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Band: Otep Album: Atavist Spielzeit: 50:55 min. Plattenfirma/ Vertrieb: Victory/Soulfood Homepage: www.otep.com oder www.myspace.com/otep VÖ: 29.04.2011 Wertung: 7,5 von 10 Otep Shamaya is back! Wer sie bisher noch nicht kannte, sollte aber mal schleunigst mit ihrem aktuellen Longplayer auf Tuchfüllung gehen. Seit 2000 besteht die Band nun und gilt als ewiger Insidertipp. Vom hoch gehandelten und Sharon Osbourne unterstützten Nu-Metal Act, ist die Band die Karriereleiter einmal ganz tief nach unten runter gepurzelt. Erschien das Debüt noch bei Captiol Records und fanden sie auf ihrem Silberlingen Unterstützung durch Nu-Metal Größen wie Joey Jordison und Greg Wells (SLIPKNOT), müssen OTEP inzwischen kleinere Brötchen backen und veröffentlichen ihr fünftes Album auf Victory. Das schwerst tätowierte, blonde Nu-Metal Riot Girl hat wieder einige ehemalige Weggefährten in die Band geholt und schließt musikalisch an ihre Anfangsphase an.
Momentan präsentiert Shamaya das 2003 Line-up, bestehend aus: Gesang: Otep Shamaya Gitarre: Rob Patterson Bass: „Evil“ J. McGuir Schlagzeug: Mark Bistany
Auf „Atavist“ gefällt mir die Band um einiges besser, als noch auf „Smash the Control Machine“ von 2009. Das liegt unter anderem daran, dass die Band nicht nur im älteren, erfolgreicheren Line-up agiert, sondern auch wieder an ihrer musikalischen Qualität von damals anschließt. Auch wenn ich mich mit der Stilbezeichnung zum heißen Anwärter für den „Blödeste Musikstilbezeichnung Award“ mache, spielen OTEP „oldschool Nu-Metal“. Auf „Atavist“ wimmelt es nur so von Querverweisen aus der Hochzeit des Nu-Metal. Zwei Bands, die als maßgeblichen Einfluss genannt werden müssen, sind KORN (zu Zeiten der „Take A Look In The Mirror“) und SLIPKNOT (zu Zeiten von „Iowa). Zum gewohnten OTEP Sound gesellt sich diesmal eine gehörige Portion derbe Härte dazu und auch Death/Black Metal Einflüsse, wie sie KORN auf dem von mir genannten Album einfließen lassen haben. Die Frontfrau zeigt wieder auf, dass sie stimmlich derbe Death Metal Growls als auch zarten, fast schon lieblichen Gesang, auf dem Kasten hat. Der Rest der Band geht grundsolide zu Werke und erinnert des öfteren an die von mir genannten Referenzbands, wobei die SLIPKNOT Parallelen dominieren.
Trotz aller Rohheit und Düsternis schaffen es OTEP auch einige kleine Hits abzuliefern. Die erste Single „Drunk On The Blood Of Sains“ ist ein geiles Stück geworden. Shamaya growlt, kreischt und singt sich die Seele aus dem Leib und die 3 Jungs bieten dazu ein hartes Brett. Sägende Gitarrenriffs, ein dominanter Bass und ein präzises Drumming peitschen sich durch den ganzen Song und dabei agieren sie fast im Stile von SLAYER, als diese mit Elementen des Nu-Metal kokettierten. Das anschließende „Remember To Forget“ geht in eine ähnliche Richtung, wobei der emotionsgeladene, heisere „Refrain“ einen wirklich packt. Die absolute Überraschung ist „We Dream Like Lions“. Schön minimalistisch instrumentalisiert schleicht sich der Song in den Gehörgang. Die attraktive Frontfrau flüstert, haucht ihren Text ins Mikro und eine Orgel und Akustikgitarre spielen dezent im Hintergrund dazu. Eine wunderschöne, fast schon Pop/Rock Ballade. Als toller Headbanger entpuppt sich „Stay“. Hier stand Jonathan Davies Pate und ähnlich, psychisch angeknackst intoniert Frau Otep den Song. Der Song kommt auf jeden Fall in meine Playlist.
Trackliste:
Atavist Animus 02. Atom To Adam 03. Drunk On The Blood Of Saints 04. Remember To Forget 05. Skin Of The Master 06. We Dream Like Lions 07. I, Alone 08. Baby's Breath 09. Fists Fall 10. Stay 11. Bible Belt 12. Not To Touch The Earth Leider gibt es auch unnötiges auf „Atavist“. Ich kann mit den beiden Spokenword Tracks „Baby's Breath“ und „Bible Belt“ überhaupt nichts anfangen. Weder textlich, noch die musikalische Untermalung überzeugen mich bei diesen beiden Nummern. Das unnötige Geplänkel fällt bei mir komplett durch und ist unter Lückenfüller einzustufen.
Ansonsten bieten OTEP auf „Atavist“ grundsoliden Nu-Metal, der sehr stark an o.g. Bands erinnert und wird auch diese Hörergruppe interessieren. Die Platte hat durchaus ihre Daseinsberechtigung und eignet sich auch für OTEP Neueinsteiger, da sie sich hier von ihrer besseren Seite präsentieren.
Von mir gibt es grundsolide 7,5 Punkte. Götz
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