Rockingboy Banner
loudproud1

Ab sofort präsentieren wir jeden Montag ab
20.00 Uhr ein redaktionell geprüftes Album mit 3 Songs beim Internet Radio
www-rock-schmiede.de.
DJ Oldwoodstock wird euch außerdem mit weiteren Schmankerln einheizen.

Flyer-Paranoid

Außerdem gibt es jeden Mittwoch ab
 20.00 Uhr einen von uns ausgewählten Song aus einem brandaktuellen Album auf
www.radio-paranoid.net.
In der Heart N Heavy Sendung des großartigen DJ GeneralCuster. Auch hier heißt es unbedingt reinhören!

cover-pendragon-passion

Band: Pendragon
Album: Passion (inklusive DVD “ A Handycam Progumentary”)
Spielzeit: 54:45 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Madfish/Snapper Music/Edel
Homepage: www.pendragon.mu
VÖ: 15.04.2011
Wertung: 8 von 10
Es ist wieder soweit. Eine weitere Progressive Rock Band beehrt uns und hinterlässt mit ihrem aktuellen Album ihre Visitenkarte. PENDRAGON sind schon alte Hasen in der Szene und in ihrer 33 jährigen Laufbahn haben die Jungs schon einige UP's & DOWN's mitgemacht. Sie haben mit ihrem Sound immer polarisiert und dies wird sich auch mit dem aktuellen Album „Passion“ nicht ändern.

Das Quartett stand in der Vergangenheit immer für bombastischen/symphonischen Neo Prog und war im Umfeld von Bands wie MARILLION, IQ und ARENA anzusiedeln. Ihre Einflüsse bezogen sie unter anderem von GENESIS, YES und PINK FLOYD. Oft genug sah sich die Band mit Vorwürfen konfrontiert, dass sie zu orientierungslos zu Werke gehen würden und das der größte Schwachpunkt ihr Sänger und Gründer, Nick Barrett, sei. Mit dem 2008 Release „Pure“ schütteten PENDRAGON weiteres Öl ins Feuer. Es wurde eine musikalische Kurskorrektur vorgenommen. Nicht alle Fans und Kritiker konnten dies nachvollziehen und es hagelte mächtig viel/e Schelte/Vorwürfe. Viele fühlten sich durch die neue Ausrichtung vor dem Kopf gestoßen und unterstellten der Band pures Kalkül. Der moderne Sound, der sich in PORCUPINE TREE Richtung entwickelte, wurde der Band nicht abgenommen. Sie wurden sogar als reine Klones abgestempelt. Mir gefiel zur damaligen Zeit die Entscheidung, sich einer musikalischen Frischzellenkur zu unterziehen, sehr gut und stand/steht der Band gar nicht schlecht zu Gesicht. Trotz aller Kritik lassen sich die Jungs nicht beirren und setzen mit dem inzwischen neunten Studioalbum „Passion“ genau dort an, wo „Pure“ abschloss.
Das aktuelle Album wurde in der selben Formation eingespielt, die sich auch schon für den Vorgänger verantwortlich zeigte.

Nick Barrett – Guitars, Vocals
Clive Nolan – Keyboard, Backing Vocals
Peter Gee – Bass
Scott Higham - Drums

Wie schon oben erwähnt, handelt es sich beim aktuellen Output um eine logische Weiterentwicklung der 2008 eingeschlagenen Marschrichtung. Auch 2011 bieten die Herren modernen Neo Prog, der sich irgendwo zwischen MARILLION, PINK FLOYD und PORCUPINE TREE bewegt. Es wird nicht nur stumpf abgekupfert, sondern es erfolgt eine geschickte Verschmelzung der jeweiligen Bandvorzüge und diese werden mit eigenen Ideen angereichert. Es kommt auch mal vor, dass sie elektronische Spielereien mit einfließen lassen. Dies klingt durchaus sehr modern und wird äußerst Kompetent vorgetragen. An den Instrumenten wird eine äußerst gute Arbeit abgeliefert und lässt keinen Raum für Negativkritik. Beim Gesang von Barrett werden sich mal wieder die Geister scheiden. In der Vergangenheit wurde er schon oft als das Schwächste Glied in der Kette bezeichnet. Aus ihm wird mit Sicherheit kein zweiter DIO mehr und seine eigenwillige Art zu singen, trifft nicht jeden Geschmacksnerv. Barrett's Gesang muss einem wirklich liegen. Auf „Passion“ zieht er sich ganz passabel aus der Affäre. Für die höchst peinliche Rapeinlage, beim zweiten Song „Empathy“, gehört er allerdings an den Eiern aufgehängt! So einen Dreck möchte ich echt nicht auf einer Progressive Rock Scheibe hören. Zwar haben RUSH dies auf dem sensationellen „Roll The Bones“ Album erfolgreich vorgemacht, aber zwischen den beiden Bands liegen halt Welten und außerdem wurde dies von einem extra engagierten Rapper erledigt!

Das nunmehr 9 Studioalbum beginnt auch gleich mit dem Titeltrack, der mich aufhorchen lässt. Entpuppt sich „Passion“ doch als astreiner Prog Rocker mit einer starken modernen Ausrichtung. Der Gesang wird teilweise verzehrt und erlangt dadurch einen leichten New Rock Anstrich. Barrett geht bei dem Song sehr variantenreich zu Werke. Zwischen melancholischen und harten Gesang pendelt er bei dem Song hin und her. Auch an den Instrumenten wird auf viel Abwechslung geachtet. PENDRAGON schaffen eine gesunde Mischung aus Progressive Rock und modernen, recht harten Sounds. Man hat auch keine Angst davor, mal durch ein sphärisches Zusammenspiel, Ambient Elemente mit einzubauen. Der schon weiter oben im Text angesprochene Song „Empathy“ ist eine hörenswerte Angelegenheit, der durch seine Melancholie und Düsternis absolut überzeugt. Der mit leichtem Hall unterlegte Gesang passt recht gut zum Rest des Songs. Wabernde Elektrosamples unterstreichen die bedrückende Stimmung des Tracks. Im Mittelteil des Titels werden auch wieder vermehrt auf Ambient Elemente gesetzt. Bis dahin eine wirklich gute Nummer, an der gar nichts zu kritisieren gibt. Warum die Band Barrett's Rapeinlage zugelassen hat und das er den identischen Refrain wie von „Passion“ nutzt, wird auf Ewig ihr Geheimnis bleiben. Diese beiden Fehltritte von ihm machen den ganzen Song kaputt. Wirklich schade! Auch das bombastische, orchestrale Ende holt da nichts mehr heraus. Der absolute Wahnsinn liefern sie anschließend mit „Feeding Frenzy“ ab. Harte, progressive Riffs, ein druckvolles Drumming und Samples lassen den wohl besten Song von „Passion“ starten. Besonders ist Barrett's Gitarrenspiel hervorzuheben. Super einfallsreich, wie er  bei der recht komplexen Nummer ein   hartes Rockriff einbaut, welches eher an AC/DC als an eine Prog Rock Band erinnert. Urplötzlich lässt die bis dato gebotene erstklassige Leistung nach. Zuviel einfallsloses Material wird geboten. Das zur Single deklarierte „This Green And Pleasent Land“ langweilt mich nur. Zu saft- und kraftlos wird der Midtempo Track vorgetragen. Auch Barrett's Gesangsleistung kann man gut finden, muss man aber nicht. Hierbei wird klar ersichtlich, warum er seine Stimme, bei vielen Songs“ elektronisch aufpäppelt. Warum der Song mit einem unsäglichen JODELSAMPLE (!!!) abschließt, wird mir auch keiner der Bandmitglieder jemals plausibel beantworten können! Die Ambient  Elemente, welche in den Songs davor noch gut funktionierten, nehmen überhand (It's Just A Matter ...“ driftet für meinen Geschmack in totale Dudelei ab) und man zeigt zu sehr die Vorliebe für PORCUPINE TREE. Erst beim vorletzten Song fangen sie sich wieder und bieten ihren vorzüglichen, modern ausgerichteten Sound. PENDRAGON sollten Barrett (auch wenn er der Kopf der Band ist) so manche Aktionen verbieten. Der fast ausschließlich von Keyboard/Piano Klängen untermalte Rausschmeißer („Your Black Heart“) offenbart zu sehr, die gesanglichen Unzulänglichkeiten. Gut ist anders! Am Schluss des Songs versöhnt er den Hörer durch ein tolles und gefühlvoll vorgetragenes Gitarrensolo.

Trackliste:
Passion
Empathy
Feeding Frenzy
This Green And Pleasent Land
It's Just A Matter Of Not Getting Caught
Skara Brae
Your Black Heart

Das Album ist alles andere als schlecht und durch meine Kritikpunkte, sollte sich ein Prog Rock Fanatiker nicht abschrecken lassen.
„Passion“ hat gute, reizvolle Momente und glänzt durch eine sehr solide instrumentale Leistung.
Kneift man beide Augen zu (und hört über die Peinlichkeiten von „Empathy“ und „This Green And Pleasent Land“ hinweg), kann man gerade noch eben, ganz knappe 8 Punkte vergeben. Dies mache ich auch und sollte Barrett jemals wieder anfangen zu rappen, hänge ich ihn höchstpersönlich an seinen Kronjuwelen auf!
Götz
 

Site Search Site Search