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Wertung: 6,5 von 10

Und wieder einmal mehr kommt aus Skandinavien, genauer gesagt aus Finnland, ein weiteres Stück Rockmusik auf uns zu. Entweder werden dort statt Trolle und Fehen, Musiker gezüchtet, oder das längliche Land mit seinen 1000 Seen und Mücken ist irgendwo zwischen den 80ern und 90ern stehen geblieben, was den Musikgeschmack angeht. Mir soll es recht sein, denn bisher ist mir noch kein Interpret untergekommen, den man zerreißen müßte für das, was er macht.

Jetzt sind Human Temple auch keine Anfänger mehr und bringen mit Halfway to Heartache mittlerweile ihren dritten Longplayer heraus. Und ich muß zugeben, das ich bisher noch nicht sonderlich auf die Nordlichter aufmerksam geworden bin. Es mag sein, das der Gründer und Frontmann Janne Hurme in seiner Heimat eine Art Star ist, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht ganz los, das sich Hurme nicht so recht entscheiden kann, was für eine Richtung er mit diesem Silberling einschlagen möchte. Das ganze ist gut produziert und direkt der Opener "I will follow" geht schon gut ab. Auch die weiteren Songs wie "Bleeding through" oder "Almost there" sind typische Rocksongs im Stile der 80er und 90er Hair-Metalbands, mit viel Melodie und Keyboards. Aber eine eindeutige Richtung tut sich hier nicht auf, auch nicht, wenn man es von einer anderen Warte aus betrachtet und Hurme eventuelle Vielfältigkeit anrechnen möchte, denn dafür sind die einzelnen Titel recht unspektakulär und zu gerade.

Wären da nicht so Ausreißer wie das (Wir-müssen-die Welt-verbessern)-"Our world our time", das mehr schlechte als rechte Fleetwood Mac-Cover von "Little lies" oder das langweilige "Because of you", dann würde ich der Scheibe wirklich eine adäquate Punktzahl geben, da es sich nicht um 0815-Rock handelt, sondern einige Passagen recht ansprechend und verschärfter AOR bis Hard-Rock im Stile der 80er beinhalten. Zum Ende hin wird das Gesamtbild jedoch immer  mehr getrübt, denn mit "She talks to angels" endet der Silberling mit einer Möchtegern-Ballade, die so nichtssagend und vorhersehbar ist, das es mich schon schüttelt und ich das Ende herbei sehne.

Fazit: Ganz nett produziert, mit mehr Tiefen als Höhen, setzt Janne Hurme bei weitem keinen Meilenstein. Das Rad kann man auch nicht neu erfinden, aber hier zwängt sich der Gedanke auf, das der Finne es hier und da versucht - aber leider wie so viele, scheitert...

Jockel

Wertung: 7,5 von 10

Die finnischen Melodicrocker von HUMAN TEMPLE sind mit ihrem zweiten Werk zurück. Einige Line-Up Wechsel haben die Jungs hinter sich und so ist es nicht verwunderlich, dass es doch über 5 Jahre gedauert hat, bis sie den Nachfolger zu “Insomnia” eingetütet haben. Nach wie vor mit von der Partie sind die Gründungsmitglieder Janne Hurme (v.) und Petri Sehto (d.) sowie Harri Kinnunen (b.). Gitarrist Jari Salo, der auf dem Debüt unter anderem auch für Produktion und Mix zuständig war und auch Keyboarder Tony Green mussten ihren Hut nehmen und Platz machen für neue Leute. Ein wenig verwunderlich scheint mir auch, dass zwar mit Jori Tojander ein neuer Tastenmann aufgeführt ist, aber für den Posten des Gitarristen kein neuer Name bzw. eine zuständige Person im Info zu finden ist (aber es sind mit Jani Liimatainen (ex-Sonata Arctica, Cain's Offering), Erkka Korhonen (ex-Urban Tale, Ari Koivunen band) and Vesa Virtanen (Twilight Guardians) einige Gastmusiker auf der Liste, was einiges erklärt). Was mir auch gleich auffällt ist, dass HUMAN TEMPLE auf ihrer neuen Scheibe einen wirklich guten Sound haben, was man ja vom Erstling nicht gerade behaupten kann. Irgendwie zwar unverwechselbar, aber auch ziemlich schlecht. Nicht schlecht dagegen waren damals die 11 Songs, mal sehen wie es auf dem neuen Album aussieht. Nach dem ersten Höreindruck fiel mir schon auf, dass “Murder Of Crows” etwas mehr Abwechslung zu bieten hat. Von ziemlich harten Tönen (“Emily”) über bluesig angehauchte Nummern, wo auch schon mal ne Hammond-Orgel zum Einsatz kommt (“Promised Land”) bis hin zum klassichen Melodicrock (viele der übrigen 8 Songs) ist viel geboten. Wobei mir speziell “Promised Land” supergut gefällt, ein toller Midtempokracher und mit seinen 6:33 min. alles andere als langweilig. Hier kommt der wuchtige Sound der Platte toll zur Geltung. Insgesamt kein Überhammer, aber solide Handwerkskunst mit einigen Höhepunkten, die dem geneigten Melodic/AOR Fan durchaus schmecken wird. So richtige Ausfälle sind aber auch keine dabei und deshalb gibt es aufgrund der tollen Highlights eine wirklich gute Note. HUMAN TEMPLE haben sich auf “Murder Of Crows” definitiv gesteigert und somit gibt es grünes Licht für Euch!
Stefan

HumanTemple_cover

Info

Band: Human Temple
Album: Halfway to Heartache
Spielzeit: 49 min.
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 24.02.2012
Homepage:
www.humantemple.com

Tracklist

1. I will follow
2. Bleeding through
3. Like a beat of a heart
4. Our world our time
5. Almost there
6. Run away
7. Little lies
8. Because of you
9. Misery
10. Some things are never long time ago
11. She talks to angels

 

 
human temple - murder of crows

Info

Band: Human Temple
Album: Murder Of Crows
Spielzeit: ? min.
Plattenfirma/Vertrieb: Escape Music
Veröffentlichung: 22.01.2010
Homepage: www.myspace.com/humantemplefinland

Tracklist

 

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