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Bonfire, Elli, Echoes

live am Pförringer Open Air 21.07.2006

Tja Leute, was soll ich sagen? Erstmal vorweg: Das Pförringer Open Air am Baggersee gehört zu den absoluten Highlights, die es in Oberbayern zu bestaunen gibt. Freier Eintritt, faire Getränkepreise, eine super Atmosphäre, eine klasse Soundanlage und meistens spitzenmäßige Bands. Dieses Jahr waren eben an diesem Freitag deren 4 zu bestaunen, wobei ich allerdings die erste völlig verpasst hatte. Es ging also mit Elli los und ich war überrascht. Kein seichtes Pop Gedudel, sondern relativ straighte Rocksongs. Leider trotz guter Bühnenshow ohne jeglichen Wiedererkennungswert. Vielleicht sollte sich die Gute ja doch noch ein paar erfahrene Songwriter engagieren. Trotzdem ein guter Anheizer für den diesjährigen Freitag-Headliner: BONFIRE. Die hatten erstmal wie so oft (hatte es noch nie anders erlebt) einen ewig langen Soundcheck. Trotz 20 Jahren im Business kommt das noch immer recht unprofessionell daher. Schade. Und genützt hat es nichts. Der Sound war einfach nur viel zu laut, teilweise übersteuert und die Gitarren mehr als nur einmal ziemlich verstimmt. Dass mitten unterm Konzert einem in dieser Hinsicht überfordertem Hans Ziller die Gitarre gestimmt werden muss, weil er selbst dazu nicht in der Lage ist, spricht auch nicht von großer Professionalität. Doch bevor ihr hier einen völlig falschen Eindruck bekommt. Ich war lange Jahre ein Fan dieser Band. Die Konzerte vor noch 6-7 Jahren haben mich umgehauen. Doch an diesem Abend lief so manches daneben. Anfangs drehten sie trotz der leichten Soundprobleme richtig auf und die Stimmung war echt geil. Mit "Hot To Rock", "Under Blue Skies" oder auch "Proud Of My Country" können sie auch nicht viel verkehrt machen. Doch was gegen Ende des Gigs passiert, darf einer so bekannten professionellen Band eigentlich nicht passieren. Erstens hatte ich den Eindruck, dass Sänger Claus Lessmann einen Roadie am liebsten erwürgt hätte. Denn bei den wenigen Songs, bei denen auch Claus eine Gitarre in die Hand nimmt, gab er jene immer wieder erbost an den Roadie zurück. Als Höhepunkt feuerte er sie gleich nach hinten. Warum eigentlich? Verstimmt waren eh praktisch alle Gitarren, da hätte eine mehr kaum etwas ausgemacht. Egal. Als dann aber einer der Veranstalter während der "Sweet Home Alabama" Zugabe andeutete, Bonfire hätten ihre Spielzeit überschritten (was durch den doppelt so langen Soundcheck auch der Fall war), reagierten die Jungs meiner Meinung nach völlig falsch. Anstatt den Song noch kurz auszuspielen und dann sich zu verabschieden, knallte Claus sein Mikro nach hinten und alle stapften wutentbrannt von dannen. Der traurige Höhepunkt eines völlig verkorksten Konzertes.

Doch der Veranstalter hatte in meinen Augen Recht Bonfire von der Bühne zu holen, denn was danach zu später Stunde noch auf der Bühne auftauchte, war zigmal besser als diese alternden Rockstars. ECHOES, eine Pink Floyd Coverband zeigte dann allen übrig gebliebenen Zuschauern, wie eine perfekte Show aussieht. Ein glasklarer Sound, perfekte Instrumentbeherrschung und Songs, die für eine Gänsehaut nach der anderen sorgten. Davon könnten sich Bonfire dick eine Scheibe abschneiden. Daher auch das Fazit: Wer nicht bis zum späten Ende aushielt, hatte das Beste verpasst.

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