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victory - same

Band: Victory
Album: Victory
Spielzeit: 36:52 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Yesterrock
Homepage: www.victory-music.com
VÖ: 20.05.2011
Wertung: 8,5 von 10
Fast zeitgleich zum neuen und leider auch finalen, musikalischen Rundumschlag von VICTORY, kommt das feine Label Yesterrock mit der Veröffentlichung des Debüts von 1985 um die Ecke geprescht. Das ganze hat man auch noch digital remastered. Was soll man da noch sagen. Ich habe vor Glückseligkeit erst einmal geheult und Bilder schossen in meine Erinnerung, wie ich als 16 jähriger Headbanger nervös vor dem Stand des Plattenhändlers, auf dem Ratinger Flohmarkt, hin und her zappelte. Ich bettelte meine Mutter an, mir doch die 7,00 DM zu geben, da ich mein spartanisches Taschengeld schon für die „Don't Get Mad … Get Even“ ausgegeben hatte. Mit einer Mischung aus spanisch, deutsch und verzweifeltem Gehabe, dass wenn ich die Scheibe nicht bekommen würde, meine ganze Jugend zerbrechen würde, überzeugte ich meine Mutter und sie gab mir das Geld.

Soooooooo, ca. 85 gefühlte Jahre später, habe ich also nun die digital remastered Version des Debütalbums, der Hannoveraner Heavy Rock Combo, vorliegen. Das Album hat nichts an Charme und Magie eingebüßt. Auch heute noch überzeugen die Songs auf ganzer Linie und das trotz der Tatsache, dass das Material schon 26 Jahre auf dem Buckel hat.

Die Bandbiografie von VICTORY sollte schon bekannt sein, darum werde ich hier auch auf einen historischen Abriss verzichten.

Eingespielt haben das selbstbetitelte Debütalbum:
Charly Huhn – Gesang und Piano (TED NUGENT, GARY MOORE, FOGHAT etc.)
Peter Knorn – Bass (FARGO)
Tommy Newton – Gitarre (FARGO, Produzent)
John Lockton – Gitarre (FARGO)
Bernie Van Der Graaf – Schlagzeug (FARGO, SINNER)

Das Debüt bietet Heavy Rock made in Germany und konnte zur damaligen Zeit sogar kurzzeitig Chartluft schnuppern. Neben der musikalischen Klasse durfte dafür auch das Plattencover, welches zur damaligen Zeit für Empörung sorgte, ausschlaggebend gewesen sein.
Knappe 37 Minuten wird urwüchsiger, schweißtreibender und cooler Heavy Rock geboten, der herrlich frisch aus den Boxen kommt. Ich kann und werde keine Vergleichsband nennen, da VICTORY, für mich persönlich, absolut eigenständig agieren. Mir will und fällt keine Band ein, die auch nur ähnlich klingt. Die Band liefert eine grundsolide Arbeit ab und der Sänger Charly Huhn veredelt die Songs mit seiner tollen Reibeisenstimme. Er entwickelte sich, durch seine heisere, krächzende Stimme, zum Aushängeschild der Band. Keiner seiner Nachfolger am Mikro, war jemals in der Lage, die Charme zu verbreiten, wie es Huhn tat. Mit einigen Abstrichen gelang es noch am ehesten, den in der Schweiz lebenden Spanier, Fernando Garcia (Godiva), der die überragenden Alben „Culture Killed The Native“, „Temple Of Gold“, „You Bought It... You Name It“ und „Voiceprint“ eingesungen hat. Dieser war von der Leistung definitiv der bessere Sänger, aber weniger das Rock'n'Roll Tier, so wie sich Huhn in der Öffentlichkeit präsentierte.

Jeder Song des Albums ist es wert gehört zu werden! Egal ob es die beiden Rocker „Hunter“, „Chicks On Display“ sind, das an AC/DC erinnernde „Gonna Be Trouble“, der Rock'n'Roller „I'm Down“, das bluesige „Wreck Man“ oder die Ballade „Can't Stop Missing You“ … alle Songs lassen automatisch das Pippi in meine Augen steigen. Ich verbinde halt sehr viele schöne Momente mit VICTORY und die Combo hat mich sehr viele Jahre durch dick und dünn begleitet.

Trackliste:
1. The Hunter
2. On The Run
3. Chicks On Display
4. Gonna Be Trouble
5. I’m Down
6. Wreck Man
7. Don’t Count On Me
8. Can’t Stop Missing You
9. Red Alert
Jeder Musikliebhaber, der auf erstklassigen Heavy Rock steht, muss dieser Scheibe unbedingt eine Chance geben. Sie ist ein Klassiker des deutschen Hard Rocks und gehört dementsprechend ins CD Regal!!

Wer weiß, wo VICTORY heute stehen würden, wenn es nicht Ende der '90er Jahre zum  zweiten Split (nachdem man 1994 das erste Mal getrennte Wege einschlug) gekommen wäre.

Auch die Zusammenarbeit mit Huhn (daraus entstand das tolle Comeback Album „Instinct“ im Jahr 2003) war nicht von langer Dauer und aufgrund der geografischen Entfernung trennte man sich wieder von dem charismatischen Sänger. Die Compilation „Fuel The Fire“ (2006), welche ältere Songs enthält, die vom aktuellen Sänger Jioti Parcharidis eingesungen wurden und das neue, die Tage erscheinende Album „Don't Talk Science“ (angeblich schon 2009 eingespielt) setzen also jetzt den endgültigen Schlussstrich unter das Kapitel VICTORY.

Ach Mönsch, ich habe schon wieder Pippi in den Augen … so jetzt höre ich besser auf, denn sonst komme ich aus dem Flennen gar nicht mehr raus.

Tolle Band, tolles Debütalbum und ganz fette und teilweise auch nostalgische 8,5 Punkte.
Götz
 

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