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elizium - relief by the sun

Band: Elizium
Album: Relief By The Sun
Spielzeit: 51:13 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: STF Records
Homepage: www.elizium.nu
VÖ: 16.05.2011
Wertung: 8 von 10
Als Stefan mir per Email mitteilte, dass er mir noch eine „Gruftie-Scheibe“ in das Paket dazulegen würde, welches eigentlich nur die MOTHER'S ARMY „The Complete Discography“ enthalten sollte, war ich schon gespannt, was mich erwarten würde.
Damals, in meiner Jugend.... muss so kurz nach dem großen Krieg gewesen sein … hörte ich sehr gerne SISTERS, THE MISSION und FIELDS OF NEPHILIM. Besonders SISTERS OF MERCY haben mich mit der „VISION THING“ sehr begeistert.

Also ab dafür und die „Relief By The Sun“ mal lecker in den Player geschoben. Tja... was macht eine rheinische Frohnatur, wie ich es bin, mit so einem Album... Die Platte endlos GEIL finden!
Denn ELIZIUM bieten nicht die typische „Nachtschattengewächs – Mucke“, sondern Dark Rock, welcher sehr symphonisch und mit einer gesunden Härte ausgestattet, aus den Lautsprechern dröhnt. Des weiteren verfügen die Goudafetischisten (Niederländer) über einen sehr charismatischen Sänger in ihren Reihen.

Mit dem Silberling meldet sich die Gruppe, nach einer fünfjährigen Abstinenz, zurück. Gegründet haben sich ELIZIUM vor 20 Jahren und haben jetzt ihren Zweitling ins Rennen geschickt. Davor veröffentlichten sie zwei Demos sowie das Debütalbum „Angel Of Mistrust“.

Die Band besteht aus:
Peter Berends – Gesang und Gitarre
Peter Roge – Gitarre
Michael Paap – Bass
Erik Djikstra – Keyboard
Gerard Manoch – Drums

Als Grundgerüst nutzen die Holländer Dark Rock und setzen darauf ein hartes und beklemmendes Gitarrenspiel auf. Ein weiteres Soundmerkmal ist das stetig vertretende Keyboardspiel, welches sich toll in das Gesamtbild einfügt. Djikstra schafft durch sein Spiel richtig gute, epische/symphonische Momente, die zu keinem Moment ein Kitschgefühl aufkommen lassen. Der musikalische Hauptmotor wird durch Manoch in Gang gesetzt. Der Schlagzeuger bekommt sehr viel Freiraum und nutzt diesen auch aus. Er bestimmt Ausrichtung und Härtegrad der Nummern.
Bei der gesanglichen Leistung von Berends werden sich die Meinungen spalten. Mir gefällt seine Stimme sehr gut und passt auch zu dem Sound. Er transportiert die jeweiligen Emotionen sehr gut und die raue Komponente in seiner Stimme lässt den Gesang noch charismatischer wirken.

Der Opener „War In Heaven“ beginnt mit einem schönen Keyboardeinstieg und einem variablem, tonangebenden Drumming. Berends Gesang klingt verzweifelt/deprimiert und der weibliche dezente Backgroundgesang rundet den gelungenen Einstieg ab. Richtig zur Geltung kommen die Gitarren bei „Nevermore“. Der Song erinnert vom Härtegrad schon teilweise an PARADISE LOST. Zuckersüße Keys lassen „Violent Flower“ starten und verzaubern im weiteren Verlauf durch eine herzzerbrechende, bittersüsße Melodie. Drums und Gitarre treiben den Song nach vorne und stehen im krassen Gegensatz zu dem Spiel von Erik Djikstra. Herrliche Nummer! Ich könnte heulen, wenn das Leben nicht so schön wäre! Sehr schön ist auch der Kontrast – harte Musik und engelhafter Backgroundgesang/ Chorus - bei dem Titeltrack. Das melancholische „Raven“ sollte sich zum Dauerbrenner in jedem Gothic Club entwickeln, bietet er doch Dramaturgie, tolle eingängige Keyboardpassagen, eine rockende Rhythmussektion und einen charismatischen Gesang, der sich ins Ohr brennt. Im Mittelteil nimmt der Song ein wenig an Geschwindigkeit zu, der Hauptgesang wird rauer und im Hintergrund sind wieder die engelsgleichen Töne zu vernehmen. Sehr starker Track. Regen plätschert, ein Keyboard spielt eine schöne Melodie und die Band setzt ein. Musikalisch startet „Die Alone“ als ein reiner Metal Song. Harte stakkatoartige Riffs und ein druckvolles Drumming dominieren. Gefällt mir sehr gut! Mit laufender Spielzeit verfällt der Song aber wieder in das grundsätzliche Schema und die beiden Elemente kommen nur noch einmal zum Ende des Songs zum Einsatz. Ein besonderes Schmankerl bieten die Düsterrocker mit der Acoustic Version von „Nemesis“, welches auch der letzte Song auf dem Album ist.

Trackliste:
1.War In Heaven
2.Nevermore
3.Rotten
4.Violent Flower
5.Relief By The Sun
6.A Tragic End
7.Raven
8.Nemesis
9.Temple Of War
10.Die Alone
11.Nemesis Accoutic Bonus Track

Mit „Relief By The Sun“ bieten ELIZIUM eine sehr solide Leistung und sollte aufgeschlossenen Rockern, die auch mal SISTERS oder FIELDS OF NEPHILIM hören, gut gefallen.

Da ich noch nie  so ein symphonisches Dark Rock Album gehört habe und die Band mich durchaus begeistert hat, vergebe ich tieftraurige, rostige und hoffnungslos deprimierende 8 matte, fast erloschene, gar nicht mehr im Meer spiegelnde Rocksterne auf meinem düsteren, zerfressenen, lumpenhaften Rockhimmel.
Götz
 

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