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Helloween - 7 Sinners - Front
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Band: Helloween
Album: 7 Sinners
Spielzeit: 60:44 min
Plattenfirma/Vertrieb: Dragnet Columbia/Sony Music
Veröffentlichung: 29.10.2010
Homepage: www.helloween.org
Wertung: 9 von 10
HELLOWEEN Deutschlands Power Metal Flaggschiff, mussten dieses Jahr für ihr „Best Of“ im anderen Gewand schon mächtig Prügel einstecken. Ich habe mir das Album „Unarmed“ nicht gegeben und vergleiche das mir nun vorliegende neue Album „7 Sinners“ mit dem Studiovorgänger „ Gambling with the Devil“. Die Band selbst ist nach wie vor unverändert und nachdem es in der langen Bandhistorie, immerhin nun auch schon 25 Jahre. öfters im Besetzungsgebälk gekracht hat, ist nun etwas Ruhe und Beständigkeit eingekehrt. Die Mannschaftsaufstellung liest sich also so, Andi Deris (Gesang), Michael Weikath (Gitarre), Sascha Gerstner (Gitarre), Markus Grosskopf (Bass) und Daniel Löble (Schlagzeug). Ich glaube viel mehr gibt es zur Bandgeschichte auch nicht zu sagen. Wer die Kürbisköpfe nicht kennt, hat die letzten 25 Jahre im Winterschlaf verbracht.
Schauen wir nun also wie uns das neue Werk „7 Sinners“ schmeckt.
Eröffnet wird das Album durch den Track „ Where the Sinners go“. Kraftvoll und düster ist der Opener, er gibt so aber auch die Richtung des Albums vor. Der Chorus ist recht einfach gestrickt und dürfte sofort jeden Metaller ins Ohr gehen. Ich könnte mir den Track auch gut als Eröffnung, der bestimmt folgenden Liveshows, vorstellen.
Danach folgt schon die Frage, die jeder Leser hier mit ja beantworten kann. „Are You Metal“ so der Titel des Tracks. Hier wird die Geschwindigkeit noch mal ein wenig nach oben angezogen, die Härte bleibt aber erhalten, so dass wir es hier mit einer wahren Power Metal Abrissbirne zu tun haben. Andi’s Gesang klingt hier richtig schön aggressiv und die Riffs donnern uns nur so aus den Boxen entgegen. Hier ist Headbanging angesagt liebe Leute. Die armen Nackenmuskeln!
Nach so viel Power ist jetzt bei “Who is Mr. Madman” ein klein wenig Beruhigung angesagt. Ganz so aggressiv kommt das Ganze nicht rüber, aber druckvoll ist es trotzdem noch. Gerade im Chorus wird Schlagzeuger Daniel so einiges abverlangt. Der Junge muss dabei geschwitzt haben wie ein Ochse. Ein richtig geiler Song der auch sofort im Gehörgang und im Hirn des Hörers hängen bleibt.
In eine ähnliche Kerbe schlägt der nächste Track „Raise the Noise“. Schnell, druckvoll, absolut eingängig und mit einem super Chorus ausgestattet. Im Mittelteil gibt es eine kleine Flöteneinlage ala JETHRO TULL. Klasse Nummer!
„World of Fantasy“ präsentiert dann die Kürbisköpfe so wie wir sie kennen und lieben. Starke Melodien, eine gut ausgearbeitete Songstruktur mit dem so typischen Gesang. Alles drin was ein HELLOWEEN Fan liebt und braucht.
Zurück zu den ersten beiden Tracks geht es im Folgenden „Long Live the King“.  Druckvoll und aggressiv geht es durch den Song. Verbunden mit einem Chorus der absolut erste Sahne ist, gehört diese Nummer auch zu den ganz großen Momenten auf „ 7 Sinners“.
Ein weiterer großer Moment erwartet uns beim 9. Track „ If a Mountain could talk“.  Eine Up Tempo Nummer, die ganz klar vom absolute genialen und mitsingbaren Chorus lebt. Zwar werden hier keine Geschwindigkeitsrekorde wie in einigen Songs zuvor aufgestellt, aber das braucht es auch gar nicht. Der Track ist gut so wie er ist und begeistert auf Anhieb.
Das nachfolgende „The Sage, The Fool, The Sinner“ ist eine richtige Hymne geworden welche uns viel Abwechslung, klasse Melodien, knackige Riffs und einen geilen Chorus bietet.
Mit „My Sacrifice“ wird epische das letzte Viertel des neuen Werkes der Kürbisköpfe eingeläutet. Auch dieser letzte Teil weiß durchaus zu überzeugen und rundet das Ganze prima ab.

Anspieltipps:

Hier gibt es eine ganze Menge zu nennen, „Are you Metal“, „Raise the Noise“, „World of Fantasy“ und „If a Mountain could talk“ sind für mich die herausragenden Stücke.


Fazit :

Ein großer HELLOWEEN Fan war ich ja bislang nicht. Bzw. ich habe deren Aktivitäten nicht so richtig verfolgt. Trotzdem muss ich sagen, das neue Album hat mich doch aufhorchen lassen. Super produziert und mit vielen erstklassigen Songs ausgestattet, dürfte das Album am Jahresende bestimmt auf einigen Jahreshitlisten landen. Die Kürbisköpfe überraschen hier auch mit einigen frischen neuen Songideen, haben aber auch altbekanntes am Start, wodurch der neue Diskus für alte wie neue Fans gleichermaßen interessant sein sollte.
Fette 9 Punkte und einen Eintrag in unsere Hall of Fame ist meine Erkenntnis nachdem Genuss von „7 Sinners“.

Trackliste:

01. Where The Sinners Go
02. Are You Metal?
03. Who is Mr. Madman?
04. Raise The Noise
05. World Of Fantasy
06. Long Live The King
07. The Smile Of The Sun
08. You Stupid Mankind
09. If A Mountain Could Talk
10. The Sage, The Fool, The Sinner
11. My Sacrifice
12. Not Yet Today
13. Far In The Future

Julian

 

Helloween - Unarmed

Band: Helloween
Album: Unarmed (Best Of 25th Anniversary)
Spielzeit: 59:11 min
Plattenfirma/ Vertrieb: Sony Music/Columbia
Homepage: www.helloween.org
VÖ: 29.01.2010
Wertung: 6,5 von 10
Zum 25-jährigen Jubiläum machen sich die Hamburger Kürbisköpfe selbst ein Geschenk, indem sie mit namhafter Unterstützung viele ihre großen Hits in völlig neuem Gewand einspielen. „Dr. Stein“ überrascht als Ska-Pop-Song und ist dem Titel entsprechend ohne jegliche Stromgitarren eingespielt. Jawohl. „Unarmed“ bedeutet wirklich den Verzicht auf praktisch sämtliche E-Gitarren. Ungewöhnlich, nicht? Aber waren HELLOWEEN jemals eine gewöhnliche Band? Was erwartet den Fan nun? Ich bin einfach mal faul und zitiere aus der Presseinfo: „...anstatt zum Jubiläum lediglich eine reguläre Greatest Hits-Compilation zusammenzustellen, haben die fünf Bandmitglieder die größten Melodien,..., komplett neu arrangiert....Neben der Percussion-Koryphäe Nippy Noya, dem Akkordeon von FURY's Gero Drnek und der Gitarre von MAFFAY-Gitarrist Andreas Becker kann man … den Saxophonisten Albie Donnelly von SUPERCHARGE ebenso hören wie die HELLSONGS-Sängerin Harriet Ohlsson, den Pianisten Matthias Ulmer sowei das..Prager Symphonieorchester..“ Wie viel HELLOWEEN bleibt bei so vielen Gastmusikern übrig? Nicht all zu viel. „If I Could Fly“ ist tatsächlich fast schon ein Lounge-Pop-Song geworden, „Eagle Fly Free“ als Duett zwischen Deris und Ohlsson ist in meinen Augen einfach schrecklich geworden, da fehlt jeglicher Esprit der Originalversion. Ich habe nichts gegen Neuinterpretationen, schließlich gehört das RAGE Album „Lingua Mortis“ praktisch zu meinen All-Time Faves, doch es macht nicht bei jedem Song Sinn. Und das ist die entscheidende Crux bei „Unarmed“. Manche der Songs („Keeper-Trilogy“, „Dr. Stein“, „Future World“) sind auch in der neuen Version hörenswert, andere wiederum nicht („Eagle Fly Free“, „Perfect Gentleman“ - langweilig, „I Want Out“ - Kinderchöre sind zuviel!). Was bleibt ist eine Jubiläums Album, das für die Musiker selbst bestimmt toll gewesen ist, manche Fans werden aber entsetzt mit den Augen rollen. Ich entscheide mich für die goldene Mitte.

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