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Wie schon in meinen CD-Besprechungen zu lesen, bin ich seit langem ein Fan der Schweden CRAZY LIXX. Auch ihr aktuelles Album „New Religion“ hat mich schlicht umgehauen, da war natürlich ein Interview mit Sänger und Hauptsongschreiber Danny Rexon unausweichlich: Let the madness begin !
S.T.: Ihr seid mit CRASHDIET und HARDCORE SUPERSTAR die Speerspitze der New Wave Of Swedish Sleaze. Denkst Du, dass Sleaze und Glam eines Tages erneut die Welt erobern könnte?
D.R.: Um ehrlich zu sein, ich denke nicht, dass noch einmal so weit kommen könnte. Aber ich denke, das hat mehr mit der Musikindustrie heute zu tun und nicht damit, wie viele Leute diese Art von Musik mögen. Und ohne die Millionen von Dollar, die die Plattenfirmen damals in ihre Acts gepumpt hat, wird es wohl nie wieder Mainstream sein, so wie es einmal war. Und trotzdem habe ich seit unserem Beginn eine wachsende Begeisterung für dieses Genre wahrgenommen. Immer mehr Menschen öffnen ihre Augen für Bands wie CRAZY LIXX, und das ist toll.
S.T.: Euer Gitarrist Vic Zino hat die Band verlassen um fortan bei HARDCORE SUPERSTAR zu zocken. Kannst Du mir beschreiben, wie dieser Verlust die Band verändert hat? Immerhin war Vic auch einer der Songschreiber…
D.R.: Wir waren wirklich nicht glücklich über seine Entscheidung damals, aber wir konnten sie verstehen. Es war ein großer Schritt auf der Karriereleiter für ihn. Wie Du schon erwähnt hast, hat er ja einiges an Ideen auf unserem Debüt beigetragen und somit war für uns klar, dass wir wieder einen Gitarristen brauchen, der auch Songs schreiben kann. Nun haben wir Andy Dawson, und ich finde, dass er noch besser zu uns passt als Vic. Gleichzeitig hat Vic seinen Platz bei HCSS gefunden, ich denke, dass es für beide Parteien ein gutes Ende genommen hat.
S.T.: Wie lange hat es gedauert, das neue Album zu schreiben und aufzunehmen? Wie wächst ein CRAZY LIXX Song, wer schreibt die Texte und wer arbeitet an den Songs?
D.R.: Die ersten Demos für Songs wie „The Witching Hour“ und „Blame It On Love“ wurden im Sommer 2008 während der Tour zu unserem Debüt „Loud Minority“ aufgenommen. Sämtliche Songs hatten wir dann im Spätsommer 2009 fertig und im Oktober sind wir dann ins Studio gegangen, um mit den Aufnahmen zu beginnen, was incl. Mixing nur einen Monat gedauert hat. Insgesamt hat es uns über ein Jahr gekostet, um alles fertig zu stellen. Um auf das Songwriting zu kommen, bin ich der Hauptsongschreiber. Normalerweise starte ich mit einem Riff oder einer Melodie und meistens entsteht daraus der Chorus zuerst. Danach baue ich darum einen Song auf. Ich beginne nie mit den Texten. Dann gibt es natürlich Songs, die ich zusammen mit Andy geschrieben habe und wo wir auch die Texte zusammen verfasst haben. Jedoch schreibe ich die meisten Texte, und das erst, wenn der restliche Song fertig ist.
S.T.: In „Children Of The Cross“ geht es um Kindesmisshandlung durch Kirchenvertreter. Das ist (nicht nur) in Deutschland gerade ein sehr aktuelles und erschreckendes Thema. Ihr schreibt also nicht nur Texte über Wein, Weib und Gesang, oder?
D.R.: Eigentlich ist es ungewöhnlich für uns, solche ernsten Themen in unseren Songs zu verarbeiten, aber als ich an der Nummer gearbeitet habe, fühlte ich diese Melancholie heraus. Also wollte ich dafür ein ernsteres Thema als man es sonst von uns gewohnt ist.
S.T.: Ihr habt auch auf eurem zweiten Album wieder mit Produzent CHRIS LANEY gearbeitet. Kannst Du mir etwas darüber erzählen?
D.R.: Ich genieße es immer, mit ihm zu arbeiten, weil ich finde, dass wir eine ähnliche Sichtweise haben, wie ein guter Song sein muss. Außerdem findet er immer einen guten Weg, um das Bestmögliche aus uns herauszuholen, alles das, was ein guter Produzent draufhaben muss.
S.T.: Ich kenne CRAZY LIXX noch aus einer Zeit, in der sie gratis mp3 Downloads auf ihrer Homepage angeboten hat. Denkst Du, dass das der richtige Weg war, um die Musik zu promoten und dadurch bekannter zu werden?
D.R.: Auf jeden Fall. Wir haben damals auch unsere Demo-CD´s verschenkt, dadurch hatten wir recht schnell eine große Gefolgschaft aufgebaut. Du musst rausgehen und Deine Musik präsentieren, und das nicht nur am Anfang Deiner Karriere. Ohne Deine Musik bist Du ein Nichts.
S.T.: Was war Deine erste Band, in der Du gespielt hast, gab es auch Aufnahmen davon?
D.R.: Die erste ernstzunehmende Band, die auch Material aufgenommen hat, war eine Band, die sich BLINDEAD genannt hat. Dort habe ich auch mit Vic Zino und Joel Cirera gespielt, aber zu der Zeit war ich noch Bassist.
S.T.: Wenn Du Dir eine Band aussuchen könntest, mit der Du auf Tour gehen könntest. Welche wäre das?
D.R.: HARDCORE SUPERSTAR sind coole Typen. H.E.A.T. wäre auch super.
S.T.: Was war der Grund, warum ihr Swedmetal Records verlassen habt und bei Frontiers Records unterschrieben habt?
D.R.: Wir denken, dass Swedmetal nicht den Willen oder die Resourcen gehabt hätte, um mit ihnen dorthin zu kommen, wo wir mit unserem zweiten Album hinwollten. So haben wir uns entschieden, zu wechseln. Wir haben mit dem Label verhandelt und besitzen jetzt alle Rechte an unserem alten Material. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Partner für unser neues Album, unser Manager stolperte über Frontiers, die uns einen guten Deal angeboten haben. Und hier sind wir.
S.T.: Hast Du noch einige Worte für die deutschen Fans?
D.R.: If you book us, we will come…
S.T.: OK, ich möchte Dir ganz herzlich für Deine Zeit danken, vielleicht sehen wir uns mal on the road – ich hoffe, dass CRAZY LIXX bald wieder nach Deutschland kommen?!
D.R.: Wir werden definitiv mit diesem Album nach Deutschland kommen!!!
Das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen, mal sehen wer noch mit von der Partie sein wird, vielleicht die Label-Kollegen von CRASHDIET??? Das wäre dann eine Party de luxe, Beers up!
Stefan
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