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Anno 2005 haben sich die Schwaben ganz groß in mein Herz gespielt, denn ihr Output „Liquid Monster“ war definitiv eines der stärksten Power Metal Alben der letzten Jahre. Trotzdem habe ich es geschafft das 2008er Album „Downburst“ zu verpassen. Egal, nun liegt mir ja bereits der Nachfolger mit „Memorial Roots“ vor. An der Grundausrichtung hat sich auch anno 2009 nichts geändert. Es steht noch immer kräftig produzierter Power Metal auf der Speisekarte, der durch den unnachahmlichen Gesang von Shouter Andy B. Franck veredelt wird, allerdings höre ich diesmal eine stärkere ICED EARTH Schlagseite heraus als noch bei „Liquid Monster“. Macht aber nix. Lediglich der Opener „Forsake What I Believe“ ist etwas unglücklich gewählt, da er allenfalls als durchschnittlich zu gelten hat. Und so ganz kann er den Spannungsbogen über 6 ½ Minuten nicht wirklich halten. Dass es besser geht, beweisen die Schwaben mit dem grandiosen „The Conjunction Of 7 Planets“. Tolles Intro, dann GRAVE DIGGER-artige Mörderriffs, verdammt Wumms in der Schießbude, dann baut Andy allein durch den Einsatz seiner Stimme einen unglaublichen Spannungsbogen auf. Fast möchte man ganz schnell die Seite umblättern, um zu wissen, wie es weitergeht (wenn es ein Buch wäre). So dreht man die Anlage auf und genießt. Das nachfolgende „Cross The Line“ ist wieder Headbangerfutter vom feinsten und die Nackenmuskeln bewegen praktisch automatisch den Kopf im Bangrhythmus. Wird auch live bestimmt zu einem Mitgröhler der feinen Sorte. Für Abwechslung wird mit dem etwas orientalisch angehauchten „Ahimsa“ oder „Nailed Down Dreams“ gesorgt, welches fast schon in Hardrock-Songstrukturen wildert. Ganz großes Kino ist dann auch noch „The Final Stages Of Decay“. Hier gibt es wieder tolle Gitarren, starke Melodien über sechs Minuten zu bestaunen und zu hören. Da sich aber neben dem Opener auch noch zwei-drei weitere arg durchschnittliche Songs auf das Album verirrt haben, kann diesmal die Wertung nicht ganz so hoch ausfallen. Nicht ganz so stark also wie „Liquid Monster“ spielt BRAINSTORM aber trotzdem die meisten anderen Power Metal Bands mit Wucht an die Wand. Und jetzt zieh ich mir nochmal „The Final Stages Of Decay“ rein, das ist echt ein 10 Punkte Song. Markus ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die schwäbische Metal Truppe um Sänger Andy B. Franck startet mit "Memorial Roots" den nächsten Angriff auf die Spitze der deutschen Metal Szene. In den letzten Jahren hat sich bei den Jungs einiges getan. Mit Antonio Ieva wurde ein neuer Bassist integriert und zudem gab es einen Labelwechsel zu AFM. Darüber hinaus wurde das neue Album "Memorial Roots" fertig gestellt. Dieses wurde wiederum von Sascha Paeth produziert der Brainstorm einen extrem trockenen und klaren Sound verpasst hat. Ist sonst alles beim Alten geblieben? Nicht wirklich. Die neuen Songs klingen wesentlich rockiger was aber mit der erdigen Produktion zusammen hängt. Zudem wurde das Keyboard bei den meisten Songs als Akzentgeber hinzugefügt was den Nummern ein bisschen Melancholie zuführt. Ansonsten ist aber alles beim alten geblieben. Grosse Riffs treffen auf gefühlvolle und melodische Solos und Andy's Gesang ist eh über jeden Zweifel erhaben. Egal ob der grandiose Opener "Forsake What I Believe", "Blood Still Stains" oder auch "The Final Stages Of Decay" machen die neue Ausrichtung unmissverständlich klar. Meist im Midtempo gehalten und auf typische Double Bass Nummern verzichtend, gehen Brainstorm neue Wege. Leider können die Nummern auf "Memorial Roots" nicht ganz die Erwartungen der beiden grossen Vorgänger halten. Dazu fehlt einfach ein griffiger Ohrwurm oder der ein oder andere Song der sich vom Rest des Materials abhebt. Übrig bleibt ein tolles Metal Album mit geilem Sound und durchgehend guten Songs. Da hätte man mit ein bisschen mehr Abwechslung im Songwriting aber noch mehr draus machen können.
Steve
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