|
Band: Sweet Sybil Album: Sweet Sybil Spielzeit: 39:30 min. Plattenfirma/Vertrieb: Eönian Records/Intergroove Veröffentlichung: 07.2010 Homepage: www.myspace.com/sweetsybil2008 Wertung: 8,5 von 10 Eigentlich waren SWEET SYBIL nur eine Band von vielen, die 1988 in Chicago gegründet wurden, um nur wenige Jahre später 1992 die Segel zu streichen und als Opfer der Grunge Welle mit ihrem klassischen Hardrock unter zu gehen. Und würde es Eönian Records nicht geben, ich hätte nie etwas von den Jungs gehört. Es wäre schade gewesen, denn die 1991 aufgenommene EP, die den Großteil dieses Albums ausmacht, ist richtig gut geworden. Der Opener „Remember When“ muss glatt als kleiner Hit gehandelt werden. Hier rocken SWEET SYBIL in bester POISON Manier drauf los und der Wechsel zwischen Akustik und Stromgitarren ist fließend und gelungen. Dazu werden klasse Melodien und ein toller Refrain serviert. Spitze. Auf dem gleichen Level findet sich „#69“ wieder, das mit Bläser-Einsätzen (vom Keyboard, schätze ich) und einem flotten Songaufbau zu einem Partyhit geworden wäre, wenn die böser Grunger nicht gekommen wären. Auch „Downtown Suicide“ geht richtig gut ab und Sänger Sam Cavara erinnert mich immer wieder an die völlig unterbewerteten ZODIAC MINDWARP. Geil. Leider hält die Produktion nicht den hohen Standard der Songs und der Sound ist doch etwas schwach auf der Brust. Besonders beim folgenden eh etwas sperrigen „Walkin' Talkin'“ macht sich das negativ bemerkbar. Wurde halt wirklich 1991 in einem kleinen Studio aufgenommen und hätte eine Frischzellenkur gut brauchen können. „Someone In Your Eyes“ ist dann wieder geradliniger melodischer Hardrock mit leichtem Sleaze Einschlag. Auch „Jump Back“ ist gelungen. Dann gibt es zwei weitere Songs „Burning House“ und „Alone With You“, die es 1992 auf eine Compilation geschafft haben. Hier ist der Sound zwar anders, aber nicht unbedingt besser. Besonders die Gesangsspuren sind etwas zu sehr in den Hintergrund gemischt und die Gitarren zu sehr im Vordergrund. Während „Burning House“ gut abgeht ist „Alone With You“ leider eine recht schwache Schmachtballade. Dass SWEET SYBIL auch brauchbare Balladen schreiben konnten, beweist der 2009 aufgenommene Track „You And I“, der das Album abschließt. Da die Band aber bereits 1992 aufgelöst wurde und Drummer Randy Matthiesen, dem dieses Album gewidmet wurde, 1993 ums Leben kam, kann ich nicht sagen, wieviel SWEET SYBIL da drin steckt. Als Fazit kann ich nur sagen, dass wir hier ein Album haben, das unbedingt wieder entdeckt werden muss. Wenn nur der Sound einen Tick besser wäre. Die Songs sind nämlich fast alle klasse.
|