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Ab sofort präsentieren wir jeden Montag ab
20.00 Uhr ein redaktionell geprüftes Album mit 3 Songs beim Internet Radio
www-rock-schmiede.de.
DJ Oldwoodstock wird euch außerdem mit weiteren Schmankerln einheizen.

Flyer-Paranoid

Außerdem gibt es jeden Mittwoch ab
 20.00 Uhr einen von uns ausgewählten Song aus einem brandaktuellen Album auf
www.radio-paranoid.net.
In der Heart N Heavy Sendung des großartigen DJ GeneralCuster. Auch hier heißt es unbedingt reinhören!

jolly - the audio guide to happiness
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Band: Jolly
Album: The Audio Guide To Happiness (Part I)
Spielzeit: ca. 46:12 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOutMusic
Homepage: www.jollyband.com oder www.myspace.com/jollyband
VÖ: 28.02.2011
Wertung: 9,5 von 10
Annemie, ish kann nie mih! Ich reiche bei Stefan meinen Gesamtjahresurlaub, ab jetzt sofort, ein. Wenn er sich nicht darauf einlässt, nehme ich halt einen gelben Schein. Oder ich möchte zukünftig eine Gefahrenzulage! Ja Stefan, lass dir was einfallen, aber du kannst mich nicht permanent so erstklassige Veröffentlichungen besprechen lassen. Das macht mein Körper nicht lange mit!
(Ja lieber Götz, Du weißt noch gar nicht, auf was Du Dich hier eingelassen hast, haha - Stefan -)

Das New Yorker Prog Rock/Metal Quartett verbindet Wisschenschaft und Musik. Mit ihrem Debüt „Forty-Six Minutes, Twelve Seconds Of Music“ (welch ein Zufall, der mir vorliegende Nachfolger trumpft genau mit dieser Spiellänge auf) schafften sie es die internationale Presse auf sich aufmerksam zu machen. Sie arbeiteten folgendes Konzept aus ( Auszüge aus dem original Promotiontext zum neuen Album):
“Im gesamten Album finden sich binaurale Töne, die aus einer Kombination
von sanft abweichenden Frequenzen bestehen, die simultan gespielt werden und so die
natürlichen Frequenzen des Hirns erweitern. Wissenschaftliche Forschung hat ergeben, dass
solche Töne Gefühle der Entspannung, Konzentration, Kreativität und Glück erzeugen können,
wenn sie im Kopfhörer erklingen....
Mithilfe ausgiebiger Forschung und Untersuchungen an mehr als 5.000 Klienten konnten JOLLY
die Kunst der Musikproduktion mit soziologischen und neurologischen Daten verbinden und die
Ergebnisse in ein geschlossenes System von vier Phasen überführen. Die ersten beiden Phasen
befinden sich in Part 1 von „The Audio Guide To Happiness“
.

Verzeiht mir bitte, dass ich hier den Promotext verwendet habe, aber ich glaube nicht, dass diese Aussage plausibel und verständlich von einem Laien, der ich nun mal bin, wiedergegeben werden kann.
Ich weiß nicht, ob dies wirklich der Wahrheit entspricht und ist mir eigentlich total egal, denn was für mich zählt ist, dass die Musik mich glücklich macht. Dem Release gelingt dieses Kunststück, egal ob dies jetzt durch wissenschaftliche Unterstützung geschieht.

Jolly sind:
Anadale - Guitar, Vocals
Joe Reilly - Keyboards
Anthony Rondinone - Bass
Louis Abramson – Drums

Der Combo gelingt es durch eine erfrischende Mixtur aus Heavy Rock und Progressive Rock/Metal zu begeistern. Dabei lassen sie Erinnerungen an so großartige Bands wie KING's X und SAIGON KICK wach werden. Die Gesangsharmonien von Anadale erinnern mich des öfteren an die Könige und von der Instrumentalisierung braucht sich der Rest von JOLLY nicht hinter o.g. Vergleich zu verstecken. Das Klangspektrum reicht von leicht nachvollziehbaren Rockern, über vertrackte Songs bis hinzu Genre untypische Tracks, die experimentelle Parts beinhalten. Bei letztgenannten Tracks erfolgen diese Versuche sowohl im gesanglichen, wie auch instrumentalen Bereich und gehen voll auf. Mal wird der Gesang verzehrt und beim nächsten Experiment  wird ein harter, gradliniger Rocker durch befremdlich wirkende, spacige Keyboard Parts angereichert. Abwechslung und Spannung ziehen sich wie ein roter Faden durch „The Audio Guide To Happiness (Part I)”.
Das ganze wird mit einer sehr ordentlichen und modern klingenden Produktion garniert und schafft somit eines der perfektesten und innovativsten Releases des Jahres 2011.

Eins muss klar gesagt werden. Es ist kein Etappenalbum, sprich man sollte es schon in einem Durchgang komplett hören. Erst dann erschließt sich dem Zuhörer die Genialität dieses Albums.

Nach einem knapp einminütigen Intro starten JOLLY auch gleich durch. Ein bis ins Knochenmark hypnotisches und durchdringendes Spiel der Band und Anadales beschwörender Gesang haben einen gleich im Bann. Die weiblichen, schrägen Backing Vocals und ein abgedrehtes Keyboard lassen „Ends where it starts“ zu einem genialen leicht psychedelischen Rocker werden. Das fast schon fröhlich klingend Keyboard lässt „Joy“ starten und der Sänger versucht sich auch an manchen Stellen in höhere Stimmgefilden. Die Rythmussektion spielt dazu recht hart und bietet einen coolen Kontrast zu Keyboard und Gesang. „Pretty Darling“ hat etwas morbides. Der Gesang ist rauchig und verzehrt, das Keyboard klingt wie ein verranztes Kneipenklavier und es kommt eine wieder sehr harte Rhythmusgruppe zum Einsatz. Irgendwie hat der Track einen coolen Swinggroove. Im weiteren Verlauf des Albums stellt sich für mich aber ein ganz klarer Favorit heraus. „Where Everything's Perfect“ ist ein sehr genialer Rocker im Stile von KING's X, bis Anadale die Frechheit besitzt keinen Text mehr zu singen, sondern einfach mal ein „Diladedum, Diladedei“ in einer jazzigen Art und Weise von sich lässt. Nachdem er dies beendet hat wird der Song zu einem Fusion/ Industrial Rocker, um anschließend wieder die beginnende KING's X Songstruktur anzunehmen. Aber so endet der Song nicht, nein, es wird nochmal die bedrohliche Kälte ausgepackt und lässt einen mitgenommenen Zuhörer zurück. Die restlichen Tracks, auf die ich hier nicht eingegangen bin, sind allesamt sehr hörenswert und halten das phantastische Niveau.

Die Gesangsleistung von Anadale ist einfach atemberaubend auf dem gesamten Album und ist es wert, nochmal separat in den Vordergrund gestellt zu werden. Wie ein Zirkusdirektor, der in der Manage steht, führt er stimmlich durch das vielseitige Programm. Er  ist es, auf dem alle Augen – in diesem Falle Ohren -  gerichtet sind und mit Spannung darauf gewartet wird, was er als nächstes anpreist. Seine rauchige, variantenreiche Stimme hat eine hypnotische Wirkung auf den Hörer und lässt mich persönlich nicht mehr los. Ganz klar, Herr Anadale's Organ gehört zweifelsohne zu einer der stärksten Stimmen im Progressive Metal Genre.

Trackliste:

1. Guidance One - 0:53
2. Ends Where it Starts - 5:25
3. Joy - 4:40
4. Pretty Darlin' - 3:51
5. The Pattern - 6:26
6. Storytime - 3:49
7. Guidance Two - 1:02
8. Still A Dream - 5:56
9. Radiae - 4:15
10. Where Everyting's Perfect - 6:11
11.Dorothy's Lament – 3:36
12.Intermission - 0:08

Ich kann jetzt schon sagen, dass es der Band mit dem Zweitling gelungen ist, einen Klassiker auf den Markt zu bringen. Damit reiht sie sich in der Riege der ganz großen Helden des Progressive Metal's ein.
Wenn DREAM THEATER und SPOCK's BEARD nicht achtgeben, wird ihnen ihr vorhandener Rang, einer der besten Genrebands zu sein, von den Bengels ganz schnell streitig gemacht. Das Potential und instrumentale Vermögen besitzen die Jungs auf jeden Fall.

JOLLY ist mit „The Audio Guide To Happiness (Part I) wahrlich ein ausgereiftes, spannendes, kunstvolles und innovatives Meisterwerk gelungen. Man kann sich dem Reiz der Songs nur äußerst schwer entziehen und das Album dürfte den Puls jedes Progressive Rock/Metal Fan auf 180 hochschnellen lassen. Natürlich sind auch Fans eher eingängiger Rocktöne recht herzlich eingeladen, dem 12 Tracker (inklusive Intro und Outro) eine Chance zu geben ;-).

Meine Herren, ich flippe echt aus! Was für eine sensationelle Leistung und diese wird natürlich dementsprechend, mit 9,5 Punkten, honoriert.
Götz
 

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