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Zuerst hat der Sunnyboy aus Kalifornien mit seinem geilen Debüt unsere CLASSIX gestürmt und jetzt ist er noch so ganz nebenbei mit seinem neuen Silbertaler „Livin´ Out Loud“ in unserer Hall Of Fame vertreten. Als dann auch noch das Angebot kam, ein Interview zu machen, habe ich mir das nicht zweimal sagen lassen und hier ist es auch schon:

S.T.; Du vertreibst Deine neue CD selbst, ohne Hilfe einer Plattenfirma. Glaubst Du, dass die Plattenfirmen bald überflüssig sein könnten?

J.L.: Nein, ich denke nicht, dass sie überflüssig werden. Manche Bands brauchen auch weiterhin eine Plattenfirma an ihrer Seite. Nur für meinen Teil denke ich, diese nicht zu brauchen. Ich habe meine Platten in den letzten 10 Jahren über eine Plattenfirma veröffentlicht, aber ich hatte das Gefühl, nicht genügend unterstützt zu werden. Im Endeffekt habe ich nie Geld für meine Arbeit gesehen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich das erste Mal in meiner Karriere Geld für meine harte Arbeit bekomme. Und ich denke, dass auch die Fans es eher mögen, wenn die Kohle direkt in die Tasche des Künstlers fließt anstatt auf das dicke Bankkonto einer Plattenfirma.

S.T.: Die neuen Songs klingen rauer und dreckiger, wo kommen diese Einflüsse her?

J.L.: Ich war schon immer ein Hard Rock Guy, das ist also nichts wirklich neues. Dazu kommt, dass meine anderen Alben schon Jahre zurückliegen und ich heute eine andere Person bin als ich es z.B. 1999 war. Dieses Mal wollte ich noch mehr ein Album, das einfach nur rockt. Es sind zwar auch ein paar ruhigere Momente auf dem Album, aber zum Großteil sind es einfach „Good Time Rock Songs“! Ich kann das Album nicht „Livin´ Out Loud“ nennen und dann habe ich lauter Balladen drauf. Das funktioniert natürlich nicht, das wäre schlicht und ergreifend die falsche Werbestrategie, haha.

S.T.: Auf Deiner Myspace-Seite bezeichnest Du Dich und Deine Bandmitglieder schlicht mit „Johnny Lima & Friends“. Erzähl uns doch bitte was über Deine Freunde.

J.L.: Mit Craig Takeshita arbeite ich schon seit der 99er Scheibe „Shine On“ zusammen, er war natürlich der erste, den ich gefragt habe, ob er nicht ein paar Solos zur neuen Scheibe beisteuern möchte. Ich wollte aber auch etwas Neues probieren, sozusagen frisches Blut in meinen Sound integrieren. Daraufhin habe ich mit Danny Danzi und Christian Wolff Kontakt aufgenommen, beide haben spontan zugesagt. Alle drei haben einen wirklich fantastischen Job gemacht und ich bin sehr froh, dass ich mit ihnen zusammenarbeiten durfte.

S.T.: Dein Debütalbum wurde 1996 veröffentlicht. Welches Ziel hast Du damit verfolgt, eine Melodicrock-Scheibe zu einem Zeitpunkt zu machen, an dem diese Art von Musik praktisch tot war?

J.L.: Ja, Melodic-Rock war wirklich tot. Die ganze Szene brach auseinander und ich war einer der einzigen, der trotzdem solche Musik gemacht hat, haha. Aber ich habe nie irgendwelche Trends begleitet. Sie kommen und gehen. Wenn Du Musik machst, die aus Deinem Herzen kommt, ist es egal, was gerade angesagt ist. Die Leute merken so etwas und es zahlt sich aus, wenn man ehrlich ist. Ich denke sogar, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist. Ich habe niemals meinen Sound geändert, um mich in irgendeiner Weise anzupassen. Das Einzige, was ich oft geändert habe, war mein Look, aber den habe ich garantiert nicht wegen ein paar mehr verkauften Platten geändert, sondern weil ich selbst gelangweilt davon war.

S.T.: In Deutschland sieht es danach aus, als wären die Zeiten für Melodicrock wieder etwas besser geworden. Kannst Du mir diesbezüglich etwas aus Deinem Heimatland berichten?

J.L.: Auch hierzulande wird Rockmusik wieder mit anderen Augen gesehen. JOURNEY verkauft wieder die großen Arenen aus, MÖTLEY CRÜE ist wieder groß. Das Interesse der Leute an Rockmusik ist so groß wie schon lange nicht mehr. Das musikalische Klima ist einfach gut für diese Richtung. Ich bin auch gespannt, was die Zukunft diesbezüglich für mich bereithält.

S.T.: Wie denkst Du darüber, dass Dein lange vergriffenes Debütalbum bei Ebay und Co. horrende Preise erreicht hat?

J.L. Auf der einen Seite schmeichelt es mir natürlich, dass die Scheibe manchen Leuten bis zu 80$ wert ist. Aber es macht mich traurig, dass einer meiner Fans so viel Kohle hinblättern muss, nur um dieses Album zu bekommen. Die gute Nachricht ist, dass ich bald eine Neuauflage pressen werde und die Fans nicht länger solch hohe Preise zahlen müssen. Kein Album ist 80$ wert.

S.T.: Du hast jedem, der Deinen Newsletter abonniert hat, einen Song („Nowhere Left To Go“) als mp3 geschenkt. Gibt es denn noch mehr Überbleibsel vom neuen Album oder auch von den älteren Scheiben?

J.L.: Ja, es gibt 2 Songs, die für „Made In California“ gedacht waren, aber nicht verwendet wurden. Du kannst sie auf meiner Homepage als Download kaufen. Dann gibt es noch einen Song, der sich „Naturally Beautiful“ nennt und während der Sessions zum neuen Album entstanden ist. Den gibt es zwar im Moment noch nirgends, aber vielleicht werde ich ihn auch an diejenigen verschenken, die meinen Newsletter abonnieren. Wenn Ihr also noch nicht dabei seid, könnt Ihr das gerne auf www.johnnylima.com tun.

S.T.: In vielen CD-Reviews wirst Du mit BON JOVI verglichen. Bist Du es nicht schön langsam leid, immer wieder dasselbe zu hören?

J.L. Hm, ja und nein. Für mich ist JON BON JOVI einer der größten Sänger und Songwriter unserer Zeit. Mit ihm verglichen zu werden ist also eine große Ehre. Andere Leute haben mich aber einen BON JOVI Klon bezeichnet und das finde ich natürlich nicht so toll. Ich versuche ja nicht, nach ihm zu klingen. Meine Stimme ist etwas, womit ich geboren bin. Diese Stimme zu haben ist ein Geschenk, aber manchmal kann es auch ein Fluch sein. Aber es ist nun mal meine Stimme, und die benutze ich auch. Wenn sie einem gefällt, super, wenn nicht, dann sollen sie verdammt noch mal was anderes hören. Mir ist das egal.


S.T.: In der letzten Zeit hast Du einige andere Bands wie DIRTY PENNY oder FREAKSHOW produziert. Ist das die Art von Arbeit, die Du bevorzugst oder bastelst Du lieber an Deinem eigenen Material rum?

J.L.: Ich bevorzuge alles, was mit Musik zu tun hat. Ob ich nun an meinem eigenen Album arbeite oder an dem eines anderen. Ich liebe es, im Studio zu sein. Das ist der Platz, an dem ich mich am wohlsten fühle. Und ich werde natürlich damit fortfahren, mit anderen Künstlern an deren Alben zu arbeiten, da es mir Spaß macht und es ist schön, damit Geld verdienen zu können.

S.T.: Ich kann mich nicht erinnern, JOHNNY LIMA jemals auf deutschen Bühnen gesehen zu haben. Gibt es denn eine Chance, auch das neue Material live erleben zu können?

J.L.: Ja, eine Chance gibt es immer. Natürlich kann ich nicht in einer leeren Halle spielen. Da müssen mir die deutschen Fans etwas helfen indem sie mein Album kaufen und mich damit etwas bekannter zu machen. Wenn die Verkäufe in Deutschland gut sind, werde ich ganz sicher kommen und spielen. Aber ich denke nicht, dass mich ein Promoter buchen würde, wenn die Verkäufe schlecht sind. Es kommt also darauf an, wie populär ich in Deutschland bin, und da kann mir natürlich jeder helfen und seinen Freuden von meiner Musik erzählen.

S.T.: Du bist gerade dabei, Deine Homepage umzugestalten bzw. neu aufzubauen. Kannst Du mir ein wenig über die geplanten Features erzählen?

J.L.: Nun, im Moment ist sie wirklich sehr spartanisch. Der Store ist nun offen, was für mich das wichtigste war. Ich werde neue Features hinzufügen, sobald die Zeit es zulässt. Aber ich plane keinen Vergnügungspark. Die Seite wird sehr klassisch aufgebaut sein, da ich diese Plattform in erster Linie dazu verwende, um meine Musik zu verkaufen. Natürlich wird es auch ein Platz sein, um immer das Neueste von mir zu erfahren und alles über die Alben zu erfahren, die ich bis jetzt veröffentlicht habe.

S.T.: Welche CD hörst Du denn gerade in Deinem Auto? Welche Musik hörst Du am liebsten, wenn Du am cruisen bist?

J.L.: Im Moment habe ich die neue DIRTY PENNY im Auto um die Mixe zu checken, die ich gerade fertig gestellt habe. Normalerweise höre ich Musik über meinen IPod, den ich ans Autoradio anstöpseln kann. Ich liebe die neue von THE RASMUS, „Livin´ Without You“ ist der beste Song, den ich seit langem gehört habe. Ich habe mir auch die neue GREEN DAY-Scheibe zugelegt und, nicht zu vergessen, die zwei Alben von THE POODLES. Ich mag diese Band wirklich sehr.

S.T.: OK, kannst Du mir zum Schluss noch diese 5 kurzen Fragen beantworten?

1. Was war die erste LP/CD, die Du Dir gekauft hast?

J.L.: KISS – Alive

2. Und die letzte?

J.L.: THE POODLES

3. Wann bist Du das erste Mal mit Rockmusik in Verbindung gekommen?
J.L.: Als ich vier Jahre alt war und KISS im Fernsehen gesehen habe.

4. Wenn Dir jemand 1 Million $ schenken würde, was würdest Du damit tun?

J.L.: Ich würde das Geld zur Bank bringen und genauso weitermachen wie bisher.

5. Was war der Höhepunkt Deiner Karrier?

J.L.: Da gibt es einige. Als ich zweimal in England auftreten dufte, dass mein Song bei der ABC-Show „The Nine“ verwendet wurde, oder dass meine neue CD bei CDBaby 4 Wochen am Stück in der Topseller-Liste vertreten war.

S.T.: Für den Fall, dass Du gerne etwas an die deutschen Fans und die Leser unseres Webzines loswerden möchtest, ist jetzt der richtige Zeitpunkt:

J.L.: Ich möchte mich ganz herzlich für Eure Unterstützung bedanken. Wenn Ihr bei Myspace seid, schaut doch mal vorbei und sagt „Hallo“. Meine Seite ist www.myspace.com/johnnylima . Und vergesst nicht, meinen Newsletter auf www.johnnylima.com zu abonnieren, damit Ihr immer auf dem Laufenden seid. Peace & Love!

S.T.: OK, danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um meine Fragen zu beantworten, ich hoffe, Du hast Dich nicht allzu sehr gelangweilt

J.L.: Danke, Stefan! You Rock!

 

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