Schwein schwarz copy klein Rockingboy Banner
gangloco

Selten hat mich in letzter Zeit eine neue Band so überrascht wie die Jungs von GANG LOCO aus Hamburg. Deren Debüt "No Better Tomorrow" lebt nicht nur durch ein eigenwilliges Artwork (worüber ich natürlich mit den Jungs reden wollte), sondern auch durch einen gelungenen eigenständigen Sound. Da die Infos aus dem Booklet ebenfalls eine sehr vielschichtige Band präsentierten, musste ich natürlich mehr erfahren. Umso schöner war es dann, als Mastermind Gale Anderson sich die Zeit nahm und meine ihm gemailten Fragen sehr ausführlich beantwortete.
 

M.R.: Erzählt doch bitte etwas über den Werdegang der Band. Schließlich ist "No Better Tomorrow" euer Debüt.

G.A.: So um 2001 herum traf ich die Entscheidung die Band Gang Loco zu gründen .Zusammen mit meinem Schlagzeuger Nagel hatte ich mich längere Zeit durch Ödniss und Tristesse durchgeschlagen und es war nun endlich der Zeitpunkt das Projekt Gang Loco konkret werden zu lassen .Nachdem wir mit Ulrik und Nico zwei weitere geschlagene Seelen für uns gewinnen konnten , nahmen wir das Demo "Hit the ground " auf , was auf auf hevorragende Kritik stieß und arbeiteten an weiterem Material . In diesem Zeitraum ereilten mich einige harte Schicksalsschläge ,die sowohl Sterbefälle in meiner Familie , den Verlust sämtlicher finanzieller Rücklagen sowie gemeinsten Verat in meinem innersten Freundeskreis zur Folge hatten . Völlig auf mich selbst zurückgeworfen , fand ich in dieser düsteren Spanne meines Lebens zu einer nie gekannten Stärke , was allerdings auch einige Jahre dauerte . Es ist dies das gezielte Hineinsteuern in den Wahnsinn und wieder hinaus , um dann das Prinzip des Kriegers in sich manifestiert zu haben . Die Welt und all ihre Belange haben keine Macht mehr über mich !
 

M.R.: Was steckt hinter The Legend?
 

G.A.: Ich beziehe mich hier auf Quellen , die ich in alten Büchern nachgelesen und dann für meine Belange umgeändert und interpretiert habe . Die Legende wird in jedem Fall fortgesetzt und auch über eine Verfilmung laufen Verhandlungen. Dazu dann demnächst mehr .

M.R.: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Splatterfilmregisseur Andreas Schnaas? Erstens bei "Goblet of Gore"? Zweitens - was hat sich bei "Don't Wake The Dead" verändert im Gegensatz zum 1. Dreh?

G.A.: Zur Zeit als " Goblet of Gore " gedreht wurde , war ich Miteigener des legendären Hamburger " House of Horror " . Hier wurden Masken ,Verkleidungen , Halloweenstuff , Särge und 1000 Dinge mehr für den dunklen Gebrauch feilgeboten., Schnaas war öfter bei uns zu Besuch so , dass irgendwann der Plan zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit reifte . Schnaas übernahm dann die Regie , während das "House of Horror"- Team die Produktion übernahm . Da ga es eine Menge böses Blut und allerlei Freundschaften wurden auf eine harte Probe gestellt oder zerbrachen für immer , so dass der Fim letztlich doch recht thrashig daherkommt und etwas unausgegoren wirkt. Der Streifen soll in diesem Jahr übrigens wieder veröffentlicht werden . Schnaas sprach uns von Gang Loco dann im Nachherein an, ob wir nicht einen Song zum Abspann seines neuen Films " Don't wake the dead " abliefern wollten. Daraus folgte dann die Idee , der Band eine Rolle im Film zu geben . Das neue Projekt ist unglaublich viel aufwendiger, als alles, was Schnaas bisher gemacht hat . Der Film soll irgendwann 2008, ich schätze zum frühen Sommer hin, erscheinen.

M.R.: Das Album wurde von dir deinem Vater, deiner Mutter, deinem Großvater und Steve gewidmet, die alle zwischen 2000 und 2003 starben. Wie verhält sich dies zu den Beiträgen in Splatterfilmen und dem skelettartigen Coverartwork? Besonders da dir dies ja offensichtlich schwer zu schaffen gemacht hat?

G.A.: Es war wie gesagt eine schwere Zeit , aber ich habe dadurch auch an Stärke gewonnen, und auch wenn ich so einen Zustand nicht noch einmal durchlaufen möchte, will ich diese Zeit definitiv nicht missen. Aus deinem Review habe ich schon rausgelesen, dass dir das Artwork nicht zusagt , und das ist ja auch dein gutes Recht. Ich hingegen liebe die Bilder, verbinde viel mit ihnen und sie sagen viel über die Texte aus, die meine Entwicklung in dieser Lebensspanne reflektieren . Viele haben geschrieben , dass sie aufgrund des Artworks eher eine Death-oder Blackmetalplatte erwartet hätten. Das zeigt mir aber nur , wie eng die Erwartungshaltungen im heutigen Musikbuisiness gesteckt sind. Wir spielen Locometal und beugen uns keinen sonst wie gearteten Konventionen. Die nächste CD, die im Frühjahr 2009 erscheinen wird , wird Klarheit darüber verschaffen, was darunter zu verstehen ist .

M.R.: Inwiefern konnte die Arbeit am Album dann als Trauerbewältigung zu verstehen sein?

G.A.: Die Arbeit an den Songs war von unglaublicher Wichtigkeit für mich in dieser Zeit . Sie half mir an Tagen, wo ich nur noch über das Sterben nachdachte, mich dem um mich herum lauernden Irrsinn auf eine kreative Art und Weise zu nähern, und ihm so jeden Schrecken zu nehmen . Am Ende waren wir Freunde. Und das ist auch die wichtigste Lektion, die ich in diesen Jahren gelernt habe : Wehre Dich nicht gegen das Unvermeidliche, sondern nimm es bedingungslos an und mache es zu einem Teil von Dir .

M.R.: Als Hörer hab ich ebenfalls, wie du schon erwähnt hast, auf Grund des Artworks und der Presseinfo doch schwer mit Death oder Thrash Metal gerechnet, umso überraschter war ich vom Ergebnis. Wieso habt ihr gerade diesen Weg eingeschlagen?

G.A.: Ich bin Death- oder Blackmetal durchaus nicht abgeneigt und habe eine große Anzahl von CDs dieser Musikrichtungen in meiner Sammlung, aber das war nie die Musik, die selbst machen wollte. Die Ästhetik hat mir aber immer zugesagt . Wie ich schon gesagt habe, refelktiert das Artwork eher eine bestimmte Geisteshaltung und unsere Einstellung zur Kunst allgemein, als einen Musikstil .Eine große Inspirationsquelle sind auch die Italowestern der 60er und 70 er Jahre. Das wird in der Zukunft noch wesentlich mehr nach außen gebracht .

M.R.: Das Album wurde lt. Info bereits zwischen 2004 und 2005 aufgenommen, jedoch erst jetzt veröffentlicht. Wieso diese Verzögerung?

G.A.: Nachdem ich meine Höllenwanderung hinter mich gebracht hatte, war es nun Nagel, der in ein bodenloses Loch stürzte, und den Kampf mit seinen Dämonen aufnahm. Es war natürlich dumm, dass dies gerade zu einem Zeitpunkt passierte, wo wir die Platte herausbringen wollten, aber so war es eben. Also warteten wir auf ihn. Nagel und ich sind Brüder im Geiste, und es war klar, dass wir den Weg von Gang Loco nur gemeinsam beschreiten konnen .

M.R.: Wie zufrieden seid ihr mit dem bisherigen Presseecho?

G.A.: Das Presseecho ist zu einem großen Teil sehr positiv. Es gibt natürlich auch Verrisse, aber ich bin für den Augenblick sehr zufrieden . Im Geiste bin ich bereits schon mit den Arbeiten am nächsten Album beschäftigt. Hier werden wir dann auch den letzten Zweiflern nahebringen, um was es sich bei dem Begriff " Loco Metal " handelt .

M.R.: Außer der CD Präsentation in Hamburg hab ich noch keine weiteren Liveaktivitäten entdecken können. Was erwartet uns in dieser Hinsicht? Gibt es eine spezielle Zombie-Show oder etwas in der Art?

G.A.: Es wird auf jedem Fall eine Show geben. An den genauen Einzelheiten sind wir noch am Arbeiten. Auf unserer kürzlich stattgefundenen Releaseparty haben wir schon mit ein paar Effekten rumgespielt, wobei aber zu sagen ist, dass wir nicht vorhaben etwas in dem Stil von Gwar zu machen. Es geht primär immer um die Musik .

M.R.: Was habt ihr in Zukunft noch alles vor, um die Legende weiter zu schreiben?

G.A.: Die Legende schreibt uns. Wir sind nur die Mittler . 4 Desperados die in den dunklen Schlund des Abgrunds geschaut haben und selbst zum Abgrund wurden. Wenn es Neuigkeiten gibt, wird die Welt sie erfahren . Zum Beispiel auf unserer Website :
www.gangloco.com. Verlaßt Euch nur auf Euch selbst, findet eure Moral und lebt nach Ihr. Niemand außer Ihr selbst , kann Euch letztlich sagen, was gut für euch ist . Stay loco ! Thanx für das Interview und noch ein spannendes 2008.


Das nenne ich ein würdiges Abschlußwort eines äußerst interessanten interviews. Da bleibt mir ebenfalls nur noch Danke zu sagen und ihr könnt darauf wetten, dass ich im Frühjahr 2009 genau wissen will, was denn Loco Metal so alles beinhaltet. Aber vielleicht sieht man sich vorher noch bei einem schönen Gig.
 

 

gangloco promo
Free Counter

 

 

Follow RockingboyMag on Twitter

 

Schwein schwarz copy klein
Schwarz gif