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Anno 1988, Tatort: Tischtennisplatte auf dem Schulhof, Marschverpflegung: Palette Hansa Pils und 5 gestopfte Kippen, die aus dem Kontingent des Vaters „ausgeliehen“ wurden, technische Ausrüstung: Kassettenrecorder der Schwester, Audiomaterial: MOTÖRHEAD, INFERNO, NUCLEAR AUSSAULT, IRON MAIDEN und DEAD KENNEDYS, Auditorium: der Trötti und seine besten Freunde „der INGE“ und „der USCHI“, Frisur: ähnlich wie Jake Harper (der leicht übergewichtige Neffe in „Two and a half men“), Outfit: VENOM Shirt, Röhrenjeans und Chucks … Mensch waren das noch schöne Zeiten und der vorliegende Silberling, der schwedischen Rabauken IRON LAMB, lässt uralte Erinnerungen wieder wach werden. Mit ihrer verdammt frischen und rotzigen Mischung aus Metal und Punk können die Herren einige Pluspunkte bei mir sammeln. Nichts da mit moderne/ zeitgemäße Mucke, sondern schön nostalgisch, rau und mit viel Herzblut gehen die Jungs an die Sache heran und sollten, alle Anhänger des derben Rock 'n' Roll, ansprechen.
Das Krachkommando besteht aus Bandmitglieder (teilweise auch Ex-Member) der Bands DISMEMBER, BOMBSTRIKE, REPUGNANT, GHOST etc.. Grga Lindström – Gesang (Ex – REPUGNANT) Johan Wallin – Gitarre (GENERAL SURGERY) Daniel Ekeroth – Bass (TYRANT) Thomas Daun – Schlagzeug (DISMEMBER)
IRON LAMB beweisen vielen ihrer Kollegen, die sich auch dem Rotz Rock auf die Fahne geschrieben haben, wie dieser zu klingen hat und lassen die Konkurrenz wie müde, schlaffe Waschlappen aussehen. Es ist einfach super herrlich anzuhören, wie die Jungs ungeniert darauf losbollern, Spaß an ihrem Sound haben und ihre erdigen Kracher auch noch mit witzigen Ideen versehen (hört einfach einmal das MOTÖRHEAD Cover „Poisen“). Ihr Punk 'n' Roll ist mit einer sehr ordentlichen Portion früh '80er Jahre Metal angereichert und so manche Gitarrenrhythmen lassen Vergleiche mit IRON MAIDEN zu. Des weiteren wird man immer wieder an die KENNEDYS, Bands aus dem Crust Genre und LEMMY's Combo erinnert. Bei „The Original Sin“ geht es auch nicht darum innovativ und filigran ans Werk zu gehen, sondern hier wird auf hohem Niveau gepoltert und den Vorbildern die Ehre gehuldigt. Auch die urwüchsige Produktion von Hannah Sahlberg passt wie die Faust auf's Auge.
Gleich zu Beginn läßt die All Star Combo die Punk Sau mit „Rotten Wood“ raus und bewegt sich hin und wieder im Crust Bereich. Die Nummer kommt sehr räudig aus den Boxen und gefällt mir verdammt gut. Mit dem Titeltrack zelebrieren IRON LAMB astreinen, von MOTÖRHEAD inspririerten, Rock 'n' Roll, der verdammt mitreißt. „Dubios Preacher“ geht in die Richtung des Openers, wobei der Song mich nicht wirklich vom Hocker haut. Beim Cover „Poison“ geht mächtig die Post ab und wird astrein interpretiert. Als kleinen Gag haben sich die Jungs noch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Am Schluss des Songs tönt ganz frech „Smoke On The Water“ aus den Boxen. Eine tolle, an die KENNEDYS erinnernde Punk Nummer ist der Track „Suicide“. Hätte meine Freundin nicht gerade fluchtartig das Wohnzimmer verlassen, ich hätte sie mir geschnappt und einen Pogo gestartet. Das schnelle und Rock 'n' Roll – artige „Dead Inside“ schließt den rundum gelungenen Silberling würdig ab.
Wer auf Melodien/ feine Harmonien, progressive Elemente etc. wert legt, sollte unbedingt die Finger von „The Original Sin“ lassen! Hier regiert räudiger Punk 'n' Roll, wie er prolliger und urwüchsiger nicht sein kann. Einfach ein klasse Album, dass mich total begeistert hat und alle aktuellen Rotz Rock Bands in ihre Schranken verweist.
Ganz fiese und fette 9 Punkte.
Götz
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