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Anhänger gepflegten US-Bluesrocks sollten sich jetzt mal eben eine Minute Zeit nehmen. Dust On The Track Records, kurz DOTT haben in Co-Produktion mit Made In Germany, kurz M.I.G. auf dem String Commander-Label das Ergebnis ihrer erstmaligen Zusammenarbeit herausgebracht.
Der hierzulande noch relativ unbekannte Blues-Gitarrist DUDLEY TAFT präsentiert uns auf seinem in den USA bereits 2010 veröffentlichten Debut „LEFT FOR DEAD“ 13 bluesig bis rockig angehauchte Tracks.
Kurze, aber interessante Vorgeschichte: Taft entstammt einer Familie die in den Staaten einen großen Namen hat. Berühmtester Ableger war William Howard Taft (Dudleys Ur-Großonkel), Vorgänger Theodore Roosevelts und somit 27. Präsident der Vereinigten Staaten. Dudley jedoch wird Musiker und Songwriter für verschiedene Bands und legt mit nunmehr 45 Jahren sein Solo-Debut vor, deren Sound hier und da an eine lil'ol' Band from Texas erinnert. Unnötig zu erwähnen dass der begnadete Gitarrist, bevor er 2007 die DUDLEY TAFT BAND gründete, stattdessen ursprünglich eine ZZ-Top Coverband ins Leben rufen wollte.
Doch Taft als Plagiator hinzustellen wäre viel zu einfach, ungerecht und überhaupt nicht nötig. Er baut zwar auf diverse Coversongs, gibt diesen jedoch stets seine eigene Note. Sein technisch brilliantes Gitarrenspiel haucht dem 7-minütigen Billy Miles Cover „Have You Ever Loved A Woman“ eine ganz eigene Note ein. Wer dabei an den kürzlich verstorbenen Gary Moore denkt liegt sicher nicht ganz falsch. Dass Taft aber flexibel ist zeigt sich in einem weiteren Highlight des Albums: Peter Green's „Drifting“. Er hält sich zwar strikt an die vorhandenen Songstrukturen, schafft es aber dem Klassiker Kraft seiner Stimme und seines Gitarrenspiels neues Leben einzuhauche doch . Hut ab.
Weitere Höhepunkte wie „Backdoor Man“, „Seventh Son“ (beide Dixon) und vor allem der Bonustrack der EU-Pressung „When The Levee Breaks“ (Led Zeppelin) lassen LEFT FOR DEAD zu einer Empfehlung werden. Hierbei lässt sich Taft von seiner sehr gut eingespielten Backingband, bestehend aus Evan Sheeley am Bass und Scott Vogel an den Drums unterstützen.
Dagegen fallen die Songs aus eigener Feder zwar minimal ab, doch Taft hat sich bei seiner Cover-Auswahl durchaus starke Konkurrenz ins Haus geholt. Ich bin mir absolut sicher dass LEFT FOR DEAD nicht das letzte Lebenszeichen des ausgezeichneten Bluesers ist. Ausserdem darf man auf zukünftige Liveauftritte eines tollen Musikers mehr als gespannt sein.
Anspieltipps: Have You Ever Loved A Woman, Devil's Crown, Drifting, When The Levee Breaks
Bernd
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