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MENNEN haben endlich wieder aufhorchen lassen. Ihr neues Album „Planet Black“ ragt wie ich im Review geschrieben doch sehr aus dem sonstigen Veröffentlichungseinerlei heraus. Grund genug, um Mainman, Namensgeber und Bandgründer Joss Mennen einige Fragen zu stellen, die er ähnlich zielstrebig und kompetent beantwortet hat, wie die holländische Nationalmannschaft sich bei der EM in der Vorrunde präsentierte. Absolut souverän.
M.R.: Lasst uns mit der Vergangenheit beginnen. 50% von MENNEN sind heute ehemalige ZINATRA Mitglieder. Nachdem Eric die Band verlassen und Gino einstieg, habt ihr daran gedacht, die Band wieder in ZINATRA umzubenennen? Comebacks sind im Augenblick irgendwie up-to-date, also wäre es ein guter Zeitpunkt gewesen. Nicht dass du mich falsch verstehst, ich bin sehr froh, dass ihr es nicht getan habt.
J.M.: Wir dachten nie an eine Umbenennung der Band in ZINATRA. Der Hauptgrund ist, dass MENNEN eine ganz andere Band mit ihrer eigenen Fan-Base ist. Die Tatsache, dass Gino jetzt in der Band ist, bedeutet nicht, dass wir uns stilmäßig verändern wollen. Im Laufe der Jahre fragten viele Leute nach einer ZINATRA Reunion, aber die anderen Jungs von ZINATRA machen völlig unterschiedliche Dinge zur Zeit, die oft gar nichts mit Rockmusik zu tun haben. Sogar Robby Valentine möchte nicht mehr als Keyboarder auf der Bühne stehen. Er möchte nur singen und ein paar Gitarrenparts übernehmen. Allerdings haben wir doch eine Kleinigkeit geändert. Wir entschlossen uns einige ZINATRA Songs unserer Setlist hinzuzufügen, so dass eben die Leute, die nach einer Reunion gefragt haben, die Chance haben diese Songs einmal mehr live zu erleben.
M.R.: Was waren eigentlich genau die Gründe, dass Eric die Band verlassen hat?
J.M.: Nach 15 Jahren MENNEN suchte Eric eine neue Herausforderung. Er hat gerade eben ein Solo Album veröffentlicht. Darauf ist Jazz Music zu hören, was natürlich meilenweit von dem entfernt ist, was er bei MENNEN gemacht hat. Wir wünschen ihm alles Glück der Welt damit.
M.R.: Wie war dann das Gefühl wieder mit Gino zusammen zu spielen? Hattet ihr in all den Jahren Kontakt zueinander?
J.M.: Erics Entscheidung, die Band zu verlassen, kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für uns, da der Veröffentlichungstermin für „Planet Black“ bereits fix war. Wir mussten also schnell handeln. Wir hörten uns einige Kandidaten an, aber es war sehr schwierig für uns jemanden zu finden, der sowohl gut spielen konnte als auch zur MENNEN „Familie“ gepasst hätte. Ich hatte mit Gino seit mehr als 15 Jahren keinen Kontakt mehr und bin bei myspace über ihn gestolpert. Als erstes wurden wir wieder „Freunde“, hehe. Allerdings trafen wir uns kurz darauf in einer Kneipe wieder und mussten über verdammt vieles reden, wobei ein paar Bier zuviel im Spiel gewesen sein könnten. Wir fanden raus, dass die Chemie definitiv stimmte und die Entscheidung wieder zusammen Musik zu machen, kam dann sehr schnell und praktisch von alleine. In der Zwischenzeit haben wir nun die ersten Gigs hinter uns, um „Planet Black“ zu promoten und ich muss sagen, dass es es sich anfühlt, als wäre es gestern gewesen und keine 15 Jahre vergangen, in denen Gino und ich zusammen auf der Bühne standen. Es ist einfach großartig. Ich glaube, dass es sehr schade ist, dass Gino nicht die Chance hatte, auf dem Album zu spielen.
M.R.: Dann lass uns noch ein wenig auf „Planet Black“ zu sprechen kommen. Wie enstehen MENNEN Songs? In einer Jam Session? Oder wie kann man sich das vorstellen?
J.M.: Das Songwriting für Planet Black war ein Bandprozess. Wir jammten zusammen, nahmen alles auf, was wir taten und ließen nur die starken Parts übrig. Diese starken Teile waren dann die Grundideen für die Songs. Und dann konnte jeder seine Ideen einbringen, um sie zu vervollständigen.
M.R.: 13 Stücke haben es auf das Album geschafft. Wie viele habt ihr ursprünglich dafür geschrieben und wer entschied dann, was letztendlich auf dem Album landete?
J.M.: Bevor wir in die Staaten flogen, um das Album aufzunehmen, hatten wir 20 Stücke geschrieben. Zusammen mit unserem Produzenten Erwin Musper haben wir dann entschieden welche Songs am besten zusammen passten und diese sind nun auch darauf zu hören.
M.R.: „Planet Black“ und „Can't Get You Out Of My Head“ sind sehr kurze Songs geworden. Irgendwie scheinen sie nicht vollständige Songs, sondern Fragmente zu sein. Gibt es einen bestimmten Grund dafür?
J.M.: „Planet Black“ ist als Intro gedacht und heißt jeden in der Welt von Planet Black willkommen. Es ist ein verzweifelter Ruf nach Hilfe und deckt textlich das ab, was wir indem Album sagen wollen. „Can't Get Out Of My Head“ ist einfach nur ein kurzer Song mit einem starken Refrain, einem superben Solo und einer guten Bridge. Wir haben es geschafft, alles was wir sagen wollten in 2:50 Minuten unterzubringen. Es gab keine Notwendigkeit ihn länger werden zu lassen.
M.R.: Weil du es gerade angesprochen hast: Was wollt ihr mit den Texten ausdrücken?
J.M.: Ich kann sagen, dass Planet Black das autobiographischste Album geworden ist, das wir je aufgenommen haben. Alex, unser Bassist, und ich sind für die Texte verantwortlich und während des Songwritingprozesses haben wir beide sehr schwierige Zeiten in unserem Leben erlebt. Das kannst du aus all unseren Songs heraushören. Es geht um die Gefühle, die du hast, wenn deine Beziehung in die Brüche geht aber auch um die Ängste, die jeder in seinem Leben hat. Es fühlt sich manchmal alles so zerbrechlich an.
M.R.: Ihr seid in den Niederlanden viel präsenter in den Medien als im Rest Europas. Gibt es dafür bestimmte Gründe? Erkennst du zum Beispiel einen Unterschied zwischen deutschen und holländischen Rock Radiostationen?
J.M.: Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied zwischen deutschen und niederländischen Rock Stationen gibt. Ich denke der Hauptgrund ist ein ganz anderer. Nämlich, dass wir bis heute zwischen die Schubladen gesteckt werden. Wir wurden viel zu oft mit viel härteren metal-orientierten Bands in eine dieser Schubladen gesteckt und wurden dann als nicht heavy oder metal genug eingestuft. Heutzutage sind MENNEN eine moderne Rockband, die ein viel breiteres Publikum als nur die reinen Metalheads anspricht. Die Tatsache, dass ich in einer holländischen TV Show mitwirke, hilft außerdem, dass wir hier ein größeres Publikum ansprechen. Allerdings hoffe ich, dass Planet Black uns neue Türen öffnen wird und wir zumindest die Chance erhalten, für einige Live Shows nach Deutschland zu kommen, damit sich die Musikliebhaber selber ein Bild von uns machen können. Vor zwei Jahren sind wir zusammen mit VICTORY für eine kurze Tour in Deutschland gewesen und die Reaktionen haben mir gezeigt, dass es auf alle Fälle einen Markt für MENNEN in deinem Land gibt.
M.R.: Apropos deutsche Musikliebhaber. Du warst für einige Background vocals auf dem letzten SCORPIONS Album „Unbreakable“ verantwortlich. Wie ist es dazu gekommen?
J.M.: Erwin Musper produzierte dieses Album zur gleichen Zeit als er unser „Freakazoid“ Album mixte. Da ich bereits sehr viele backing vocals in der Vergangenheit übernommen habe (DANGER DANGER, CRAAFT, etc.), war es natürlich logisch für Erwin uns zu fragen, da wir eh in der Gegend abhingen.
M.R.: Einige Gigs habt ihr bereits in den Niederlanden gespielt, um Planet Black zu promoten. Wie sieht es mit weiteren Liveaktivitäten aus? Ist da bereits einiges in Planung?
J.M.: Ab September werden wir in den Benelux Staaten auf eine ausgedehnte Tour gehen. In der Zwischenzeit ist unsere Plattenfirma auf der Suche nach einer passenden Support-Tour durch Europa. Und wir werden höchstwahrscheinlich in den Staaten Anfang 2009 unterwegs sein.
M.R.: MENNEN haben nun eine neue Plattenfirma und eine neue Booking-Agentur. Kann man das also komplett neuen Start sehen? Wie zufrieden seid ihr bisher?
J.M.: Es ist noch zu früh um vor Freude Luftsprünge zu machen. Aber die Karten, die wir nun in Händen halten sind sehr gut und es ist an uns das Spiel zu machen. Jeder arbeitet sehr hart momentan und damit sieht es sehr vielversprechend aus. Auf alle Fälle wird es im September einen Single-Release von „Power To The Bone“ in den Benelux Staaten geben. Kommenden Monat werden wir dazu auch ein Video drehen.
M.R.: Du hast bereits mit vielen bekannten Produzenten gearbeitet und bist bereits seit über 14 Jahren mit MENNEN unterwegs. Was waren für dich die größten Veränderungen im Musikgeschäft? Welche siehst du für die Zukunft?
J.M.: Seit es MENNEN gibt haben wir es jedes Mal geschafft soweit zu kommen, dass es sich lohnt ein weiteres Album aufzunehmen. „Planet Black“ wurde sehr gut angenommen und mit Gino in der Band haben wir das Gefühl, als hätten wir gerade eine neue Band gegründet. Es ist alles sehr aufregend. Die Energie in der Band ist stärker denn je!! Daher glaube ich, dass das richtige Highlight uns noch bevorsteht.
M.R.: Zum Abschluss möchte ich dir noch die Gelegenheit geben unseren Leser zu sagen, warum „Planet Black“ einen Sonderplatz in deren CD Sammlung einnehmen sollte.
J.M.: „Planet Black“ ist ein sehr ehrliches Album geworden, welches direkt aus dem Herzen komponiert wurde. Ich denke, du kannst es fühlen, wenn du es anhörst. Musik ist Emotion und in dieser Hinsicht waren wir erfolgreich etwas zu erschaffen in dem jeder etwas finden wird, was zu seinen persönlichen Lebenserfahrungen passt.
M.R.: Damit möchte ich mich herzlich für die Zeit bedanken, die du dir für dieses Interview genommen hast, wünsche euch viel Glück mit „Planet Black“ und vielleicht können wir uns auf Tour treffen und ein, zwei Bierchen kippen.
J.M.: Oder drei!! :-) Vielen Dank für deine Unterstützung und die Möglichkeit unsere Geschichte zu erzählen.
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