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Band: Mother's Army Album: The Complete Discography Spielzeit: 50:53 min./ 44:48 min./ 50:05 min. Plattenfirma/ Vertrieb: earMUSIC/Edel Homepage: ??? VÖ: 06.05.2011 Wertung: 8,0/ 9,0/ 9,0 von 10 YEAAAAAHAAAAAA, na wie geil ist das denn?! Völlig unerwartet trifft mich die Veröffentlichung der MOTHER'S ARMY „The Complete Discography“ und sorgt dafür, dass ich schier ausraste. Mir fällt vor Freude ein EI aus der Hose!
Die unterbewertete SUPER GROUP hat in den '90er Jahren 3 herausragende Silberlinge veröffentlicht, welche bis heute nur als Japan Import zu erstehen gab. Ich glaube, dass das letzte Album „Moon On Fire“ 2004 doch noch in Europa re-released wurde, bin mir da aber nicht ganz sicher. Leider blieben die Alben weitestgehend unbeachtet, was ich bis heute nicht recht nachvollziehen kann, denn die Band hatte wirklich alles um wie ein Komet einzuschlagen. Die Vermutung liegt nahe, dass es einfach daran lag, dass die Veröffentlichungen in einer Zeitspanne erschienen, in der die Augen und Ohren eher in Richtung Seattle und Co. gerichtet waren. Musikalisch überzeugten die Outputs durch erstklassigen und vielseitigen Heavy Rock/ Hard Rock. An den beteiligten Musikern kann es beim besten Willen auch nicht gelegen haben! Setzten sich MOTHER'S ARMY doch aus folgenden, hochkarätigen Musikern zusammen: Joe Lynn Turner – Gesang (MALMSTEEN, RAINBOW, DEEP PURPLE etc.) Jeff Watson – Gitarre (NIGHT RANGER) Bob Daisley – Bass (RAINBOW, OZZY, GARY MOORE, URIAH HEEP etc.) Carmine Appice – Drums, auf den ersten beiden Alben ( KING KOBRA, OZZY, BLUE MURDER etc.) Aynsley Dunbar – Drums auf „Moon On Fire“ (WHITESNAKE, JOURNEY etc.)
„Mothers's Army“ erschien 1993 und die Band präsentiert ungeschliffenen, frischen und mitreißenden Heavy Rock, der immer wieder an die früheren Arbeitgeber erinnert. Trotz dieser Tatsache überzeugen alle Songs durch ein ausgeklügeltes Songwriting, tollen instrumentalen Leistungen und einem Außerirdischen, der den Gesangspart übernommen hat. Anders kann ich die Leistung von JLT nicht beschreiben! Geht überhaupt nicht, wie bestialisch gut er auf dem Album drauf war. Mir gefiel schon die Leistung auf PURPLE's „Slaves and Masters“, aber diese toppt er ganz locker! Die Band spielt sehr druckvoll und das Schlagzeugspiel von Appice begeistert mich heute noch. Sein druckvolles, variables Drumming treibt die Songs gewaltig nach vorne und reißt die restlichen Musiker einfach mal mit. Denen bliebt einfach nichts anderes übrig, als es ihm gleich zu tun. Watson begeistert mit tollen Soli's und Daisley Bassspiel überzeugt auf ganzer Linie. Die druckvolle Produktion verpasst dem Album einen gehörigen rohen und harten Schub, so das auf „Mother's Army“ rauer Rock dominiert. Nach einem kurzen Intro rockt die Band gleich los. In bester WHITESNAKE und RAINBOW Manier wird auf „Darkside“ agiert. JLT kreischt, jault und singt sich die Seele aus dem Leib, Watsons Gitarre heult auf und das Gespann Appice/Daisly peitschen die Rhythmen nur so vor sich her. „One Way Love“ zeigt auf das der Schlagzeuger eine Maschine ist! Ich habe echt ANGST vor Appice, denn es ist einfach atemberaubend wie präzise, druckvoll und variabel er aufspielt. Das düstere „Memorial Day“ bietet einen genialen Turner und einen tollen Refrain. An manchen Stellen erinnert mich der packende Song an BLACK SABBATH. Richtig schwerfällig geht es auf „Anarchy“ zu. Der Midtempo Rocker lässt mich sofort mitwippen. Watson's Gitarrenspiel ist einfach genial und das Solo treibt mir die Freudentränen in die Augen. Das Album beendet der lockere Rocker „Save Me“. Der Refrain ist einfach phantastisch und mir geht er nicht mehr aus den Ohren!
Trackliste: Mother's Army – Intro Darkside Dreamtime One Way Love Second Nature Memorial Day Get A Life By Your Side Voice Of Reason Anarchy Save Me Mother's Army (Reprise) – Outro
Begeisterte mich das Debüt Album „Mother's Army“ mit einem rauen und ungeschliffenen Heavy Rock, bewiesen die Herren, dass sie auch ganz anders können. „Planet Earth“ (1997) fiel, im Gegensatz zum Debüt, finsterer, komplexer, experimentierfreudiger und reifer aus. Die eigene Vergangenheit wurde, wie ein zu enges Korsett, abgestreift und man präsentierte sich in einem neuen Soundgewand, welches nur wenig Ähnlichkeit mit dem ehemaligen Schaffensumfeld der Bandmembers zu tun hatte. Auch wurde nicht das Rockbrett geboten, sondern das Material bewegte sich fast ausschließlich im Midtempo-Bereich. Songwriterisch hatte die Band einen Quantensprung hingelegt. So ist das Material von den Gesangsharmonien her, sehr stark von den BEATLES beeinflusst. Dazu gesellen sich leichte psychedelische Einschübe und progressive Songstrukturen. MOTHER'S ARMY experimentierten auch mit dem Sound. So enthalten viele Songs ein Wechselspiel zwischen ruhigen, getragenen und plötzlichen rockigeren Parts, dadurch ist eine größere Nähe zu einer Band wie KING'S X zum Vorschein gekommen, als zu ehemaligen Brötchengebern. Viele Fans bezeichnen „Planet Earth“ heute noch als schwächstes Output. Diese Meinung teile ich persönlich überhaupt nicht, da es MA auf dem Album geschafft haben, sich von den vorherigen Vergleichsbands zu lösen und das neue musikalische Gesicht, das stärkere Material beinhaltete.
Das wunderbare „Cradle Of Hands“ ist das Referenzstück auf „Planet Earth“. Mit einem getragenen Rhythmus startend und dann zum Refrainpart hin zu explodieren um anschließend wieder in eine getragene Ausrichtung wieder zurückzufallen. Und dies wiederholt sich mehrere Male bis die Band ausbricht und rockt. Das ist genau die Rezeptur, welche den Song zu einem kleinen Juwel wachsen lässt. Ähnlich funktioniert auch „Misery Me“, welches einen tollen mehrstimmigen Gesangspart enthält und von der Komplexität stark an ältere KING'S X erinnert. Auch die Gesangsharmonien lassen einen direkten Vergleich zu. Das recht beklemmend startende „The Cild Within“ schwenkt urplötzlich um und entwickelt sich zu einem leicht progressiven Midtempo Song. Die Breaks sind einfach der Wahnsinn und trotzdem bleibt der Song gut nachvollziehbar. Das mehrstimmig beginnende „One Common Law“ spielt mit der Laut/Leise Dynamik, wie es auch schon „Cradle Of Hands“ gemacht hat. Sphärische Keyboardeinschübe, der Gesang und hart rockende Riffs, im mittleren Teil bis zum Schluß hin, lassen Erinnerungen an SABBATH/ DIO wach werden. Toller Song. Komplett aus dem Rahmen fällt hingegen der bluesige Barrocker „Mother Earth“, der auch der Rausschmeißer auf dem Album darstellt.
Trackliste: Circle Of Hands Cradle To The Grave Misery Me Planet Earth For The Moment Seas Of Eternity The Child Within One Common Law Mother Earth
Für mich stellt „Planet Earth“ das beste Album dieser Super Group dar. Dies liegt an dem tollen, eigenständigen Material, einer sensationellen und perfekt agierenden Musikersektion und natürlich an Joe Lynn Turner's phantastischem Gesang.
Nur ein Jahr nach dem super „Planet Earth“ Silberling beehrten uns die Jungs wieder und hauten uns das nächste Hammeralbum um die Ohren. Auf „Moon On Fire“ gab es zwei gravierende Änderungen. 1.Anstatt Appice „malträtiert“ Ansley Dunbar – den Namen hätte Rowling prima für einen Charakter aus ihren Harry Potter Bücher verwerten können – die Schlagzeugfelle. 2.Die Band hat sich musikalisch stark zurückentwickelt. Die neuen Songs gehen wieder zu ihren Bandroots zurück und die tollen, gerade erst auf „Planet Earth“ erlernten, neuen musikalische Elemente, müssen zurückstecken. Auf der anderen Seite der Medaille stehen Mother's Army aber wieder für das, was sie auch schon auf dem Debüt ausmachte und schaffen ein mächtig hart rockendes Album, welches auch den direkten Nachfolger zum Debüt darstellen könnte. Das Material klingt um einiges optimistischer, als noch auf dem Vorgänger und bietet mehr Eingängigkeit. Die Band rockt wieder und hat den Spaß an lauter Musik wiederentdeckt. JLT klingt ein wenig frischer und dynamischer. Fast scheint es so, als ob sie mit „Moon On Fire“ zum Befreiungsschlag ausholen und sich jetzt wieder wohler in ihrer Haut fühlen. Trotzdem bevorzuge ich „Planet Earth“, da die Scheibe, aus meiner Sicht, das stärkere Material enthält. „Moon On Fire“ beinhalte ein paar richtig geile Perlen. Vor allem sei hier das orientalisch anmutende „Common Ground“ genannt. Hier schaffen es MOTHER'S ARMY, dass die genrefremde Sitar zu einem Rockinstrument mutiert. Eine Hammernummer! Nur der Opener N.D.E. erinnert noch an das tolle Vorgängeralbum. Harter Rock vermischt sich mit komplexen Harmonien und klingt sehr frisch. Eine sägende Gitarre lässt den Rocker „No Religion“ starten und erinnert mich von der Gesangsleistung an Turner's RAINBOW/DEEP PURPLE Zeiten. Zu einem Ohrwurm entwickelt sich „Do What I Like“. Jeff Watson rockt sich den Popo wund und Joe singt wieder in alter und gewohnter Frische.
Trackliste: N.D.E. Way Of The World A Day In The Night Fire On The Moon Do What You Like Common Ground No Religion Moruroa Atoll The Code Another Dimension
„Moon On Fire“ ist ein tolles, raues Heavy Rock Album, welches ich allen MOTHER'S ARMY Frischlingen ans Herz legen möchte. Bietet das Album doch wirklich alle musikalische Vorzüge dieser Super Group. Schade das die Band sich nach diesem Album auflöste.
„The Complete Discography“ wird zu einem äußerst humanen Preis angeboten (bisher habe ich die 3fach CD für ca. 15,00 Euronen entdeckt) und lasst Euch bitte nicht von einem „GEIZ IST GEIL“ Artwork abschrecken.
Ansonsten ist die Box absolut empfehlenswert und gehört in das CD Regal eines Rockers. Götz
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