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Band: George Lynch Album: Kill All Control Spielzeit: ca. 52:00 min. Plattenfirma: earMUSIC Veröffentlichung: 24.06.2011 Homepage: www.georgelynch.com WERTUNG: 5,5 von 10
Als mir Stefan einige Promo's zugeschickt hat und ich das Päckchen geöffnet habe, bin ich mal wieder komplett ausgeflippt, purzelte doch die neue GEORGE LYNCH Soloscheiblette heraus. Irgendwie keimte für ein paar Momente die Hoffnung auf, dass sich der gute GEORGE auf seine glorreiche Zeit mit DOKKEN besonnen hat und uns wieder ein richtig geiles Hard Rock Album um die Ohren haut. Ich würde mich ja auch mit einem Album vom Kaliber des LYNCH MOB Debüts, damals mit ONI LOGAN als Sänger, zufrieden geben. Hmm, ein neues LYNCH MOB Album erscheint wohl erst zum Ende des Jahres, also war ich gespannt wie ein Flitzebogen, was mich auf „Kill All Control“ erwarten würde.
Eines kann ich schon einmal vorweg nehmen: LYNCH setzt eher seine eigenen musikalischen Ideen um, als an seinem Ex-Arbeitgeber zu erinnern und beschreitet teilweise auch ungewohnte, experimentelle Pfade.
Bei seinem neuen Solostreich greift der Saitenhexer auf einige Gastmusiker zurück, die ihm bei der Umsetzung seiner Ideen behilflich waren. Dazu gehörten u. a. JERRY CANTRELL (ALICE IN CHAINS) und FRED COURY (CINDERELLA). Den Platz hinter dem Mikro teilten sich gleich mehrere Herren. So liehen folgende Barden den Songs ihre Stimme: Will Martin (EARSHOT) Marq Torien (BULLET BOYS) Keith St. John (MONTROSE) London LeGrand
Eine einheitliche musikalische Ausrichtung lässt sich auf „Kill All Control“ nicht wirklich ausmachen, eher erinnert das Ganze an einen Potpourri aus Hard Rock, Alternative Rock und einigen modernen Soundelementen. Die Produktion ist auf einem anständigen und sauberen Niveau und lässt keine Wünsche offen. Auch die mitwirkenden Musiker erledigen einen guten Job. Und trotzdem haut mich der aktuelle Solostreich von GEORGE LYNCH nicht um. Dies liegt an der schwankenden Qualität der Mikroartisten und des Materials. Die typischen klassischen Rocker sind für meinen Geschmack in der Minderheit und LYNCH setzt für mich zu sehr auf Alternativ/ Modern Rock Parts. Diese wirken einfach befremdlich und hemmen den Hörgenuss ungemein. Das Songmaterial wirkt erschreckend flach und kann mich zum größten Teil überhaupt nicht überzeugen. Zu wenige songwriterische Highlights sind auf dem Album vertreten und wenn die Songs zu zünden „drohen“, kommt von der eher mittelmäßigen Gesangsfront, meistens ein kleiner Dämpfer. Da kann der Ex-DOKKEN Gitarrist, auch mit seinem gewohnt erstklassigen Spiel, nicht mehr viel aus dem Feuer holen. Es ist kaum zu glauben, dass es sich hierbei um den selben GEORGE LYNCH handelt, der maßgeblich an den großen DOKKEN Erfolge beteiligt war.
Als Anspieltipps empfehle ich den Opener/Titeltrack, „Fly On The Wall“, „Rattlesnake“, „Here Comes The Sun“, das Instrumentalstück „Son Of Scary featuring FRED COURY (CINDERELLA) – soll wohl die Weiterführung des göttlichem „Mr. Scary“ vom „Back For The Attack“ Album sein – und der Rausschmeißer „Got It Alone“.
Bei diesen Songs schimmert wenigstens das songwriterische Talent von GEORGE durch und es sind auch die Nummern, die „Kill All Control“ vor der absoluten Bedeutungslosigkeit retten. Bei einer Trackanzahl von 13 Songs ist das natürlich viel zu wenig, um hier von einem guten Album zu sprechen.
Ich bin gerade ein bisschen überfragt, wem ich das Album empfehlen kann! Jetzt habe ich die perfekte Lösung! Die von mir genannten Songs empfehle ich allen Anhängern des klassischen und grundsoliden Hard Rocks, die restlichen Songs meinen Feinden … macht summa summarum ein HALBGARES Soloalbum. In Punkten kommt der gute GEORGE über 5,5 Punkte mit dem Solodingens nicht hinaus. Sehr, sehr schade und ich zünde eine Kerze an, in der Hoffnung, dass wenigstens der LYNCH MOB Output einiges mehr zu bieten hat.
Trackliste:
Kill All Control Done Fly On The Wall Brand New Day Wicked Witch Voices in my Head Resurrect Your Soul Rattlesnake Here Comes The Sun Man On Fire My Own Enemy Son of Scary Go it Alone
Götz
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