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Band: James LaBrie Album: Static Impulse Spielzeit: 50:54 Plattenfirma/Vertrieb: Inside Out Music Veröffentlichung: 30.09.2010 Homepage: www.jameslabrie.com Wertung: 8 von 10 Der Dream Theater-Frontmann beglückt uns hier mit seinem zweiten Solowerk in Kolaboration mit seinem Schreibpartner und Keyboarder Matt Guillory, abgesehen von den aus rechtlichen Gründen unter der Flagge "Mullmuzzler" veröffentlichten zwei Scheiben. Im Gegensatz zu DT serviert uns der Kanadier hier eher straighten Metal mit gewohnt melodiösem Gesang und rudimentär vorhandener Prog-Attitüde, die seine musikalische Herkunft stellenweise immer wieder durchscheinen lassen. Apropos Gesang: In der ersten Strophe des Openers "One more Time" erschrickt der geneigte AOR-Hörer zunächst angesichts einer Growl-Attacke, die die Vermutung nahelegt, der Protagonist habe sich eines operativen Eingriffs zur Verlängerung der Stimmbänder unterzogen. Ein Blick ins Booklet entspannt uns dann wieder ein wenig: es ist Drummer Peter Wildoer, der für die auf dem Album immer wiederkehrenden Growl-Einlagen verantwortlich zeichnet. Ist sicher Geschmackssache, für manchen klingt's ein bißchen bemüht modern. Es drängt sich einem sofort das Bild des Muppets-Schlagzeugers "Das Tier" auf. Besser gefallen mag, wenn Kevin James LaBrie himself das Zäpfchen schnarren läßt und von seinem glasklaren Tenor in rauheres Timbre wechselt. Macht er hier auch öfter als bei seinen New Yorker Arbeitgebern, bei denen er ja meist für die lieblicheren Passagen im Viervierteltakt inmitten all der Instrumentalartistik zuständig ist. Track No.2 "Jekyll Or Hyde" war wohl so mal als Single-Auskoppelung gedacht, wird es aber wohl nicht ganz in die Bayern3-Charts schaffen. Gottseidank. Schöner Song mit nicht ganz neuer textlicher Bezugnahme, geteilt durch virtuose Sechzehntel-Soli. Bißchen schade, daß man Keyboard- und Gitarrensoli auf der Platte wegen der Soundauswahl schlecht unterscheiden kann. Nichtsdestotrotz sehr gutes Handwerk, alle Instrumentalisten spielen blitzsaubere synchrone Rhythmus-Attacken bei oft beeindruckenden Tempi, alles druckvoll und durchsichtig gemixt und gemastert von Jens Borgen im Fascination Street Studio in Schweden. So muß konserviertes Metall klingen! Gitarrist Marco Sfogli aus Bella Italia bedient unsere Ohren mit kernig gedoppelten, tiefergestimmten Riffs und greift wohl des öfteren auch mal zur Siebensaitigen. Am Bass ergänzt Ray Riendeau, der schon bei Rob Halford auf dem Gehaltszettel stand, die Soundcollage um solide Achtel und hübsche Läufe.
Für Dream Theater Fans eh obligatorisch und für alle, die auf melodiösen, abwechslungsreichen Metal stehen eine unbedingte Kaufempfehlung.
P.S.: Wäre "Das Tier" (s.o.) nicht eine Empfehlung für den freigewordenen Schlagzeugposten bei DT?
Thomas
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