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Band: Bridger Album: Bridger Spielzeit: 44:15 min. Plattenfirma: Escape Music Veröffentlichung: 29.07.2011 Homepage: www.myspace.com/glenbridger WERTUNG: 9 von 10
Genau so sollte jeder Sonntagmorgen ablaufen. Frische Croissants mit rohen Schicken belegt, lecker aufgebrühten, heißen Kaffee und im Radio läuft mal anständige Rockmucke, die meine gute Laune noch weiter steigen lässt. Öähm … Radio?! Quatsch, die Mucke kommt gar nicht aus dem Dudelkasten sondern vom Rechner und die Band hört auf den Namen BRIDGER, die mit dem selbstbetitelten Debüt einen bunten und äußerst unterhaltsamen Rockpotpourri abliefert.
Der mir bis dato völlig unbekannte Gitarrist Glen Bridger (HEAD EAST) hat eine illustre Schar an kompetente Mitstreiter für sich gewinnen können, um dieses abwechslungsreiche Album einzuspielen. Das prominenteste Mitglied der Formation dürfte der Sänger Terry Ilous sein, der schon bei XYZ und GREAT WHITE tätig war. Komplettiert wird die Band durch Glen's Bandmate Greg Manahan (HEAD EAST, Bass), Sam McCaslin (MICHAEL SCHENKER, CARMINE APPICE, Keyboard) und Schlagzeuger Danzoid.
Musikalisch liegt die Band irgendwo im Fahrwasser von BON JOVI, MR. BIG, frühe EXTREME und erinnert teilweise auch an GREAT WHITE. Dabei schafft es die Band absolut zu überzeugen, was besonders an dem abwechslungsreichen Songmaterial liegt. Berührungsängste kennt man nicht und die Band geht dadurch sehr unvoreingenommen und unbekümmert ans Werk. Dies ist auch der Hauptgrund warum das selbstbetitelte Album so frisch klingt. Glen verarbeitete Elemente aus dem Hardrock, Blues, AOR und modern geprägten Ami Rock ohne dabei an Profil zu verlieren. Neben seinem banddienlichen Gitarrenspiel, welches stets im Mittelpunkt steht, verfügt er mit Ilous über einen äußerst kompetenten Sänger, der alle Songs mit seiner prägnanten, leicht heiseren Stimme seinen Stempel aufdrückt. Der Mann kann einfach singen was er will, es wird nie schlecht klingen! Ich kann bei diesem Album wirklich kein einziges Haar in der Suppe finden. Das Songmaterial überzeugt, die musikalische Umsetzung der Bandkollegen ist grundsolide und der Sänger phantastisch. Hardrock – Herz was willst Du mehr???
Den Anfang macht der melodische Midtempo Rocker „Tuesday Afternoon“, welcher mich an so manche ehemalige Hair Metal Band aus den '80er Jahre erinnert. Ein wirklich netter Song, der schon erahnen lässt, was noch auf den Hörer zukommt. Auch das an BON JOVI erinnernde „How Long“ und der entspannte Rocker „How Long“ wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Danach erfolgt die größte Überraschung des Albums. „Don't Push Me“ ist ein moderner Rocker, der den Zuhörer direkt in seinen Bann zieht. Ilous singt einfach nur gigantisch gut und die Melodieführung lässt einen nicht mehr los. Ich bin einfach nur begeistert und der Song zeigt, welch atemberaubendes Material BRIDGER schreiben können. Gleich zu beginn von „Free“ werde ich an MR. BIG erinnert. Coole Hardrock Nummer die einfach nur Spaß macht und noch einmal unterstreicht mit welcher Unbeschwertheit die Jungs zu Werke gehen. Die bluesige Halbballade „Good To Be Home“ und die Ballade „Gonne Get Better“ überzeugen besonders durch den Gesang und der gefühlvollen, musikalischen Umsetzung. Ich fühle mich bei beiden Songs an die großartigen GREAT WHITE erinnert. Etwas aus den Rahmen fällt das BLACK SABBATH Cover „Heaven and Hell“. An der einfallsreichen Umsetzung sowie der Gesangsleistung gibt es überhaupt nichts zu meckern, es stellt sich mir nur die Frage, ob es unbedingt, auch wenn es ein Tribut an den verstorbenen Ronnie James Dio darstellen soll, diese tolle Nummer sein musste, da sie für meinen Geschmack schon zu oft verwurstet wurde.
„Bridger“ ist schlicht und ergreifend ein sehr abwechslungsreiches und verdammt gutes Hardrock Album geworden, welches die breite Hörermasse begeistern dürfte. Für mich ist der Silberling eine RIESEN Überraschung und wird sich mit Sicherheit noch sehr oft in meinem CD Player wiederfinden.
BRIDGER liefern den idealen Soundtrack für diese Jahreszeit und haben sich das Prädikat „ROCKT WIE SAU“ wirklich verdient. Von mir gibt es 9 ganz fette und wohlverdiente Punkte für das Gute-Laune-Album.
Trackliste: 1 - Tuesday Afternoon 2 - How Long 3 - On The Ledge 4 - Don't Push Me 5 - Without A Sound 6 - Free 7 - Live For The Moment 8 - Good To Be Home 9 - Gonna Get Better 10 - Once In A Lifetime 11 - Heaven And Hell -Ronnie James Dio Tribute
Götz
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