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Ab sofort präsentieren wir jeden Montag ab
20.00 Uhr ein redaktionell geprüftes Album mit 3 Songs beim Internet Radio
www-rock-schmiede.de.
DJ Oldwoodstock wird euch außerdem mit weiteren Schmankerln einheizen.

Flyer-Paranoid

Außerdem gibt es jeden Mittwoch ab
 20.00 Uhr einen von uns ausgewählten Song aus einem brandaktuellen Album auf
www.radio-paranoid.net.
In der Heart N Heavy Sendung des großartigen DJ GeneralCuster. Auch hier heißt es unbedingt reinhören!

extreme - take us alive

Band: Extreme
Album: Take Us Alive
Spielzeit: 104:17 min.
Plattenfirma/Vertrieb: Frontiers Records/Soulfood
Veröffentlichung: 23.04.2010
Homepage: www.extreme-band.com oder www.myspace.com/extreme
Wertung: ohne Wertung
Leute, wie die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen, als man einem Song, ganz akustisch gehalten, vorgetragen von zwei Jungs, nicht mehr aus dem Weg gehen konnte. Nuno Bettencourt an der Gitarre und Sänger Gary Cherone – Bassist Pat Badger schaltet seinen Amp ab und (der damalige) Schlagzeuger Paul Geary macht auch ne Pause. Das war 1991, eigentlich noch die beste Zeit in der Rockmusik, aber der Umbruch mit starkem Wind aus Seattle war schon im Gange. Nun waren EXTREME nie eine reinrassige Hardrockband sondern eher geprägt von Funk- und vielen anderen Einflüssen. Außerdem war dieser Hit – „More Than Words“ – zwar ihr bekanntestes Stück und innerhalb kürzester Zeit ein Welthit, aber EXTREME hatten bei Weitem mehr zu bieten. Unter uns gesagt, ich konnte „More Than Words“ nie leiden. Vielleicht lag es an der rebellischen Einstellung als Jugendlicher, vielleicht aber auch nur daran, dass es für einen gestandenen Metaller einfach nicht ging, in aller Öffentlichkeit zuzugeben, dass man eine Ballade, die derart ruhig und soft war, zu mögen. Anyway, EXTREME sind weitaus mehr, als dieser eine Hit, denn nicht nur mit ihren ersten 3 Alben waren sie extrem (schönes Wortspiel) erfolgreich und auch das Comebackalbum „Sausades De Rock“ von 2008 hatte Klasse. Die hier vorliegende Livedoppelpackung dokumentiert den Abschlussabend dieser dazugehörigen „Take Us Alive“-Tour in ihrer Heimatstadt Boston, voll mit ihren stärksten Nummern. Schon der Opener „Decadence Dance“ wird von den Fans frenetisch gefeiert. Aber auch „Get The Funk Out“, „Play With Me“, „Hole Hearted“ oder „Rest In Peace“ kommen bärenstark daher. Auf „Take Us Alive“ kommt keine Phase der Band zu kurz, da vom Debüt (u.a. bedacht mit einem Medley aus „Kid Ego“, „Little Girls“ und „Teacher´s Pet“) bis hin zum letzten Album der „alten Zeitrechnung“, dem 1995er „Waiting For The Punchline“, eine ausgewogene Mischung zum Zug kommt. Natürlich dürfen auch neue Songs nicht fehlen: „Comfortably Dumb“, „Star“ oder „Ghost“ sind Beispiele hierfür. Was mir auch gut gefällt, ist der ehrliche und weitestgehend unbearbeitete Sound – hier dürfen auch mal kleine Unschönheiten auftauchen, sehr sympathisch. „Take Us Alive“ zeigt in bestem Maße, dass EXTREME immer noch eine aufsehenerregende Live-Kapelle sind und auch nach 25 Jahren eine Ausnahmestellung in der Rockwelt genießen. Wer auf die audioviuselle Version steht, dem lege ich die ebenso erschienene DVD-Fassung ans Herz.
Stefan
 

extreme - saudades de rock

Band: Extreme
Album: Saudades De Rock
Spielzeit: 67:04 min.
Plattenfirma/Vertrieb: Frontiers Records
Homepage: www.extreme-band.com oder www.myspace.com/extreme
Wertung: 7
EXTREME hatten schon immer ihren eigenen Sound und ihre eigene Art, Musik zu machen. Dazu kommt, dass DER Hit („More Than Words“) die Band zwar weltweit bekannt und berühmt gemacht hat, insgesamt gesehen aber doch ein Fluch sein dürfte. EXTREME werden bei den meisten, vor allem bei „Normalkonsumenten“, einfach auf diese eine Nummer reduziert. Trotzdem wagt Ausnahmegitarrist Nuno Bettencourt mit Sänger Gary Cherone (der sich nach dem recht peinlichen VAN HALEN Ausflug sichtlich erholt hat) und Bassist Pat Batcher jetzt einen Neuanfang. Teil dessen ist auch der neue Mann an den Drums: Kevin Figueiredo. Dreizehn Jahre nach der letzen, nicht ganz so geschmeidigen Veröffentlichung „Waiting For The Punchline“ kommt der Vierer aus Boston mit über einer Stunde neuer Musik aus den Hüften. Und die ist erneut alles andere als leichte Kost (wer hätte anderes erwartet?). Sehr funky, irgendwo zwischen den RED HOT CHILI PEPPERS, QUEEN und LED ZEPPELIN. Handwerklich und in Bezug auf das Songwriting sehr solide gemacht, jedoch einen Song wie „Star“ als Opener zu wählen, ist schon sehr kurios. Der Refrain ist milde gesagt Mist und geht einem gewaltig auf den Senkel. Schade, denn der Rest des Songs kommt recht cool. Cool ist auch gleich das Stichwort schlechthin, denn es groovt und funkt an allen Ecken und Enden. Wer also ein zweites „More Than Words“ erwartet, kann gleich weiterblättern. Wer sich aber für EXTREME als Band interessiert und wer auch mit den ersten drei Scheiben etwas anfangen kann, wird nicht enttäuscht sein. Anspieltipps sind: „King Of Ladies“, „Learn To Love“, „Comfortably Dumb“ und die schöne Ballade „Ghost“. Auch erwähnenswert ist der Bonus Track „Americocaine“ – ein echter Rocksong aus dem Jahre 1985. Ausgangs möchte ich dennoch erwähnen, dass es bestimmt zehn Durchläufe gedauert hat, bis ich dieses Review verfassen konnte, sollte also ein enttäuschter Käufer von „Saudades De Rock“ diese Zeilen lesen: keine Panik, nehmt Euch Zeit für die Scheibe.
Stefan

 

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