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BROTHER FIRETRIBE haben für mich mit ihrem aktuellen Album „Heart Full Of Fire“ den absoluten Überhammer 2008 abgeliefert. Da ist es doch klar, dass ich das „Heart full of Fragen“ hatte, die ich dann auch gleich beim Sänger der Band, Pekka Heino, loswerden konnte:
S.T.: Ich weiß, dies ist fast die schlimmste und langweiligste erste Frage in einem Interview, aber natürlich muss ich danach fragen, wie BROTHER FIRETRIBE seinen Anfang nahm:
P.H.: Tomppa (k) und ich spielten schon in den 90ern in der selben Band und als es sich langsam abzeichnete, dass diese nicht von Ewigkeit sein würde, begannen wir einfach, genau die Songs zu schreiben, die direkt aus unserem Herzen kamen ohne uns dabei einen Dreck um den Rest der Welt zu scheren. Jason (b) und Emppu (g) waren total begeistert, als sie die Demos hörten und waren sofort mit von der Partie. Unser Drummer Kalle stieß dann während der Aufnahmen zu unserem Debüt zu uns. Eigentlich war es nur eine Gruppe von Freunden, die zusammen abhingen, ein paar Bier tranken und die Songs waren ursprünglich nur ein Nebenprodukt dieser Aktionen. Plötzlich bot man uns einen Plattenvertrag an, und here we are.
S.T.: Ihr beschreibt Euren Sound als „Tennis Metal“, wie kam es denn zu diesem obskuren Ausdruck?
P.H.: Nun, die Leute fragten uns immer, was wir denn für eine Art von Musik machen würden und wir dachten, Tennis Metal würde das perfekt umschreiben. Es war ursprünglich eine ziemlich abgefahrene Geschichte: Wir machten uns Gedanken über einen Bandnamen, und ein Freund von uns kam dann während einer Party drauf, indem er den Namen eines berühmten finnischen Ex-Tennis Profis, Veli Paloheimo, wörtlich ins Englische übersetzte. Frag mich nicht warum, aber wir benannten die Band dann genau so. Also eigentlich eine Schnapsidee im wahrsten Sinne des Wortes.
S.T.: Auf Eurem aktuellen Album gibt es auch ein Duett mit Anette Olzon von NIGHTWISH, die ja auch schon in der Melodicband ALYSON AVENUE gesungen hat?
P.H.: Ja, sie mochte unser Debüt „False Metal“ und bot uns an, ein paar Backing-Vocals für unser neues Album beizusteuern. In letzter Minute nahmen wir den Titeltrack noch einmal unter die Lupe und dachten uns, dass es doch ein gutes Duett abgeben würde. Sie willigte ein und sang ihren Part wirklich perfekt. Sie ist eine klasse Performerin und ich kannte sie schon von ALYSON AVENUE her, lange bevor sie zu NIGHTWISH kam. Ich fand immer, dass sie eine super Stimme hat, wie eine Agnetha Fältskog mit mehr Power.
S.T.: Noch einmal kurz zu NIGHTWISH, denn auch Euer Lead-Gitarrist Emppu Vuorinen ist ja auch bei den Chartstürmern. Denkst Du, dass dies ein kleiner Vorteil für Euch ist oder war?
P.H.: Am Anfang war es bestimmt ein Vorteil, damit die Leute überhaupt Notiz von einem genommen haben. Ich denke, dass wir nicht so schnell einen Vertrag bekommen hätten ohne ihn, aber das ist fast normal. Aber ich denke auch, die Leute waren sehr überrascht, als sie dann die Musik hörten.
S.T.: Ich habe gehört, dass es einige Probleme beim Mix zum neuen Album gab?
P.H.: Ja, das ist richtig. Der ursprüngliche Mixer machte echt gute Arbeit, aber das Endergebnis war einfach nicht genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Er ist ein cooler Typ und sehr professionell, aber er sah die Umsetzung einfach ein wenig anders. Zum Glück waren da Torsti Spoof von LEVEAGE und Jari Mikkola, die sich dessen annahmen und das ganze Album in kürzester Zeit komplett neu abgemischt haben. Jetzt klingt es wie wir uns das alle gewünscht hatten und als hätte es eine Million Dollar gekostet, haha.
S.T.: Stimmt es, dass Du Dir während der ganzen Fertigstellung von „Heart Full Of Fire“ Deinem Bart wachsen hast lassen?
P.H.: Hah, yeah. Der Play-Off Bart, stimmt. Das kommt davon, dass ich ein großer Eiskockeyfan bin und die Spieler sich während der Play-Offs auch nicht rasieren.
S.T.: „Heart It On The Radio“ ist ein Tribut an unser aller Jugend. Der Text hört sich für mich ziemlich vertraut an, wenn ich an meine Jugend denke. Kannst Du Deine Gefühle beschreiben, als Du den Song komponiert hast?
P.H.: Es war toll. Ich habe den Song als Tribut an zwei meiner besten Freunde geschrieben, mit denen ich aufgewachsen bin und mit denen ich angefangen habe, wie verrückt Musik zu hören und zu entdecken als wir noch jung waren. Wir gründeten unsere erste Band und haben viel zusammen erlebt. Wir sind immer noch in Kontakt und nichts hat sich verändert. Die Musik spielt in unserer Freundschaft immer noch eine große Rolle.
S.T.: Wer ist eigentlich für das Songwriting bei Euch verantwortlich? Kommen die Songs von einzelnen Mitgliedern oder ist es eine Art Teamwork?
P.H.: Die anfänglichen Strukturen kommen meist von Tomppa und mir. Dann fügt jeder der Jungs seinen Part hinzu und that´s it.
S.T.: Gab es vom Debüt noch einige Überbleibsel oder wurden alle Songs für „Heart Full Of Fire“ neu verfasst?
P.H.: Weder noch. Wir fingen zwar von Grund auf an, aber es sind immer noch einige Ideen da, die es in der ersten Runde nicht geschafft haben und die wir dann noch einmal überarbeitet haben. Ich glaube, „Out Of My Head“ war der erste Song, den wir geschrieben haben, ungefähr zu der Zeit, als „False Metal“ veröffentlicht wurde.
S.T.: Ihr habt beim letzten Album einen Video-Clip zu „One Single Breath“ gedreht. Gibt es erneut Pläne für ein Video und welchen Song würdet Ihr evtl. dafür wählen?
P.H.: Wir haben bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht über ein weiteres Video gesprochen. Außerdem zahlen wir immer noch für das letzte. Wenn wir allerdings ein weiteres Video machen würden, wäre es bestimmt eine Single, in diesem Fall also wahrscheinlich „Runaways“ oder „Heart Full Of Fire“.
S.T.: Was ist eigentlich mit dem Tennisschläger auf dem aktuellen Cover passiert? Bei „False Metal“ habt Ihr den ja der hübschen „Teufelin“ in die Hand gedrückt.
P.H.: Nun, er ist nicht da, haha. Die ursprüngliche Idee war zwar, das „Devil´s Daughter“-Girl in das Cover einzubinden, aber die Plattenfirma meinte, wir sollten ein klassisches AOR-LP Cover anpeilen, was sich dann auch als eine tolle Sache herausgestellt hat. Wir sind sehr zufrieden mit dem Artwork, es würde natürlich noch besser als Vinylversion rüberkommen, denn da könnte es seinen ganzen Reiz entfalten.
S.T.: Ihr habt bereits zwei Stücke eines bekannten 80er Soundtracks gecovert, was macht den Reiz dieser Klassiker aus?
P.H.: Wir lieben diese Klassiker. Sie bringen genau das Feeling auf den Punkt, das wir auch mit BROTHER FIRETRIBE verfolgen. Ich habe viele dieser Soundtracks aus den guten alten Tagen, good stuff. Wenn der Rocky IV Soundtrack dich nicht in den siebten Himmel schießen kann, dann weiß ich auch nicht, haha.
S.T.: Also ist Euer Herz tief in den 80ern verwurzelt. Was sind Deine Top 5 Alltime Faves?
P.H.: Das ist unmöglich, die aufzuzählen, es sind einfach zu viele. Aber ich werds mal versuchen: JOURNEY – Raised On Radio, BON JOVI – Slippery When Wet, NIGHT RANGER – Big Life, VAN HALEN – 1984 und 5150 und BATON ROUGE – Shake Your Soul, aber die Liste geht weiter und weiter…. All die großen Namen plus Tonnen von unbekannten und obskuren Bands.
S.T.: Natürlich muss ich auch fragen, wie es denn mit einer Tour aussieht, speziell für Deutschland?
P.H.: Nun, im Moment sind nicht in der Lage zu touren, weil ja noch NIGHTWISH und LEVERAGE on the road sind, wir haben noch nicht darüber geredet. Aber Du kannst Dir sicher sein, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die Sache in die Hand nehmen und wieder auf der Bühne stehen werden.
S.T.: Hast Du Dir vorstellen können, das dieses Projekt so erfolgreich werden könnte?
P.H.: Hm, erfolgreich ist immer relativ, aber eigentlich nicht. Ich hätte ja in der Anfangszeit nie gedacht, dass wir überhaupt ein Album veröffentlichen würden.
S.T.: OK Pekka, hier hast Du noch die Möglichkeit, den deutschen Fans eine Nachricht zu hinterlassen:
P.H.: Wenn Ihr eine gute Zeit haben wollt und Euch ein wenig in die Zeitmaschine setzen wollt, check us out. Und haltet Euer Bier kalt, es wird schneller warm, als Ihr denkt.
Ihr seht, nicht nur ich mag mein Bier kalt. Auch die Jungs aus dem frostigen Skandinavien. Wobei es doch mit Sicherheit bei uns schneller warm wird als in Finnland . Anyway, falls Ihr immer noch nicht meinem Rat gefolgt seit und BROTHER FIRETRIBE in den heimischen CD-Schrank gestellt habt, hier noch einmal die detaillierte Anleitung: Ein (oder zwei, oder drei) Kisten gutes, nach dem deutschen Reinheitsgebot gebrautes, Hopfengetränk besorgen, ein paar Freunde einladen, gemütlich grillen, anschließend ein wenig über die gute alte Zeit sinnieren. Danach BEIDE CD´s unserer Freunde von BROTHER FIRETRIBE in den Player und ich garantiere Euch, das wird eine unvergessliche Party mit dem Flair vergangener Tage. Prost! Stefan
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