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Ingrimm - Todgeweiht

Band: Ingrimm
Album: Todgeweiht
Spielzeit: 44:25 min
Plattenfirma/ Vertrieb: Black Bards Entertainment
Homepage: www.ingrimm.com
VÖ: 07.11.2008
Wertung: 7
Ingrimm, vom Zorn geschaffen
Ingrimm, Lieder sind Waffen
Ingrimm, die Saat ist ausgebracht
Der Ingrimm ist erwacht


INGRIMM, das sind Frontmann Stephan Zandt, Alex Haas an der Gitarre, Christian "Hardy" Hadersdorfer - Sackpfeife und Drehleier, Robert Ruidl am Bass und Klaus Rosner am Schlagzeug aus Regensburg .Nach Bands wie SCHANDMAUL, SUBWAY TO SALLY oder IN EXTREMO denkt man sich vielleicht: Oh nein, nicht schon wieder so eine Mittelalter-Band. Doch INGRIMM ist anders: sie klingen härter als ihre Kollegen, aber schaffen es trotzdem, die Songs mit Melodien zu unterlegen, die geradezu nach Ohrwurm schreien. Und ja, dabei darf natürlich der Dudelsack nicht fehlen.

Gegründet wurde die Band vor fünf Jahren von Sänger Stephan Zandt, damals noch unter dem Namen "Igni et Ferro". Die erste Promo CD "Feuertaufe" entstand 2006. Bereits ein Jahr später folgte das erste Album: "Ihr sollt brennen" und wurde sowohl von Presse als auch Fans gelobt. Es folgten erfolgreiche Auftritte auf wichtigen Open-Air-Festivals, wie zum Beispiel das Wave Gotik Treffen, Hexentanz 2008 oder das Hörnerfest. Die wachsende Fangemeinde und die positiven Kritiken von Seiten der Presse machten INGRIMM zur Newcomer-Band im Mittelalterrock 2007/08. Außerdem wurde ihnen dieses Jahr die Ehre erteilt, auf dem Wacken Open Air als Headliner der „Mittelalter-Stage“ mitzuwirken. Es läuft also alles wie am Schnürchen für die Regensburger. Und jetzt haben sie schon wieder ein neues Album fertig. Es trägt den bedeutsamen Namen “Todgeweiht” und wurde im Aexxys-Art Studio aufgenommen. Im Vergleich zum ersten Album ist es um einiges härter. Anzumerken sei noch, dass die einzelnen Mitglieder der Band sehr routiniert an die Musik herangehen, haben sie doch alle schon Erfahrung in diesem Bereich gesammelt.

Schon der Eingangssong “Vogelfrei” ist ein Beispiel für die härtere Richtung bei INGRIMM. Nach einem kurzem melodiösem Intro, in dem vor allem die Drehleier hervorsticht, folgt die erste Strophe. Das Tempo, das hier vorgelegt wird, ist schon sehr ordentlich. Der Refrain bietet für alle Sanges-Willigen die Gelegenheit mitzusingen oder zu gröhlen und macht einfach Lust auf mehr.
Mehr bekommt man bei “Krieger”. Hier rumpelt das Schlagzeug schon zu Beginn sehr kräftig. Während der Sänger beim Refrain wieder zu singbarer Melodie übergeht, umspielt die Drehleier den Part als Rhythmusinstrument.
Der dritte Song des Albums mit dem Titel “Ingrimm” beginnt sehr rockig und ist vielseitig gestaltet. Stimmlich erinnert der Eingangsschrei an Dany Filth, den Sänger der britischen Black-Metal Combo CRADLE OF FILTH. Weiter geht’s mit einem langsameren Part, bei dem man einfach headbangen muss, ob man nun will oder nicht. Das flotte Gitarren-Solo, das nach dem Refrain kommt, wird von einem ebenso flotten Dudelsack-Solo abgelöst, dem ein kurzer Bass-Break folgt.

“Todgeweiht” startet zunächst mit dem Dudelsack, der den Refrain vorstellt. Dann geben die Gitarren das Tempo vor: geradezu aggressiv spielen sie gegeneinander. Der Refrain ist dann wieder sehr liedhaft gehalten, so dass man die Melodie nach mehrmaligem Anhören auf Anhieb mitsingen kann.

Besonders interessant ist der nächste Song “Der letzte Tanz” gestaltet, der mit dichten Gitarrenklängen beginnt. Im Refrain hört man ganz ungewohnte Klänge von Sänger Stephan. Während er in den Strophen noch böse und  wild in typischer Metal-Manier ins Mikro knurrt, verwandelt er sich beim Refrain zur Rockröhre, wie man es zum Beispiel vom IN EXTREMO Sänger Micha kennt: tanzt, tanzt, hört nicht auf. Vor allem bei dem Wort „hört“ wird sich der ein oder andere Zuhörer wundern, wie der Sänger es schafft, solche Töne hervorzubringen.
“Teufelsweib” ist womöglich das Härteste, was man in der Mittelaltermetal-Szene momentan vernehmen kann. Dabei dürfen die aggressiv gespielten Gitarren von vorher natürlich nicht fehlen. Der Dudelsack-Part ist hier geringer als in den vorigen Songs. Der Refrain wirkt durch die Shouts von Gitarrist Alex noch raffinierter gestaltet. Blastbeats und Doublebass dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Song Nummer 7 klingt mit seiner Anfangsmelodie, gespielt von der Drehleier und Bass, zunächst ruhig und harmlos. Doch dann setzen Gitarre und Doublebass ein, was den typischen Metal-Sound hervorbringt. “Deus lo vult” wird geshoutet, was so viel heißt wie: Gott will es. In “Narrentraum” werden die Kreuzzüge thematisiert, bei denen im Namen Gottes sogenannte Ungläubige ermordet wurden. Musikalisch gesehen ist es weitaus melodiöser als seine Vorgänger.
Der nächste Song, die einzige Ballade des Albums, ist der “Der Stern”. Doch handelt es sich hier nicht etwa um ein schmachtendes Liebeslied. Es wird vielmehr ein Thema angesprochen, das Sänger Stephan sehr am Herzen liegt, ist er doch Vater zweier Kinder. Er singt von der Gewalt und Misshandlung gegen Kinder - die Schwächsten der Gesellschaft. Der Song bildet mit seinem ruhigen Tempo und langgezogenen Gitarrenpassagen einen Kontrast zu den sonst eher schnellen und technisch ausgereiften Songs und stimmt mit seinem traurigen Thema zum Nachdenken an. Typisch mittelalterlich klingt der nächste Song. Der Refrain wird gleich eingangs vom Dudelsack wiedergegeben. “Sündig Fleisch” ist wieder im schnellen Tempo gehalten und durch die aggressiven Gitarren sehr düster angehaucht.
Der zehnte Song “Rot” beginnt ebenfalls mit einem kurzen Dudelsack-Intro. Dann folgt eine Art Sprechgesang, der beim zweiten Mal vom Bass begleitet wird. Die Gitarrenbreaks sind liebevoll gestaltet und erinnern an Vivaldi´s “Vier Jahreszeiten”. INGRIMM scheint ein besonderes Talent für Ohrwürmer zu haben, denn der Refrain ist wie bei vielen Songs von den Regensburgern, sehr eingängig.
Der letzte Song beginnt zur Abwechslung mit einem kurzen Drum-Part und wird durch eine Dudelsackmelodie fortgesetzt. Schon beim ersten Mal anhören spürt man, dass es der Band Spass gemacht hat, diesen Song mit dem Titel “Diaboli” zu spielen und aufzunehmen. Auch wieder rockig angehaucht geben sie hier noch mal alles. Trotzdem ist alles noch ein bisschen ausbaufähig.

Franziska

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