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DavidRobertsMissingYearsCover

Band: David Roberts
Album: The Missing Years (Avenue Archives Vol. 5)
Spielzeit: 01:07:42 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Avenue Of Allies/H'ART
Homepage: www.avenue-of-allies.com
VÖ: 29.04.2011
Wertung: 8,5 von 10
Sooooooooo, mit „The Missing Years“ liegt mir das letzte Output von DAVID ROBERTS, welches in der Avenue Archives Reihe erschienen ist, vor. Auf dem Album überzeugt er mit Material, welches in der Zeit zwischen dem guten Debüt und dem 26 Jahre später erschienenen Zweitling, entstanden ist.

Die „Compilation“ erschien, meiner Information nach, 2008 oder 2009 – ein bekannter Onlinehändler datiert die auf 2009, im Web kann man wiederum auf mehreren Seiten 2008 als Erscheinungsjahr nachlesen -, als teurer Japan Import (für diese Version zahlt man bei Onlinehändlern um die 45,00 €) und beinhaltete 10 Tracks. AOA liefert wieder einen tollen Kaufanreiz, indem sie das Werk um zwei weitere Songs aufstockten und sich auch noch so manches Goody einfallen lassen haben.

Wie auch auf den beiden regulären Silberlingen, erhält David auf „The Missing Years“ Unterstützung von einigen der bekannteren Vertreter der West Coast und AOR Szene. Unter anderem ist Stan Meissner dabei.

Bei den Songs handelt es sich keineswegs um Ausschussware, sondern gefallen mir persönlich teilweise besser, als so manche Tracks der regulären Alben. Dies liegt an der besseren Produktion der Scheibe, für die Herr Roberts teilweise die Eigenverantwortung trägt oder sich, von den Kollegen Arnold Lanni und Anthony Vanderburgh, unterstützen lässt. Diesmal ist es DAVID ROBERTS gelungen, dass das Album wie aus einem Guss klingt und alle Songs auf einem produktionstechnischem Niveau liegen.

Natürlich hört man weiterhin TOTO, CHICAGO und RICHARD MARX heraus. Bei der Songauswahl hat Roberts wirklich ein super feines Händchen bewiesen und man kann sehr schnell dem Irrtum zum Opfer fallen, dass es sich um ein reguläres Album handelt, welches an einem Stück geschrieben wurde. Denn genau so hört sich die Zusammenstellung an. Man merkt dem Material die unterschiedlichen Entstehungsphasen einfach nicht an.

Die Songs kommen, im direkten Vergleich zu den Vorgängern, sehr druckvoll und glasklar aus den Boxen. Habe ich auf „Better Late Than Never“ schon positive Tendenzen zu einer rockigeren Ausrichtung bemerkt, werden diese auf „The Missing Years“ noch verstärkt. Denn tendenziell ist der West Coast Einfluss ein bisschen weiter im Hintergrund und die AOR Roots, lassen die Compilation in einem leicht veränderten Soundgewand erscheinen. Diese leichte Modifizierung, der gewohnten Trademarks, gefällt mir sehr gut. Dadurch geht das Material noch schneller ins Ohr.

Die absolut herausragende Nummer auf dem Album ist „Forbidden Fruit“, welche David eigentlich für eine nicht ganz unbekannte AOR Supergroup vorgesehen hatte. Leider sind BAD ENGLISH nicht dazu gekommen den Song zu veröffentlichen, da sie sich kurz nach Fertigstellung auflösten. Der Track rockt einfach nur und bietet alles was eine Melodic Rock Nummer beinhalten sollte. Griffige Gitarrenriffs, ein geiles Solo, eine gute Keyboardarbeit und einen sehr coolen Refrain. Der Song hätte im BAD ENGLISH Soundgewand ein Hit werden können! Macht aber nichts, denn DAVID ROBERTS ist durchaus in der Lage zu glänzen. In einem sehr rockigen Gewand präsentiert er sich auf „Misunderstood“. Achtet einfach mal auf die superbe Gitarrenarbeit. Auch „Higher Ground“ überzeugt mich auf ganzer Linie. Sein charismatischer Gesang und der eingängige Refrain wissen wieder vollkommen zu überzeugen.

Trackliste:
1.  Run Back
2.  Misunderstood
3.  Gone But Not Forgotten
4.  Until Your Heart’s Content
5.  Run Away With Me
6.  Forbidden Fruit
7.  Nothing Matters Tonight
8.  I Love You So Much It Hurts
9.  Higher Power
10.  One Soul
11.  No Ordinary Girl
12.  Cry Me A River Tonight
14.  Love Waits For No-one – Bonus Song
15.  The Sun Will Rise Again – Bonus Song

Hört Euch mal die ganze Zusammenstellung an. Wer schon mit „All Dresse Up“ und „Better Late Than Never“ etwas anfangen konnte, wird von „The Missing Years“ begeistert sein. Auch Leute, die bisher nichts mit West Coast anfangen konnten, kann ich die Compilation nur wärmstens an Herz legen, denn die AOR Schlagseite dominiert.

Für mich ist das Material sogar ein bisschen stärker, als die Songs der beiden regulären Scheiben, daher gibt es von mir 8,5 Punkte und die Aufforderung unbedingt das Album anzutesten!

In eigener Sache: Ich freue mich sehr, dass ich durch die AOA's Serie, auf so Artisten wie Bruce Gaitsch, „Jerzy“ Grunwald und David Roberts aufmerksam wurde. Ich bin gespannt welche Bands uns das Label, zukünftig in der Archive Serie, noch so präsentieren wird.
Götz


 

David_Roberts_-_Better_Late_Than_Never_Cover

Band: King Of Hearts
Album: Better Late Than Never (Avenue Archives Vol. 4)
Spielzeit: 43:39 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Avenue Of Allies/H'ART
Homepage: www.avenue-of-allies.com
VÖ: 29.04.2011
Wertung: 8 von 10
Nachdem DAVID ROBERTS 1982 mit „All Dressed Up“ ein tolles West Coast Album herausbrachte, verschwand er erstmals von der Veröffentlichungs-Bildfläche. In den folgenden Jahren war er aber alles andere als untätig. Er stellte seine Dienste Warner Brothers Publishing zur Verfügung und arbeitete dort als Songwriter. In den folgenden Jahren kam es auch zu fruchtbaren Zusammenarbeiten mit anderen Songwritern und Bands (BAD ENGLISH, LEE AARON etc.).

2008 – 26 Jahre nach dem tollen Einstand – veröffentlichte Roberts sein zweites Album „Better Late Than Never“, welches es bis jetzt ausschließlich als teuren Japan Import zu erwerben gab. Einige Online Händler verlangen für das Album um die 50,00 €. Der Fan musste also bis jetzt tief in die Hosentasche greifen. Damit ist nun Feierabend! Es ist wieder Avenue Of Allies zu verdanken, dass der Zweitling jetzt zu einem moderaten Preis in den Märkten steht. Aufgewertet wird die Veröffentlichung dadurch, dass die Erstpressung (im Jewel Case) in einer limitierten Edition ausgeliefert wird und das Booklet mit neuen Liner Notes von Roberts, abgedruckten Texten und einer Auflistung aller beteiligten Musikern versehen ist.

Auch nach mehr als zwei Dekaden frönt DAVID ROBERTS weiterhin dem West Coast/AOR und legt mit „Better Late Than Never“ wiederum ein starkes Album vor.

Unterstützt wurde er durch:
Guitar : Michael Landau, Brent Mason, J.T. Corenflos
Acoustic & Electric Guitar, Banjo : Fred Mollin
Drums : Mike Baird, Shannon Forrest
Bass : Abraham Laboriel Sr., Larry Paxton
B3 Organ & Keyboards : Greg Mathieson
Keyboards : Pat Coil
Percussion : Luis Conte
Tambourine : Fred Mollin
Background Vocals : Tim Buppert, Lyle Gudmunsen

Das Artistslist liest sich wieder wie eine Speisekarte eines Gourmet-Restaurants und so klingt das Album auch. Musikalische Weltklasse wird geboten. Die Songs pendeln zwischen gemäßigten rockigen Tönen und balladesken Material. DAVID ROBERTS Stimme hat in all den Jahren nichts an Charisma verloren und begeistert auch heute noch (besser gesagt 2008) durch viel Ausdruck und Wärme.
Wie schon auf „All Dressed Up“ bekommt der Hörer auf dem ganzen Album eine tolle Mischung aus West Coast und AOR geboten, die auch weiterhin an TOTO, CHICAGO und ein wenig RICHARD MARX erinnert. Alle Instrumente kommen sauber zur Geltung und im direkten Vergleich zum Erstling, ist es ihnen gelungen  die superbe Gitarrenarbeit besser in den Vordergrund zu stellen. Da besteht auch der größte Unterschied, denn das Material hat dadurch eine leicht rockigere Ausrichtung. Natürlich wird noch lange nicht das Rockbrett geboten, aber dadurch kommt die AOR – Ader ein bisschen mehr zum Vorschein.

Natürlich ist die Produktion der CD um einiges moderner und der Sound kommt angenehm und zeitgemäß aus den Boxen. Was mir aufgefallen ist, dass man der CD die beiden unterschiedlichen Produzenten anhört.
Leider kommt es hier zu Qualitätsschwankungen im Sound. Die Songs, welche von Fred Mollin produziert wurden, kommen druckvoller und frischer aus den Boxen, als die restlichen, von Greg Mathieson bearbeiteten Songs. Vergleicht einfach mal den Sound von „Better Late Than Never“ (Mollin) und „Before I Go“(Mathieson). Bei diesen beiden Songs merkt man den Unterschied sehr deutlich. Dies ist zumindest mein Empfinden und ich bevorzuge die Arbeiten von Mollin.

Der Titeltrack überzeugt durch eine tolle Gesangsleistung und DAVID ROBERTS lässt jeden Zweifler schnell verstummen. Der Song packt mich absolut an den Eiern. Das Gitarrensolo zum Schluss hin, ist mir leider zu kurz geraten und wird ausgeblendet. Schade! Grandios ist die Leistung von Roberts auf den von JOHN WAITE geschriebenen Song „Stay With Me Tonight“. Der Track verfügt darüber hinaus über einen klasse Background Chorus. Das an CHICAGO erinnernde „Eigth Wonder“ überzeugt durch eine funkige Rhythmussektion und einem coolen Orgelsound. Der Song swingt und groovt sich direkt in mein Ohr und kettet sich am Trommelfell fest. Mit dem Rausschmeißer „What I've Been Missing“ präsentiert DAVID ROBERTS meinen Favoriten des Albums. Eine super druckvolle Produktion von Mollin lässt die Instrumente wieder glasklar in Erscheinung treten. Die Halbballade bietet natürlich den besten Boden für seine Stimme. Gitarre und Keys stehen als gleichberechtigte Partner im Vordergrund. Toller Song!

Trackliste:
1. Best Thing I Never Had**  3:31
2. Better Late Than Never**  4:04
3. Someone Else’s Song**  4:11
4. Before I Go*  5:03
5. Stay With Me Tonight*  5:01
6. Be Gentle With My Heart*  5:04
7. Eighth Wonder*  4:00
8. This Is How I Say Goodbye**  3:57
9. If I Woulda’ Been There*  3:57
10. What I’ve Been Missing**  4:51

Producer *: Greg Mathieson
Producer **: Fred Mollin

Ich habe absichtlich die Trackliste aus dem Avenue Of Allies Promoflyer kopiert, damit ersichtlich wird, welcher Produzent für die Produktion der einzelnen Nummern verantwortlich war

„Better Late Than Never“ ist ein bemerkenswertes Nachfolgealbum, welches von der songwriterischen Klasse auch auf Augenhöhe mit „All Dressed Up“ steht.
Die bemerkbaren, unterschiedlichen Produktionsarten lasse ich mal unberücksichtigt und deswegen gilt hier:
West Coast und AOR Fans, greift hier unbedingt zu! Von mir gibt es wohlverdiente 8,0 Punkte – wie sie auch das Debüt „All Dressed Up“ erhalten hat.
Götz
 

David_Roberts_-_All_Dressed_Up_-_cover

Band: David Roberts
Album: All Dressed Up (Avenue Archives Vol. 3)
Spielzeit: 38:50 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Avenue Of Allies/H'ART
Homepage: www.avenue-of-allies.com
VÖ: 29.04.2011
Wertung: 8 von 10
Avenue Of Allies machen mich fertig!! Mit der Neuauflage des West Coast Klassikers von DAVID ROBERTS haben sie wieder ein vorzügliches Händchen bewiesen. Der kanadische Singer, Songwriter und Produzent ist eine der interessantesten Erscheinungen der West Coast Szene.

Kenner der AOR Szene werden beim Lesen des Namens eh mit der Zunge schnalzen. Er fungierte in der Vergangenheit als Songwriter für die ganz großen Namen des Genres. Bands wie STARSHIP, BAD ENGLISH, LEE AARON, HOUSE OF LORDS und JIMMY BARNES griffen nur all zu gern auf seine Dienste zurück. Das er nicht nur ein begnadeter Songwriter ist, bewies er 1982 mit der Veröffentlichung von „All Dressed Up“, das beim Major Elektra erschien. Zur damaligen Zeit war er „nur“ als gefragter Session Sänger bekannt.
Roberts konnte bei den Aufnahmen zum Album auf eine ganze Riege von erstklassigen Musikern zurückgreifen. Besonders erwähnenswert ist die Beteiligung folgender Herren:
Jeff Porcaro (R.I.P.), Schlagzeug
Steve Lukather, Gitarre
Mike Porcaro, Bass
Tagsüber waren die 3 Burschen mit DAVID ROBERTS im Studio und abends gingen sie wieder ins Studio, um ihr eigenes Album mit dem Titel „TOTO IV“ einzuspielen, welches zu einem der besten und wichtigsten  AOR/West Coast  Alben gehört, das je erschienen ist.
Die drei TOTO Member sind aber nur der Gipfel des Eisberges gewesen. Der Songwriter holte sich noch weitere, erstklassige Musiker ins Studio. Dabei waren unter anderem:
- Greg Mathieson, David Roberts – beide Keyboards
- Michael Boddicker - Synthesizer
- Paulinho Da Costa -  Percussion
- Bill Champlin, Tom Kelly, John Joyce, Joe Chemay, Jim Haas -  alle Background Vocals

Legt man „All Dressed Up“ in den Player, tönt ein warmer und typischer '80 Jahre West Coast Sound aus dem Player. Was aber auch mehr als natürlich ist, war doch vor fast 30 Jahren die produktionstechnischen Mittel doch auf einem ganz anderen Niveau. Gewöhnt man sich erst einmal, an den für heutige Zeiten schon nostalgischen Sound, entdeckt man hochwertigen West Coast mit einer leichten Prise AOR auf der Scheibe.  1982 agierte David irgendwo in der Schnittmenge von TOTO (natürlich) und CHICAGO. Das Songmaterial strotzt nur so vor Eigenständigkeit und erfreute sich sehr großer Beliebtheit. Andere, genrefremde Artisten fanden manche Tracks so stark, dass sie die später auf ihren eigenen Alben interpretierten. Darunter war auch der Weltstar DIANA ROSS. Sie coverte „ Anywhere You Run To”.  

Was mir an „All Dressed Up“ sehr gefällt, ist die tolle, warme Stimme von Mr. Roberts. Er agiert in der mittleren Tonlage und sein charakteristisches Organ hat einen hohen Wiedererkennungswert. Man wird beim Hören des Albums das Gefühl nicht los, dass man die Songs  schon einmal gehört hat. Alles klingt sehr vertraut. Dies liegt daran , dass die Songs wirklich einen hohen Bekanntheitsgrad haben und auch an dem  großen songwriterischem Talent Roberts. DAVID ROBERTS versteht es wirklich vortrefflich Songs zu komponieren, die sich in Windeseile in den Ohren des Zuhörers festsetzen.

Neben dem, von ROSS gecoverten Stück, „ Anywhere You Run To”, sollte man unbedingt  “Too Good To Last”, das tolle “Someone Like You”,das an TOTO erinnernde “She's Still Mine (That's My Girl)” und die  Gänsehaut verbreitende Nummer “Midnight Rondezvous” antesten, welche von Ramsey Lewis gemeinsam mit Nancy neu interpretiert wurde. Das Original von David haut einen einfach nur um und das Saxophonspiel ist einfach nicht in Worte zu fassen. Einfach nur geil!

Natürlich sind auch die restlichen Songs sehr gut arrangiert und verfügen über eine wahnsinnig hohe musikalische Qualität.

Trackliste:

1.All In The Name Of Love
2.Too Good To Last
3.Someone Like You
4.Boys of Autumn
5.That’s My Girl (She’s Still Mine)
6.Wrong Side Of The Tracks
7.Midnight Rendezvous
8.Anywhere You Run To
9.Never Gonna Let You Go
10. Another World

Wer auf melodischen, tollen West Coast abfährt, sollte sich unbedingt, diesen fast 30 Jahre alten Klassiker ins Regal stellen.
Ich habe selten ein Album gehört, welches über so eine enorme Hitdichte verfügt. „All Dressed Up“ ist der perfekte Soundtrack für warme Sommerabende zu zweit.

Wieder geht mein Dank an Avenue Of Allies, die wirklich eine tolle Arbeit mit ihrer Avenue Archives Serie abliefern!

Von mir gibt es starke 8,0 Punkte für das gute Frühwerk von Mr. Roberts.
Götz
 

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