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Es gibt so Momente, da fragt man sich ernsthaft, warum ist aus einem phänomenalen Projekt nicht mehr geworden. Wenn es ein Synonym für eine solche Situation gibt, dann müßte es in THE STORM umbenannt werden. Ich habe wirklich schon sehr viele AOR-Scheiben gehört, bin geradezu ein richtiger Fan dieses Genres, aber ein solches Werk wie es die 5 Californier hingelegt haben, ist mir bisher kaum unter gekommen. Jedenfalls gibt es weniger 10-Punkte Alben im AOR-Bereich, als ich Finger an einer Hand habe. Vor allem aber, und gerade weil ich ein Anhänger des AOR bin, zähle ich mich zu den sehr kritischen Liebhabern. Die Höchstwertung vergebe ich also wirklich nur ganz selten. Und gäbe es die Möglichkeit, ich würde in diesem vorliegendem Fall 11 Punkte vergeben.
THE STORM ist ein reines Studio-Projekt aus dem Jahr 1997. Vielen wird diese Combo vielleicht nichts sagen, jedoch dürfte der ein oder andere aufhorchen, wenn es um die Besetzung geht. Denn da sitzen keine unbekannten Asse hinter den Istrumenten, die dazu verdammt waren in den Weiten eines Studios ihre Songs einmal aufnehmen zu dürfen. Gregg Rolie (Keyboards), Ross Valory (Bass) und Steve Smith (Drums) sind keine geringeren als 3 Bandmitglieder der legendären JOURNEY. Komplettiert wurde die musikalische Fraktion durch Josh Ramos (Gitarre) der, wie könnte es anders sein, ein Schüler von JOURNEY´s Neal Schon war, und Kevin Chalfant (Vocals), der Anfang der 80er Jahre mit der Band 707 ziemlich erfolgreich war und später bei ALAN PARSONS PROJECT und bis heute bei SHOOTING STAR seine Gesangskünste darbietet. Produziert wurde das Werk von Beau Hill (Alice Cooper, Kix, Winger, Europe, etc.), der zur damaligen Zeit Produzent bei Atlantic Records war.
So lange ich dieses Album schon kenne und mein Eigen nenne, so oft ich es gehört habe, ich habe bis heute nicht eine Schwachstelle ausmachen können. Der Silberling ist von vorne bis hinten gespickt mit AOR-Perlen, die ihres Gleichen suchen. Alleine der Opener "Don´t give up" stimmt mit seiner wahnsinns Hookline den Hörer ein und nimmt ihn mit auf eine Reise von 12 starken Titeln, die alles inne haben. Ob im Mid-Tempo "Waiting for the world to change", die zuckersüße Ballade "To have and to hold" oder das flippig-funkige "Livin´it up". Jeder Song ist eine Offenbarung für die Ohren. Ich hatte damals schon dieses verdächtige Erlebnis, das ich das Album beim zweiten Mal hören fast schon hätte mitsingen können, so stark und einprägsam sind die Titel.
Es ist wirklich eine Schande, das es dieses Projekt nicht mehr zu einem dritten oder noch weiteren Album geschafft hat. Das gleichnamige Erstwerk "The Storm" kommt zwar nicht an dieses Goldstück heran, jedoch verwundert es mich immer wieder, das es nur zu 2 Longplayern gereicht hat. An alle AOR-Fans da draussen, egal wo ihr es her bekommen könnt, als verstaubte US-Fassung bei Amazon oder Ebay, als Japan-Pressung auf dem Trödel - greift zu. Verkauft eure Oma, kratzt jeden Cent zusammen. Egal zu welchem Preis ihr es irgendwo zu kaufen bekommt, fast jeder Betrag ist dieses Hammer-Album wert. Pflichtkauf für jeden AOR-Fan.
Jockel
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