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Beamt Euch mal kurz in das Jahr 1986 zurück…Kreator haben uns soeben ihr Frühphasen-Meisterwerk „Pleasure To Kill“ beschert. Slayers EP „Haunting The Chapel“ und der Longplayer „Hell Awaits“ lassen sämtliche Abtastnadeln durchglühen und Possessed legen mit „Seven Churches“ serienweise elterliche Stereoanlagen in Schutt und Asche. Ein Genre ist dabei sich um eine entscheidende Nuance zu erweitern: Thrash- mutiert zum Death Metal.
Zurück ins hier und jetzt. High Roller Records bescheren uns ein norwegisches Trio welches in genau diese Kerbe schlägt.
Elf Thrash/Death Metal Bretter nageln uns NEKROMANTHEON mit „DIVINITY OF DEATH“ an die Ohren und decken damit thematisch als auch musikalisch alles ab was den Anhänger der oben genannten Genres glücklich macht. Drummer Christian Holm hat extra die kleine Tom herausgeholt um die Drum-Sounds vergangener Zeiten aufleben zu lassen, die Produktion der Platte klingt überhaupt sehr rauh und natürlich, was mich sehr erfreut. Shouter und Bassist Sindre Solem röhrt wie einst Conrad "Cronos" Lant, sogar das fiese Gelächter des verrückten Engländers hat er drauf. Hätte er jetzt noch die High-Pitch Screams des frühen Tom Araya im Repertoire wäre die Sache perfekt. Die solide Gitarrenarbeit von Christian Holm lässt Erinnerungen an die Riff-Battles des stilprägenden Duos King/Hanneman wachwerden. Ein zweiter Gitarrist hätte hier aber sicher gutgetan.
So ziehen NEKROMANTHEON Nummern wie Gringo Death, The Point Of No Return, Cry Havoc, usw. ohne Verschnaufpause durch daß es eine wahre Freude ist. Sicherlich muss an dieser Stelle aber auch erwähnt werden daß die handwerklichen Fähigkeiten der drei, als auch die ehrliche Produktion zwar eine runde Sache ergeben, doch von Kreativität oder gar eigener Identität keine Spur. Zu sehr zitieren NEKROMANTHEON die alten Zeiten, es bleibt leider kein Platz für eigene Ideen.
Mit einer Spielzeit von 31 Minuten fällt die Scheibe eher bescheiden aus, durch das durchgehend hohe Tempo verlangt man dem Hörer allerdings auch einiges ab, ergo braucht man nach dem Schlußsong ohnehin erstmal eine Verschnaufpause. Fazit: Wer die alten Zeiten in Form eines Thrash Albums der Marke Kreator/Slayer/Venom/Possessed aufleben lassen möchte und sich dabei nicht daran stört daß es sich bei DIVINITY OF DEATH um ein Plagiat handelt kann hier bedenkenlos zugreifen, dann macht die Platte wirklich Laune. Anhänger gehobener, innovativer Metal-Kunst: Finger weg.
Die Band liefert hier ein starkes Debütalbum ab, täte aber gut daran eigene Ideen zu entwickeln, deshalb ziehe ich drei Punkte ab. 7 von 10.
Bernd
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