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Eine der Bands, die es seit Ende der 80er Jahre immer wieder versucht haben, aber nie den großen Durchbruch schafften, obwohl sie schon einige absolute Hits geschrieben haben, sind leider noch immer LILLIAN AXE. Das mittlerweile 11. Studioalbum ist nun fertig gestellt, trägt den bezeichnenden Namen "XI: The Days Before Tomorrow" und wartet mal wieder mit einem neuen Frontmann auf. Dieser hört auf den Namen Brian C. Jones und passt mit seinem Timbre fast perfekt zu den Kompositionen des Steve Blaze, der die Fahne des zwischen Hardrock und Metal pendelndem Material seit vielen Jahren aufrecht hält. Wenn sich die Band seit den 90er Jahren nicht verändert hätte, müsste ich jetzt wieder meine Fönfrisur aus dem Schrank holen, doch sie sind glücklicherweise mit der Zeit gegangen und obwohl Klassiker wie "Dream Of A Lifetime" oder besonders "No Matter What" hinreißende Erinnerungen an die guten alten Zeiten aufkommen lassen, zeigt schon "Babylon" auf dem neuen Output, dass die Reise viel moderner sein wird. Hier sind auch zum ersten Mal die tollen Melodien zu hören, für die ich die Jungs immer gerne mochte. Allerdings kommt schon das erste große Aber: Steve Blaze hat es sich nicht nehmen lassen, die Scheibe selbst zu produzieren und der Schlagzeugsound ist für die Härte des Materials viel zu soft geraten. Da hämmert Drummer Ken Koudelka auf die Tom Drums ein und kaum einer merkt es. Bei "Gather Up The Snow" ist dies besonders schade, denn mit ein wenig mehr Wumms, wäre das ein verdammt geiler Song geworden. So bleibt er bei gut hängen. Was mich dann nahtlos zum nächsten Stück übergehen lässt: "The Great Divide" ist leider totaler Durchschnitt, bei dem weder die Gitarrenarbeit noch die Melodien begeistern können. Selten habe ich bei LILLIAN AXE so früh auf dem Album solch einen kompositorisch durchschnittlichen Song gehört. Mit Gewehrfeuer startet "Take The Bullet", das mit einem funky Groove und fast schon Prog-artigen Breaks den Vorgänger glücklicherweise fast wieder vergessen lässt. Dass LILLIAN AXE tolle Balladen drauf haben, haben sie bereits desöfteren bewiesen und "Bow Your Head" reiht sich nahtlos darin ein. Das wäre mal ein Kandidat fürs Radio. Sollte ich mal vorschlagen, oder? Feuerzeuge raus und mitschunkeln ist angesagt und ehrlich, diese Ballade ist weder kitschig noch peinlich sondern einfach nur verdammt gut. Das treibende "Caged In" und "Soul Disease" wissen ebenfalls zu gefallen, ehe mit "Lava On My Tongue" und "My Apologies" ein eher durchschnittliches Duo das Album abschließt. Somit haben wir anno 2012 auch wieder einige tolle Momente LILLIAN AXE zu verdanken, zum großen Hitalbum reicht es aber leider wieder nicht ganz. Trotzdem sollten definitiv mehr Leute in das Album reinhören, als es bei den letzten Alben der Fall war. Es lohnt sich eben doch.
Markus
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