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Mensch, zur Abwechslung wollte ich mal wieder eine richtig geile, rotzige Combo in meinen Player schmeißen. Hm, was habe ich da denn so neues erhalten. CLOSE QUARTERS – zu brav und bieder, VIETCONG PORNSÜRFERS – zwar endlos geil, aber ich möchte mal einer neueren Band den Vorzug geben … und so landete ich bei der mir völlig unbekannten Gruppe SATURDAY NIGHT'S STRIKE. Beim ersten Durchlauf des gleichnamigen Debütalbums fiel mir sofort die Ähnlichkeit zu, den von mir verehrten und begnadeten Landsmännern von VIETCONG PORNSÜRFERS, auf. Wie auch die letztgenannte Kapelle spielt die Band schön räudigen, harten, sleazig und punkig angehauchten Rock 'n' Roll, mit einem Mitgröhlfaktors.
Die Band besteht aus: Dave Ziggera aka "The Party Police" - Vocals, Guitar, Piano & Harmonica Chris Highlander aka "Pink Cowboy" - Guitar & Backing Vocals Zeb aka "Beer Bandit" – Bass & Backing Vocals Abben aka "Joker Wild" – Drums
Bei „SNS“ handelt es sich um das Debüt der vier Rabauken und wurde von Svein Jenen (u. a. SISTER SIN, TROUBLEMAKERS) produziert. Am Sound der Platte gibt es nichts zu meckern, da sie mit einem satten und rohen Sound versehen wurde. Das passt also schon einmal sehr gut! Kommen wir doch einfach mal zu den musikalischen Ergüssen der Schweden, die meiner Meinung nach, schon eher Anlass zu negativen Äußerungen geben. „SATURDAY NIGHT'S STRIKE“ bietet zwar partykompatible Mucke, aber anscheinend ist für die Musiker jeden Tag Party angesagt und darunter leidet auch das Songmaterial. Die Songs werden spätestens nach dem dritten Durchlauf langweilig und eintönig. Anders als die HELLACOPTERS, VIETCONG PORNSÜRFERS etc. schaffen die Herren es leider nicht, dass sich die Songs im Ohr festsetzen oder qualitativ auch nur dem Material, der genannten Bands, nähern. Dafür sind die Titel einfach zu sehr nach Schema F komponiert, austauschbar und bieten nichts neues bzw. eigenständiges.
„247365“ lässt das Debüt noch ganz gut starten und hinterlässt bei mir einen positiven Eindruck. Die Mischung aus Sleaze und Punk Rock lässt mich leicht mitwippen und besonders der coole Refrain macht den Song zu einer tollen Abgeh – Nummer. Auch das folgende „Scandinavian Girls“ entpuppt sich als eine recht angenehme, raue Nummer, bei der mir besonders die Gitarrenarbeit von "Pink Cowboy" gut gefällt. Der flotte Rock 'n' Roller „Party Mood“ lässt mich noch einmal auf meinem Sessel rumrutschen und als besonders gelungen kann man die kurzen Piano- und Mundharmonika Einsätze bezeichnen. Urplötzlich lässt die Qualität des Materials, ab „Blackout Midnight“, dramatisch nach und es wird identitätsloser Allerwelts – Sleaze/Punk Rock geboten. Erst beim 9 Titel fangen sich die Herren wieder und bieten mit „Nice Boys“ eine räudige Rock 'n' Roll Nummer, die es in sich hat. Auch die danach verbleibenden 3 Songs fallen wieder ins nichtssagende Mittelmaß zurück und hinterlassen bei mir den Eindruck, dass SATURDAY NIGHT'S STRIKE mal ein bisschen weniger Party feiern sollten und sich lieber auf das Komponieren von anständigen Nummern konzentrieren sollten.
Aus meiner Sicht hätte es eine 4-Track EP auch getan, denn bei einer Spielzeit von ca. 50 Minuten schleicht sich viel zu schnell, aufgrund der o.g. Defizite, langweile ein.
Die Band hat Potential, welches sie leider nicht ausschöpft. Wer die Flocken locker sitzen hat und über das unausgegorene Endprodukt hinweg sehen kann, der darf hier natürlich zugreifen. Allen anderen Lesern empfehle ich einfach auf das Material von HELLACOPTERS & Co. zurückzugreifen.
Von mir gibt es 5,5 Punkte.
Götz
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