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Band: Kilmara Album: Don't Fear The Wolf Spielzeit: 63:47 min. Plattenfirma/ Vertrieb: Rising Records/ Cargo Homepage: http://kilmara.com oder http://myspace.com/kilmara VÖ: 27.05.2011 Wertung: 8,0 von 10 Ich habe die spanische Metal Szene schon seit vielen Jahren aus den Augen verloren und muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich dies auch nicht so tragisch finde. Dies war in der Vergangenheit ganz anders. Ich liebte die ganz großen Bandas del Rock Duro wie BARON ROJO und OBUS. Auch die Speedster von MURO oder die eher rockigen NIAGARA fanden sich hin und wieder in meinem Player wieder. Mir gefiel besonders, dass eine Vielzahl der Bands in ihrer Muttersprache sangen. Mit Bands der zweiten Generation wie MÄGO DE OZ, TIERRA SANTA, DARK MOOR etc. konnte ich hingegen nicht so viel anfangen.
KILMARA kommen aus dem wunderschönen Barcelona und veröffentlichten, schon letztes Jahr, mit „Don't Fear The Wolf“ ihren Zweitling. Mit Rising Records hat sich jetzt ein Plattenlabel gefunden, welches das Album nun regulär in die Regale der Märkte stellt. Anders als noch auf dem Debüt, setzen sie diesmal auf englische Texte und verpflichteten einen neuen Frontmann. Christian Wolfgang Kohl ist nun der neue Mikroakrobat und der einzige Nicht-Spanier in der Gruppe. Ein zweiter Deutscher, der für KILMARA's Album auf der Gehaltsliste stand, ist Roland Grapow (HELLOWEEN, MASTERPLAN). Der Ex – Kürbiskopf zeigte sich für die Produktion von „Don't Fear The Wolf“ verantwortlich und für meinen Geschmack hätte diese ein bisschen klarer ausfallen können.
Die Band besteht aus: Christian “Wolf” Kohl - Gesang Jonathan "Jony" Buhajar - Gitarre, Backing Vocals Kike "Tito Kike" Torres - Gitarre, Backing Vocals Salvador "Salva" Pérez Alonso - Bass Javi "Despisto" Morillo - Drums
Die musikalische Ausrichtung ist ganz klar der traditionelle Heavy Metal. Der Einfluss von IRON MAIDEN ist in den Gitarrenriffs immer wieder deutlich zu erkennen. Als eine weitere Inspirationsquelle muss man ganz klar SAVATAGE nennen. KILMARA klingen trotzdem sehr eigenständig und verfügen mit Kohl über einen exzellenten Sänger. Er verfügt über eine leicht raue, warme und sehr charakteristische Stimme, die er auch bestens einzusetzen weiß. Der Rest der Band spielt solide und an der Leistung gibt es nichts zu bemängeln. Vom Songwriting her bewegt sich die Band im grünen Bereich. Das Material ist recht melodisch und meistens im Midtempo gehalten. Einige Nummern des Albums wissen mich regelrecht zu begeistern und ich bin der Meinung, dass wir eine der besten Veröffentlichungen vorliegen haben, die in den letzten 2-3 Jahren von der iberischen Halbinsel den Weg zu uns gefunden hat. Zugute muss man der Band auch noch halten, dass während der Spielzeit von fast 64 Minuten keine Langeweile aufkommt und man mit „You Won't Live Forever“ und „You Left Without A Reason“ (hört euch einfach mal das tolle Duett zwischen Kohl und der mir nicht bekannten Sängerin an! Gänsehaut pur ist angesagt!!) zwei kleine Hits eingespielt hat.
Nach dem Intro „Inside The Darkness“ legt die Band auch gleich los und zeigt mit dem ersten Teil der Trilogie „The Dark Inside – Don't Fear The Wolf“ was sie drauf haben. Die melodische Metal Nummer verfügt über tolle Gitarrenriffs und ein variables Drumming, die mich ab und an – besonders im Mittelteil – an die EISERNEN JUNGFRAUEN erinnern. Eine wirklich klasse Nummer! „Rock The Night“ geht mehr in Richtung Heavy Rock und Kohl ist für mich der tragende Pfeiler der Nummer, denn musikalisch wird eher durchschnittliche Kost geboten. Richtig überrascht bin ich von der darauf folgende Nummer. „All You Need Is Pray“ überzeugt durch eine geile Gitarrenarbeit und dem guten, aber kurzem Solo. Die wohl beste Nummer der Scheibe, stellt das geniale „Blindfold“ dar. Kohl wächst über sich hinaus und ich habe selten so einen emotionsgeladenen, der Stimmung angepassten Sangesleistung gehört. Das melodische Gitarrenspiel kämpft regelrecht gegen ihn an und duelliert sich an manchen Stellen mit seiner Stimme. Nach dieser Großtat setzen KILMARA auf einen weiteren, sehr starken Track. Der Zweite Teil von „The Dark Inside – You Better Run“ folgt und lässt, wie auch der erste Teil, Erinnerungen an IRON MAIDEN wach werden. Das schnellere „Vampire of Love“ ist meine Nummer! Schnelle Riffs, ein hartes Drumming und ein melodischer Refrain machen diesen Song aus und verleiten zum Headbangen. Auch das Duett, welches sich der deutsche Sänger mit der mir leider unbekannten Sängerin im Mittelteil liefert, ist einfach sehr gelungen. Recht hart treibend und powervoll geht es auf „Let Sadness Be Destiny“ zu. Das leicht orientalisch anmutende Gitarrenspiel am Anfang des Songs ist originell umgesetzt und tritt im Verlauf immer wieder in Erscheinung. Was mir bei dieser Nummer nicht zusagt, ist der teilweise elektronisch verfremdete Gesang. Dies ist zum Glück nur eine kurze Sequenz und den Rest der Nummer bekommt man Kohl's gewohnten und superben Gesang geboten. Leider lässt die Qualität im weiteren verlauf etwas nach. Das „The Deceit“ verfügt über einige moderne Soundelemente, die irgendwie nicht zum restlichen Material des Albums passen und auch der Gesang überzeugt mich bei dieser Nummer überhaupt nicht. KILMARA berappeln sich sehr schnell und der dritte Teil von „The Dark Inside – Show Me The Way“ versöhnt mich wieder. Mit mächtig viel „Wumms“ wird die Nummer dargeboten und erinnert diesmal nicht so stark, wie noch Part I & II, an DICKINSON und Co. Die Gitarrenriffs laden einem förmlich zum Headbangen ein. Absolut geile Nummer und auch der beste Teil des kleinen Epos. Das symphonische Instrumental „Dakujem Castle“ beendet den guten Silberling.
Trackliste: 1. Inside The Darkness 2. The Dark Inside - Don't Fear The Wolf 3. Rock The Night 4. All You Need Is Pray 5. Blindfold 6. The Dark Inside - You Better Run 7. Vampire Of Love 8. Let Sadness Be Destiny 9. You Left Without A Reason 10. You Won't Live Forever 11. The Deceit 12. The Dark Inside - Show Me The Way 13. Dakujem Castle
KILMARA haben mit „Don't Fear The Wolf“ ein wirklich tolles Album eingespielt und wissen mir sehr gut zu gefallen. Ich denke, dass die Band zukünftig noch so einiges reißen wird. Über das musikalische Potential und einem verdammt starken Sänger verfügen sie auf jeden Fall. Sie sollten nur schauen, dass sie beim nächsten Album auf die eine oder andere Nummer verzichten und eine kraftvollere/saubere Produktion hinbekommen.
Fans von IRON MAIDEN, SAVATAGE und HELLOWEEN und alle dem traditionellen Heavy Metal zugeneigten Musikfreunde, sollten den Spaniern eine Chance geben. Verdient haben sie diese allemal.
Aufgrund der Produktionsschwäche und den verzichtbaren Nummern „Rock The Night“, „The Deceit“ und „Dakujem Castle“, gibt es von mir „nur“ 8,0 Punkte. Für mich ist „Don't Fear The Wolf“ un album de puta madre ;-)). Götz
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