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Band: Clandestine Album: The Invalid Spielzeit: ca. 45:41 min. Plattenfirma/ Vertrieb: Nightmare Records Homepage: www.myspace.com/clandestineband oder www.clandestineband.com VÖ: 18.03.2011 Wertung: 9 von 10 YEESSS, endlich erreicht mich „The Invalid“! Das Album ist schon Anfang letztes Jahres veröffentlicht worden und ist nun endlich über einen regulären Weg in Deutschland beziehbar (teilweise kursiert im I-Net auch die Information, dass es schon 2009 erschien). Das hat definitiv viel zu lang gedauert und ich hoffe sehr, dass „The Invalid“ nun endlich auch die verdiente Beachtung findet.
Dieser Schädelspalter hat es nicht verdient weiterhin unbeachtet zu bleiben. Das wäre der Band gegenüber einfach nicht fair, denn man merkt dem Album die investierte Zeit, die Hingabe/das Herzblut der Band an und muss dementsprechend auch honoriert werden.
Das Quartett CLANDESTINE wurde 2006 in Los Angeles gegründet und von der dort ansässigen Presse mit dem Titel "Best Female Fronted Band" ausgezeichnet. Die Band besteht aus: der bezaubernden June Park - Vocals & Programming Dan Durakovich - Guitars & Programming Marc Valencia - Bass Sammy J. Watson – Drums
Die Debüt EP kam bereits 2007 heraus und enthielt die Titel: 1. D.O.D. 2. Far From the Light 3. My Lord 4. Bleed on Me Sie erschien in Eigenregie und wurde auch von der Band produziert.Leider wurde nur eine geringe Auflage produziert und diese ist schon vergriffen
Im Promobeipackzettel ist die Rede davon, dass sich die Band dem Melodic Rock verschrieben hat. Das ist natürlich absoluter Kokolores. Nur weil teilweise melodische Parts in CLANDESTINE's Musik Bestandteil sind, muss und darf man sie auf keinen Fall diesem Genre zurechnen. Wenn man sie schon in eine Genreschublade stecken möchte, dann passt auf das Quartett die Klassifizierung Modern, Electronic, Alternative, Pop, Symphonic, Progressive Metal.
Naaaaaaaa??? Habe ich euch jetzt ein bisschen verwirrt? Sehr gut, denn CLANDESTINE lassen sich halt nicht in eine Schublade hineinpressen und das wäre auch ein sinnloses Unterfangen, dies überhaupt in Erwägung zu ziehen. Sie sitzen mit ihrer Musik zwischen den Stühlen. Zu den Einflüssen der Band zählen unter anderem TOOL, LACUNA COIL, eine Prise DREAM THEATER und RUSH. Es ist unüberhörbar, dass die Combo auch sehr gerne mit elektronischen Komponenten arbeitet. Das abgefahrene, spacige Programming setzt dem Gesamtsound noch die Krone auf.
CLANDESTINE kopieren dabei nicht, sondern nutzen die o.g. Bands als Inspiration. Die Band hämmert ihre Songs mit einer äußerst sympathischen Grundhärte heraus. Das Quartett spielt sehr druckvoll und variiert von melodischen bis knallharten Songs. Ich muss meinen imaginären Hut vor der Band ziehen, denn ich habe es selten erlebt, dass eine Combo trotz ihrer Komplexität, nie den roten Faden verliert. Das Material ist stets nachvollziehbar und seien die Songstrukturen auch so vertrackt, man verliert nie den Spaß am Zuhören. Die Gefahr aufkommender Langeweile haben sie sehr clever umschifft, da keine ihrer Kompositionen viel länger als ca. 5 Minuten ist. Jedes Break sitzt wie die Faust auf''s Auge, das kraftvolle Drumming treibt kontinuierlich die restlichen Instrumente nach vorne. Durakovich's Spiel ist sehr modern gehalten und fasziniert durch seine Vielfältigkeit. Mal präsentiert er harte Soli und im nächsten Moment setzt er seine Parts absolut band-dienlich ein. Die Band deklassiert die letzten DREAM THEATER Outputs, so ausgereift und stark ist ihr Songwriting. CLANDESTINE verstehen es einfach perfekt, alle ihre Ideen hörerfreundlich zu verpacken. Jeder einzelne Track ist von Anfang an spannend arrangiert und bleibt es auch bis zum letzten Takt. Es ist einfach der Hammer, wie Durakovich, Valencia und Watson diesen modernen Soundteppich zusammenknüpfen.
Als ob es nicht schon ausreichen würde, dass die Band ihren Modern Progressive Metal (Vorsicht: Schublade!), von der instrumentalen Seite, phantastisch darbieten, verfügen sie über ein weiteres Ass. Frau Park sieht nicht nur toll aus, sondern verfügt über ein Mordsorgan. Sie deckt ein unwahrscheinlich breites Stimmspektrum ab. Growls/Gekreische, melodischer Gesang und auch aggressive Shouts stellen überhaupt keine Hürde dar. Bei den ruhigen, melodischen Gesangparts erinnert mich June teilweise an TORI AMOS´ Stimme (hört einfach mal den Beginn von „Comatose“) und ich glaube über so einen Vergleich freut sich jede Sängerin.
HA - ein Haar habe ich in der Suppe gefunden! Ich kann beim besten Willen keinen einzigen Song als Hörempfehlung in den Vordergrund stellen. Das gesamte Material ist einfach so dermaßen stark.
Tracklist:
1- Fearless 2- Disappear In You 3- Silent Sin 4- Philistine 5- Pretend 6- Fracture 7- Dead To The World 8- Phantom Pain 9- The Invalid 10- Comatose
CLANDESTINE haben ein modernes Rock Album veröffentlicht, welches sich von Hör- zu Hördurchgang zu einem wahren Monster entwickelt und süchtig macht.
Hey, wenn man auch nur über einen kleinen Funken guten Musikgeschmack verfügt, bleibt einem nichts anderes übrig, als hier zuzugreifen.
Ein ganz, ganz, ganz GROßES Album und CLANDESTINE haben mit „The Invalid“ das Highlight 2011veröffentlicht!
Ganz fette 9 Punkte! Götz
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