|
Band: Extreme Album: Take Us Alive Spielzeit: 104:17 min. Plattenfirma/Vertrieb: Frontiers Records/Soulfood Veröffentlichung: 23.04.2010 Homepage: www.extreme-band.com oder www.myspace.com/extreme Wertung: ohne Wertung Leute, wie die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen, als man einem Song, ganz akustisch gehalten, vorgetragen von zwei Jungs, nicht mehr aus dem Weg gehen konnte. Nuno Bettencourt an der Gitarre und Sänger Gary Cherone – Bassist Pat Badger schaltet seinen Amp ab und (der damalige) Schlagzeuger Paul Geary macht auch ne Pause. Das war 1991, eigentlich noch die beste Zeit in der Rockmusik, aber der Umbruch mit starkem Wind aus Seattle war schon im Gange. Nun waren EXTREME nie eine reinrassige Hardrockband sondern eher geprägt von Funk- und vielen anderen Einflüssen. Außerdem war dieser Hit – „More Than Words“ – zwar ihr bekanntestes Stück und innerhalb kürzester Zeit ein Welthit, aber EXTREME hatten bei Weitem mehr zu bieten. Unter uns gesagt, ich konnte „More Than Words“ nie leiden. Vielleicht lag es an der rebellischen Einstellung als Jugendlicher, vielleicht aber auch nur daran, dass es für einen gestandenen Metaller einfach nicht ging, in aller Öffentlichkeit zuzugeben, dass man eine Ballade, die derart ruhig und soft war, zu mögen. Anyway, EXTREME sind weitaus mehr, als dieser eine Hit, denn nicht nur mit ihren ersten 3 Alben waren sie extrem (schönes Wortspiel) erfolgreich und auch das Comebackalbum „Sausades De Rock“ von 2008 hatte Klasse. Die hier vorliegende Livedoppelpackung dokumentiert den Abschlussabend dieser dazugehörigen „Take Us Alive“-Tour in ihrer Heimatstadt Boston, voll mit ihren stärksten Nummern. Schon der Opener „Decadence Dance“ wird von den Fans frenetisch gefeiert. Aber auch „Get The Funk Out“, „Play With Me“, „Hole Hearted“ oder „Rest In Peace“ kommen bärenstark daher. Auf „Take Us Alive“ kommt keine Phase der Band zu kurz, da vom Debüt (u.a. bedacht mit einem Medley aus „Kid Ego“, „Little Girls“ und „Teacher´s Pet“) bis hin zum letzten Album der „alten Zeitrechnung“, dem 1995er „Waiting For The Punchline“, eine ausgewogene Mischung zum Zug kommt. Natürlich dürfen auch neue Songs nicht fehlen: „Comfortably Dumb“, „Star“ oder „Ghost“ sind Beispiele hierfür. Was mir auch gut gefällt, ist der ehrliche und weitestgehend unbearbeitete Sound – hier dürfen auch mal kleine Unschönheiten auftauchen, sehr sympathisch. „Take Us Alive“ zeigt in bestem Maße, dass EXTREME immer noch eine aufsehenerregende Live-Kapelle sind und auch nach 25 Jahren eine Ausnahmestellung in der Rockwelt genießen. Wer auf die audioviuselle Version steht, dem lege ich die ebenso erschienene DVD-Fassung ans Herz. Stefan
|