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Wertung: 6 von 10
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Die Zeiten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Konnte man bei den bisherigen Alben der Norweger Wig Wam an sich nie etwas falsch machen und blind zugreifen, so ist diese Serie mit dem neuen Album „Wall Street“ leider gerissen. Woran krankt es? Hätten die Jungs das Niveau der ersten zwei Songs „Wall Street“ sowie „OMG (I Wish I Had a Gun“) halten können, wäre alles in Butter, das sind traditionelle Wig Wam-Songs, die nicht anspruchsvoll sind aber flott mit einer unwiderstehlichen Melodie ins Ohr gehen. So weit so gut. „Victory Is Sweet“ fällt da klar ab, hierbei soll es sich wohl um den Versuch eines epischen Bombastsongs handeln, der aber ziemlich den Bach runtergeht. Der Song ist langweilig und der Schluss mit dem mehr als kitschigen Kinderchor lädt zum skippen zum nächsten Track ein. Dieser heißt „The Bigger The Better“, die Drums klingen hier arg synthetisch aufgemotzt und der Song selbst ist auch recht platt und simpel mit seinem „We Will Rock You“- Beat. Auch nicht gerade der Brüller. Überhaupt muss man sagen, dass die Produktion der Scheibe sehr poplastig ist, nach dem recht flotten und harten „Non Stop Rock N Roll“- Album setzt man hier eher auf seichte Kost, was sich vor allem durch die sehr zahmen und im Mix versteckten Gitarren äußert. „Bleeding Daylight“ ist einer der besseren Tracks, endlich geht es wieder etwas rockiger zur Sache. Nur hat man irgendwie das Gefühl, das auf anderen Wig Wam-Scheiben bereits schon einmal gehört zu haben und zwar besser. Auch die Ballade „Tides Will Turn“ kann nicht überzeugen. Die Melodie ist grundsätzlich sehr gut (wenn auch ein bisschen zu süßlich). Aber spätestens, wenn der grauenhafte, schlagermäßige Frauenchor einsetzt vergeht es einem. Das ist mir dann doch zu seicht und nervig belanglos. Schade, denn gerade die Balladen gehörten früher zu den Stärken der Band. Auch „Wrong Can Feel So Right“ reißt keine Bäume raus, es ertönen „shubiduh“- Chöre, die nicht gerade effektiv eingesetzt werden. Und die Gitarren sind auch hier wieder sehr lau in den Hintergrund gemischt, dass es niemandem weh tut. Der Beginn von „One Million Enemies“ ist Elektro-Pop pur, der Song entwickelt sich aber noch zu einem relativ gelungenen Stampfer. „Try My Body On“ ist auch nur guter Durchschnitt, der einem nicht groß positiv auffällt. „Natural High“ ist semi-akustisch und hätte mir mit härteren Gitarren weitaus besser gefallen. Als Abschluss wird noch ein ganz gutes Instrumental namens „Things Money Can’t Buy“ geliefert und dann ist der ganze Zauber nach gut 40 Minuten auch schon wieder vorbei. Eine sehr enttäuschende Scheibe meiner Meinung nach und die mit Abstand schwächste und seichteste Wig Wam Scheibe. Die Jungs sollten beim nächsten Mal wieder mehr auf Rock anstatt auf massenkompatiblen Schmalspursound setzen. So ist das leider eine ziemliche Enttäuschung, die mit Ach und Krach 6 Punkte wert sind. Mehr ist beim besten Willen nicht drin.
Martin
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Info
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Band: Wig Wam Album: Wall Street Spielzeit: 40:34 Plattenfirma: Frontiers Veröffentlichung: 18.05.2012 Homepage: www.wigwam.no
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Tracklist
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1. Wall Street 2. OMG! (Wish I Had A Gun) 3. Victory Is Sweet 4. The Bigger The Better 5. Bleeding Daylight 6. Tides Will Turn 7. Wrong Can Feel So Right 8. One Million Enemies 9. Try My Body On 10. Natural High 11. Things Money Can't Buy
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Wertung: 9,5 von 10
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Einige Zeit war es bedenklich still im Lager der norwegischen Glam-Könige. Immerhin 3 volle Jahre ohne neuen Tonträger sind eine lange Zeit, in der sich viele andere talentierte Bands um den Thron gerissen haben. Aber jetzt sind WIG WAM zurück, mit neuer Scheibe auf einem neuen Label, um nicht das selbe Prozedere durchmachen zu müssen wie bei den beiden Vorgängern. Ihr erinnert Euch sicherlich: kaum war das Debüt in Deutschland zu haben, bogen WIG WAM in ihrer Heimat schon mit dem Nachfolger um die Ecke. Aber das gehört alles der Vergangenheit an, denn mit Frontiers Records haben sie einen Partner an Ihrer Seite, der für sich spricht. Aber spricht auch das neue Material für sich? Wenn ich nach der Vorab-Single “Do Ya Wanna Taste It” gehe, mindestens zu 1000%. Hier haben sich die Glam, Tenny, Sporty und Flash selbst übertroffen. Diese Single ist ein Knaller, da bekommt man schon mal nen feuchten Schlüpper. Aber auf “Non Stop Rock And Roll” tummeln sich noch 11 weitere Songs, die wir hier mal unter die Lupe nehmen wollen. “Walls Come Down”, “Wild One”, “C´Mon Everybody” - alles Hymnen vor dem Herrn. Und wer glaubt, dass die Nordlichter ihr Pulver damit schon verschossen haben, der irrt ganz gewaltig. Es geht in riesen Schritten vorwärts in Richtung Album des Jahres 2010 – naja, so vorschnell wollen wir mal nicht sein, aber in den Top-Platzierungen meiner Playlist wird sich die dritte Langrille der Norweger bestimmt wiederfinden. Wenn die Weisheit heute immer noch gelten sollte, dass das dritte Album einer Band darüber entscheidet, ob es bergab oder bergauf geht, dann sollten WIG WAM mit “Non Stop Rock And Roll” den Glam-Olymp besteigen, und das ohne die kleinste Verschnaufpause. Bei dieser Scheibe ist Dauerrotation vorprogrammiert, yeehaa!
Stefan
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Info
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Band: Wig Wam Album: Non Stop Rock And Roll Spielzeit: min. Plattenfirma/Vertrieb: Frontiers Records/Soulfood Veröffentlichung: 29.01.2010 Homepage: www.wigwam.no oder www.myspace.com/wigwamania
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Tracklist
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