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Was macht ein Sänger nachdem er in den 80ern großartige Alben mit MSG eingesungen hat, danach mit SILVER und besonders STATETROOPER geile Rock Alben veröffentlichte, deren der kommerzielle Erfolg leider verwehrt blieb? Richtig, er konzentriert sich auf seine Solokarriere. Genau diesen Weg hat zumindest GARY JOHN BARDEN eingeschlagen, der mit MICHAEL SCHENKER zusammen die ersten 4 MSG Alben zu einem Erfolg werden lies, dann auch das herrliche "To The Power Of Ten" Album für PRAYING MANTIS mit seiner Stimme veredelte und den ich allein dafür großartig finde. Von seinen bisherigen Soloveröffentlichungen konnte mich dagegen nur das 2007er Werk "Love And War" beeindrucken, zu sehr wechselte sich dort Licht und Schatten ab. Um es vorweg zu nehmen, auch "Eleventh Hour" kommt nicht an die Glanzstücke seiner Karriere ran, bietet aber fast durchwegs soliden geradlinig gespielten Hardrock. Hauptsächlich begleitet und auch produziert von seinem Kumpel Michael Voss (MAD MAX, CASANOVA, SILVER etc.) stehen 50 Minuten gepflegte leider auch britisch biedere Unterhaltung an. Während der Opener "Baghdad" völlig an von mir vorbei geht und nicht nur auf Grund des zwar gut gemeinten aber schwachen Textes einen Schuß in den Ofen darstellt, steigert sich BARDEN bei den folgenden "Child Of Sorrow" und dem Gute Laune Rocker "Would You Wanna Do" dann aber doch ordentlich. Allerdings bleibt er nicht nur tempomäßig immer brav im Mittelmaß, auch stimmlich lässt er sich zu keinen großen Höhenflügen mehr hinreißen, mag wohl am Alter liegen. Stücke wie das überraschend düstere "Blackmail" oder das fröhlichere "Shine A Light On Me" machen aber durchaus Spaß und schmeicheln den Ohren. Die Gitarrenfraktion weiß zu gefallen, die Melodien passen, der Groove passt und die bluesige Grundstimmung schimmert ebenfalls durch. Leider haben sich aber auch einige Durchhänger auf "Eleventh Hour" eingeschlichen. "Easy Does It" beispielsweise flutsch auch völlig belanglos aus den Boxen und man wird das Gefühl nicht los: Verdammt schon tausend Mal gehört. Und doch gefällt das britische Understatement, das Grundgerüst passt, und so kann ich es gerne mit einer Motorradtour vergleichen. "Eleventh Hour" ist die Triumph Maschine, die schnurgerade ihren Weg verfolgt, aber ohne so große Emotionen zu wecken, wie es beispielsweise eine Ducati oder Moto Guzzi tun würden.
Markus
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