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Band: King Of Hearts Album: 1989 (Avenue Archives Vol. 1) Spielzeit: 51:11 min. Plattenfirma/ Vertrieb: Avenue Of Allies/H'ART Homepage: www.brucegaitsch.com VÖ: 29.04.2011 Wertung: 10 von 10 Herrschaften, ich hab Kreislauf! Was für ein Hammer! Stefan hat vor einigen Tagen in den News verlauten lassen, dass das Label Avenue Of Allies in nächster Zeit, einige vergessene bzw. gar in unseren Breitengraden erst gar nicht erschienene hochwertige AOR und West Coast (die richtige und nicht weit verbreitete Schreibweise) Alben wieder veröffentlichen wird. Diese Re-releases werden um Bonustracks aufgestockt, enthalten Linernotes etc.. Für alle, die nicht im Besitz der Originale sind, also eine sehr interessante Angelegenheit.
Gleich mit dem Erstling dieser Serie, trifft das Label genau den richtigen Nerv bei mir. Sie hauen uns eine leicht veränderte Version des Debütalbums der phantastischen KING OF HEARTS, um die Ohren. Es kommt nicht oft vor, aber manchmal passiert es, dass ich beim Hören einer Promoausgabe eines Silberlings, kurz vor einem Inkontinenzschub stehe – vor Freude über das Album, versteht sich. So ergeht es mir auch bei dem sensationellen Album dieser Jungs!
Im Falle von „1989“ ist es eine wirklich interessante und löbliche Angelegenheit. Eigentlich sollte der Erstling schon 1989 bei einem Major Label erscheinen, wurde dann aber kurzfristig auf Eis gelegt. Es kam dazu, daß das selbstbetitelte Debütalbum 1994 nur im asiatischen Raum, Schweden und Deutschland (wie auch die späteren 3 folgenden Alben) erschien. 1999 veröffentlichte Cool Sound die Outtakes, der 1989 eingespielten Sessions, des Albums. Auch die Trackanzahl/Reihenfolge und die Liste der beteiligten Musiker unterscheidet sich von dem Originalrelease (die Cool Sound Version enthält einen Song weniger. Auf Ebay gibt es diese Version für nur ca. 130 € zu erwerben). Auch dieses Album ist, wie auch das Original, schon längst vergriffen und nun machen Avenue Of Allies uns dieses wieder zugänglich. Es wurde aber auch Zeit und nötig, denn das Material ist einfach viel zu gut.
Gegründet wurde die Band durch wohl eins der genialsten Duos, der spät '80er Rockszene. Bruce Gaitsch (Produzent, Gitarrist und Songwriter) hat schon mit Größen wie CHICAGO, RICHARD MARX und MICHAEL BOLTON etc. zusammengearbeitet. Sein wohl größter Erfolg hatte er allerdings mit einem Song, den er für eine nicht ganz unbekannte Solokünstlerin geschrieben hat. „La Isla Bonita“ entsprang aus seiner Feder und dürfte auch außerhalb der Rockszene bekannt sein. Sein Gegenstück ist Tommy Funderburk (unter anderem THE FRONT und BOSTON), der den größten Teil der Songs mit seinem ausdrucksstarken und tollen Gesang veredelt. Seine Leistung ist einfach überirdisch und hat mich sofort gepackt. Der Junge schafft mit seiner Stimme, den Hörer zu fesseln. Egal ob er Rocker, Midtempo Songs oder Balladen intoniert, es ist einfach eine grandiose Leistung! Für die vakanten Positionen am Bass und am Schlagzeug holten die beiden Männer, mit George Hawkins Jr. (KENNY LOGGINS BAND und JOHN FOGERTY) und Kelly Keagy (NIGHTRANGER) zwei absolute Topleute dazu, um die Band zu komplettieren. Auf „1989“ geben sich auch noch die Gäste Randy Meisner und Timothy B. Schmitt (beide EAGLES, Backing Vocals auf „Working Man“ und „In So Many Words“), Bill Camplin (CHICAGO) und Jeffrey Vanston (STEVE LUKATHER und RICHARD MARX), die Türklinke in die Hand.
Der Spruch„Life is a bitch“ trifft bei KING OF HEARTS voll zu, denn die Band hatte wirklich alles, um wie eine 15 Tonnen schwere Bombe einzuschlagen. Es ist mir ein Rätsel, dass das Album keine Beachtung fand und Schlussendlich erst Jahre später, durch einen Indie, veröffentlicht wurde. Das ist wirklich eine SCHANDE und der mir leider nicht bekannte Major sollte sich mal richtig schämen, dass er so ein geniales Output einfach so fallen lassen hat! KING OF HEARTS liefern mit dem Debüt ganz klar einen AOR Klassiker ab! Auf „1989“ wird lupenreiner, sensationell guter und rockiger AOR geboten, der auch heute noch voll überzeugen kann. Man merkt den Songs zwar ihre Entstehungszeit an, aber ist alles andere als ein Negativpunkt, denn in der Dekade entstanden die wohl besten und wichtigsten Alben des Genres. Das Material erinnert teilweise an einen rockigen RICHARD MARX (was nichts mit Plagiat zu tun hat, sondern darauf zurückzuführen ist, da Herr Gaitsch schon einiges mit und für ihn komponiert hat). Als weitere Vergleiche kann man FOREIGNER und frühen BRYAN ADAMS, als er noch richtige COJONES hatte, aufführen. Songwriterisch gibt es überhaupt keine Schwächen! Die von Funderburk vorgetragenen Stücke sind über jeden Zweifel erhaben. Auch Keagy und Hawkins Jr. überzeugen nicht nur an ihren Instrumenten, sondern beweisen, dass sie über hervorragende, rockige Stimmen verfügen. Keagy darf gleich auf 2 Tracks beweisen, dass er auch einen guten Frontsänger abgeben würde und Hawkins Jr.'s Stimme veredelt den Midtempo Rocker „Under The Gun“. Die Songs sind schon fast perfektionistisch, bis ins kleinste Detail arrangiert und haben genügend Ecken und Kanten, um nicht ins Lager der LENOR ROCK Scheiben abzurutschen. Die Produktion ist verdammt druckvoll und rockig ausgefallen. Für die damalige Zeit eine Besonderheit, da sich viele Produktionen durch einen plüschigen, spiegelglatten Sound auszeichneten.
Es ist zwar nicht fair, nicht auf alle Songs dieser GÖTTERGABE einzugehen, aber ich werde mich auf einige Titel beschränken. Der Opener „Working Man“ ist ein cooler AOR Rocker, der über astreine Gesangsharmonien verfügt und Refrains/Backing Vocals sind an Perfektion nicht mehr zu überbieten. Melodien, Hooklines, die Instrumentalisierung sind bei diesem Song nicht mehr von dieser Welt! Träumerisch geht es auf „Don't Call My Name“ zu. Die tolle, gefühlvolle Ballade besticht wieder durch einen superben Gesang und Backing Vocals. Der Song hätte perfekt auf RICHARD MARX's „Repeat Offender“ stehen können. Die Gefahr ist groß, dass ich mich selbst eng umschlinge und langsam tanzend durch mein Wohnzimmer schwebe! Ich war noch so in Gedanken, dass ich fast den von Keagy intonierten Rocker „Smack Dab (In The Middle Of Love) verpasst hätte. Seine leicht rauchige Stimme kommt sehr sympathisch rüber und passt einfach verdammt gut. Ich könnte mir auch gut vorstellen ein ganzes Album mit seiner Stimme zu hören. Gaitsch Gitarrenspiel ist hervorragend und das Solo am Schluss ist einfach erstklassig. Einer meiner Favoriten, „Under The Gun“, ist ein Groover vor dem Herren. Hawkins's Gesang kommt noch einen Tacken rauchiger rüber, als von Kollege Keagy. Wieder besticht der Bandgründer durch eine souveräne Gitarrenleistung. Funderburk beweist auf dem nächsten Highlight „Was It Good For You“, daß er stimmlich auch recht rau und rotzig klingen kann. Auf „Everyday“ gibt uns wieder Keagy, als Leadsänger, die Ehre. Der Song ist ein weiteres Highlight auf „1989“ und besticht durch einen sensationellen Groove. Teilweise erinnert mich die Melodieführung an „Black Velvet“ von ALANNAH MYLES.
Trackliste: 1) Working Man 4:45 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 2) In So Many Words 4:21 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 3) Don’t Call My Name 4:59 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 4) Smack Dab (In The Middle Of Love) 4:14 (Lead vocals : Kelly Keagy) 5) Remember When 4:58 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 6) Hold On To Love 4:40 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 7) Under The Gun 4:16 (Lead vocals : George Hawkins Jr.) 8) Lovin’ Arms 4:46 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 9) Was It Good For You 3:52 (Lead vocals : Tommy Funderburk) 10) Everyday 4:22 (Lead vocals : Kelly Keagy) 11) King Of Hearts 6:01 (Lead vocals : Tommy Funderburk)
Hier trifft „NO FILLER, JUST KILLERS“ tatsächlich zu! Es ist wirklich selten, dass mich ein AOR Album so dermaßen begeistert. Mit „1989“ haben es die KÖNIGE DER HERZEN tatsächlich geschafft und einen bleibenden, sensationellen Eindruck bei mir hinterlassen.
Auch 22 Jahre nach Entstehung des Materials, hat es nichts an Glanz und Magie verloren und kann auch heute noch jeglichen Vergleich standhalten.
Wer auf frischen, nie zu soften AOR steht, der auf gleicher Augenhöhe mit JOURNEY, FOREIGNER, RICHARD MARX etc. steht, muss hier einfach zugreifen.
Ein ganz, ganz geiles Album und eine noch geilere Band, welche so ein Schicksal einfach nicht verdient hat. DANKE, Avenue Of Allies, dass Ihr den Mut und das Vertrauen in Euch selbst hattet, KING OF HEARTS, durch Eure Re-release, nochmal eine Chance zu geben!
Für mich haben die Jungs einen Klassiker mit „1989“ abgeliefert. Danke Herr Gaitsch, für eines der besten AOR Alben, welches je erschienen ist!!!!! Bitte, liebe Leute, kauft dieses phantastische Werk und lasst der Band dadurch, wenn auch verspätet, die gebührende Anerkennung zukommen! 10 Points und ich kauf mir vorsorglich schon einmal eine Familienpackung Windeln, denn das Album wird mit Sicherheit in meine Alltime Faves Liste aufgenommen und noch sehr oft von mir gehört! Götz
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