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TOTO-Sänger Steve Lukather ist ein viel beschäftigter Mann. In diesen Tagen erscheint sein nächstes musikalisches Werk „All's Well That Ends Well“ und abermals bietet uns Steve eine Handvoll interessanter Stücke. Grund genug dem Meister selbst ein paar knifflige Fragen zu stellen. Also mitten rein ins Vergnügen:
M.R.: Hi Luke, erstmal Glückwunsch zum abermal exzellenten Album. Ich habe gehört, dass die Zeiten, als du das Album geschrieben hast, nicht unbedingt die leichtesten für dich waren. Du hast dich von deiner Frau geschieden, deine Eltern starben. Wie hat dich dies und das neue Album beeinflusst? Vielleicht bei den Texten?
S.L.: Yeah, wenn du das so schreibst, klingt das wirklich erschreckend. Ich versuche einfach damit zu leben. Lol. 2010 war DAS härteste Jahr in meinem Gefühlsleben. Ich werde es nicht vergessen, daher hab ich einfach darüber geschrieben. Über den Schmerz und all das. Es zeigt sich auch in meinem Gitarrenspiel, ebenso in der Art wie ich singe und die Songs geschrieben habe. Ich habe für dieses Album alles gegeben.
M.R.: Ich vermute, das Privatleben ist für einen professionellen Musiker wie dich eher kompliziert. Die Zeiten von Sex, Drugs and Rock N Roll sind irgendwie vorbei, oder?
S.L.: Sex mag ich noch immer, haha. Leider war ich in letzter Zeit dabei immer allein, haha. Irgendwann werde ich vielleicht wieder eine nette Frau kennen lernen, aber zur Zeit geht es mir in dieser Hinsicht eher miserabel. Ich habe meine Kinder, die mich zum Lachen bringen, und natürlich meine Freundin und meine Musik.
M.R.: Die Kinder deiner ersten Ehe, Tina und Trevor, haben an deinem Album mitgearbeitet. Is dies das Lukather Gen?
S.L.: Trev arbeitet gerade an seinem ersten richtigen Album, welches Ross Hogarth produziert. Ich bin SEHR stolz auf all meine Kinder. Tina hat auf meinem Album auch gesungen, aber sie ist kein Profi. Lili ist erst drei, somit schauen wir mal, was beim nächsten Album passiert. Meine Kinder sind mein Leben und meine Seele und ich liebe sie so sehr. Es ist schwer von ihnen getrennt zu sein, besonders von der kleinen.
M.R.: In deinem Album hast du wie immer viele verschiedene Musikstile wie AOR, Funk, Prog und so weiter integriert. Was glaubst du ist der hauptsächliche Unterschied zu deinen bisherigen Alben?
S.L.: Ich bin das Produkt all der Musik, die ich mag. Es schleicht sich ein. Ich denk nicht darüber nach. Ich habe keine Kontrolle darüber, was durch mich fließt. Ich bin sehr stolz auf das Resultat auf dem aktuellen Album. Es ist nur die Weiterentwicklung von all dem, was ich 2010 bin. Das ist alles, was ich sagen kann. Wer weiß, was nach 2 Jahren auf Tour passieren wird? Frag mich 2012, haha.
M.R.: Du hast über die Jahre mit vielen verschiedenen Musikern gearbeitet. „All's Well That Ends Well“ wurde hauptsächlich von dir und deinem Freund CJ Vanston geschrieben. Gibt es noch andere Musiker, mit denen du gerne auf deinem nächsten Album arbeiten möchtest? Oder ist die Harmonie zwischen dir und CJ so groß, dass du niemals mit anderen arbeiten möchtest?
S.L.: CJ war eine große Inspiration und er hat mich vom kompositorischen Standpunkt aus zum Äußersten getrieben. Es endete damit, dass er mit mir zusammen das fertige Album dann auch noch mixte, was ich sehr genossen habe. Er ist ein Riesentalent und ein großartiger Freund. Wir WERDEN noch ganz viel zusammen machen, das versichere ich dir. Ich mache aber eigentlich immer wilde und verrückte Sachen. Daher bin ich auf einige sehr interessante Konstellationen in der Zukunft gespannt. Es sind bereits ein paar Sachen in der Pipeline, aber noch zu früh, um Einzelheiten preis zu geben. Ich werde nun mit meiner Band einige Zeit auf Tour sein. Wir werden sehen, was danach passiert.
M.R.: Du bevorzugst eher die klassische Art deine Songs zu schreiben. Nicht vom Ergebnis her, aber vom Entstehungsprozess. Bin ich da richtig informiert? Oder ist der Prozess doch ganz anders?
S.L.: Old School. Ich habe einen Kassettenspieler zuhause, auf dem ich meine Riffs aufnehme. „LOL“ Ich hasse „übertechnisierte“ Sachen. Ich will einfach nur schreiben und spielen. Ich bin nicht wirklich ein Mensch mit großartiger Technikerfahrung. Ich möchte einfach nur etwas erschaffen ohne vorher in Handbüchern blättern zu müssen, nur um den richtigen Gang einzulegen. Haha.
M.R.: Du bist bereits seit über 30 Jahren im Musikbusiness tätig. Was war die größte Veränderung in all den Jahren? Die Erfindung der CD? Oder was ganz anderes? Wie denkst du wird sich Musik in der Zukunft verändern?
S.L.: Schon seit 35 Jahren nehme ich Musik auf, noch länger, wenn du die Schulzeit mitrechnest. Ich habe angefangen mit Musik Geld zu verdienen als ich 11 Jahre alt war. Haha. Mein neues Album gibt es sogar als Schallplatte. Ich finde old school besser, aber die CDs sind bereits tot, oder zumindest kurz davor. Oh, und ich hasse MP3s! Das ist komprimierter Mist in meinen Ohren, aber es ist, wie es ist...was kann ich sagen?
M.R.: Anfang des Jahres hast du TOTO für eine Benefizsache wiedervereinigt. Ihr wolltet auf Grund der Erkrankung von Mice Porcaro der Welt mehr über ALS erzählen. Davon wird eine Live DVD veröffnetlicht werden. Im Moment konzentrierst du dich aber auf deine Solo-Karriere. Wie war das Gefühl wieder mit deinen alten Kumpels zu spielen?
S.L.: Ja, die DVD wird irgendwann 2011 veröffentlicht. Sobald wir die Zeit haben die Arbeit daran zu beenden. Wir könnten VIELLEICHT ein paar Sachen hier und da mal zusammen machen, da wir wieder eine großartige Zeit miteinander hatten, werden ABER niemals eine neue Platte oder ähnliches aufnehmen. Es hat keinen Sinn und jeder hat seine eigene Karriere. Wir wollten, dass es SPASS macht, wenn wir es machen, und wir wollten unbedingt unserem Bruder Mike helfen, der eine wahnsinnig schwere Zeit hat. Es bricht mir das Herz, da ich ihn so sehr schätze...die Porcaros sind fast wie meine eigene Familie. Ich bin ihrem Haus aufgewachsen seit ich 15 Jahre alt war. Wir hatten wirklich viel Spaß und es war großartig, dass auch Joe mitmachte. Er singt wirklich besser denn je und er war ja auch ein Freund von der High School, was die Leute noch gar nicht wissen. Im Moment sind meine Solokarriere und verschiedene Zusammenarbeiten hier und da genug, um das Leben interessant zu machen.
M.R.: 6 euer bisher bestätigten 14 Auftritte im Rahmen eurer Europatournee finden in Deutschland statt. Hast du eine spezielle Verbindung zu Deutschland? Was können die Fans erwarten?
S.L.: Nur dieses Mal. Ich werde 2011 überall sein. Es braucht eine verdammt lange Zeit, die ganze Welt zu touren, haha. Ich freue mich darauf jeden einzelnen zu sehen und bedanke mich bereits jetzt für eure Unterstützung.
M.R.: Herzlichen Dank für deine Zeit. Es war mir ein Vergnügen. Hope all ends well ;-)
S.L.: Ich danke dir und nur Gott weiß: I hope it ends well, haha!
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