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AXEL RUDI PELL gastierten in der Rockfabrik Ludwigsburg. Das ich ein Riesenfan der Band bin, habe ich ja schon im Review zur neuen Scheibe „The Crest“ erwähnt. So war es für mich selbstverständlich, als das Angebot kam, mich auf den 150 Kilometer weiten Weg nach Ludwigsburg zu machen um ein Interview mit Keyboarder Ferdy Doernberg zu führen und ihn zur neuen Scheibe, zum bisherigen und zukünftigen Schaffen der Band aber auch zum Einzelkünstler Ferdy Doernberg zu befragen. Übrigens einen ausführlichen Konzertbericht findet ihr, ebenfalls von mir, an anderer Stelle.

Lest selbst was der gut gelaunte, absolut sympathische und total entspannte Ferdy, das Interview fand 1 Stunden vor dem Auftritt statt, der Metalwelt zu sagen hat. Das der Redakteur total nervös war, muss hier glaube ich nicht sonderlich erwähnt werden. Schließlich trifft man nicht alle Tage ein Mitglied seiner Lieblingsband!


J.P: Erstmal vielen Dank Ferdy das du uns so kurz vor dem Auftritt noch ein Interview gibst. Kannst du uns als erstes vielleicht etwas zur Entstehung der Scheibe sagen? Wann habt ihr angefangen die Songs zu schreiben?

F.D: Kein Problem wegen dem Interview mache ich sehr gerne. Das genaue Datum, wann wir angefangen haben die Platte aufzunehmen, kann ich dir nicht sagen. Die gesamten Aufnahmen und die Entstehungszeit haben aber ungefähr 1/2 Jahr gedauert.

J.P: Erzähl uns doch mal ein wenig zur Produktion der Platte. Wie entsteht eine Platte bei ARP, insbesondere wenn man an die räumliche Entfernung der einzelnen Bandmitglieder zu einander bedenkt?

F.D: Die Produktion bzw. die Aufnahme der Platte begann im November letzten Jahres. Im normal Fall beginnen erst die Slide Gitarren um eine Art Anleitung zu haben. Als nächstes kommen dann die Drumaufnahmen, danach folgten der Bass, die Keyboards, Rythmusgitarre und dann zusammen die Aufnahmen der Gesangs und Solispuren. Johnny hat seine Aufnahme in Amerika gemacht, er hat sich dort zu Hause mittlerweile ein kleines Studio eingerichtet. Die Aufnahmen sind dann mittels Skype zwischen Axel und Johnny hin und her gewandert. In der heutigen Zeit mit den heutigen Medien stellt dies zum Glück kein großes Problem mehr da. Außer Johnny haben alle ihre Aufnahmen vor Ort getätigt. Mike der jetzt in Italien lebt, kam extra rüber. Abschließend wurde das Ganze noch von Charlie Bauerfeind abgemischt und fertig war die Platte.

J.P: Wie ist denn die Zufriedenheit mit dem neuen Werk „The Crest“ und wo siehst du die Hauptunterschiede im Vergleich zum Vorgänger „Tales of the Crown“?

F.D: Mit der neuen Platte sind wir wirklich sehr sehr zufrieden. Der Hauptunterschied zum Vorgänger besteht denke ich darin, das das Ganze wieder etwas mehr back to the roots geht. Der Vorgänger ist ja ein wenig moderner ausgefallen. Es gab ein paar neuere Grooves, Keyboardsounds und SANTANA Einflüsse beim Gitarrenspiel. Zwar war es immer noch eine typische AXEL RUDI PELL Platte, aber wir selbst wie auch die Fans haben einfach gemerkt das dort diese DEEP PURPLE, RAINBOW Einflüsse etwas gefehlt haben. Diese sind jetzt wieder vorhanden und ich denke das war auch der Hauptgrund für die „Rückbesinnung“
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J.P: Ein Song der etwas hervor sticht „Dark Waves of the Sea“ ist die inoffizielle  Fortsetzung des Hits „Oceans of Time“. Wie kam es dazu?

F.D: Die Fortsetzung ist darauf zurück zu führen das wir „Oceans of Time“ ein paar Mal akustisch gespielt haben. Diese akustischen Elemente findet man nun wieder in „Dark Waves of the Sea“. Außerdem wird dort die Geschichte fortgesetzt. Ein AXEL RUDI PELL Album ist ja kein Konzeptalbum. Das Einzige was immer gleich ist, ist die Geschichte um die 5 Ritter die ihre Abenteuer erleben. Die 5 Ritter symbolisieren uns.

J.P: Ist denn die Art von Musik die Axel praktiziert auch deine Musik? Du machst ja auch viele andere Sachen und Stilrichtungen?

F.D: Meine Art von Musik gibt es nicht. Ich bin sehr sehr offen und mein Spektrum reicht von Death Metal bis hin zu Jazz. Aber Metal bzw. Old School Hard Rock sind einfach meine Wurzeln und ich genieße es sehr mit Axel diese Art von Musik zu machen. Bei meinen Solosachen oder auch ROUGH SILK praktiziere ich andere Arten von Musik. Ich bin aber mit Hard Rock groß geworden und meine Lieblingsbands kommen eben auch aus dem Bereich. z.B ist Jon Lord (Ex Keyboarder/Orgelspieler DEEP PURPLE, Anmerkung des Redakteurs) mein Lieblings Hammondorgel Spieler. Ich steh voll hinter Axel's Musik aber bin auch offen für andere Sachen. Das ist ja bei einigen von uns der Fall. Mike macht ja auch mehrere Sachen in unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen. Als Musiker muss man einfach auch etwas vielseitig sein und nicht „Scheuklappen mäßig“ denken. Wenn man z.B. nur auf IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST steht, dann klingen ja auch die eigenen Songs danach. Und eine weitere Kopie dieser Bands braucht man nur wirklich nicht! Axel hat da wirklich eine eigene Nische gefunden. Er hat natürlich Einflüsse, speziell von RAINBOW und DEEP PURPLE. Aber er lässt halt auch immer wieder eigene Sachen mit einfließen. Durch seine Art der Melodieführung oder der Chorrusse. Er hat halt seine Fundamente die auf seinen Wurzeln beruhen aber er mischt halt auch viel Eigenes rein. Ich denke darin liegt auch das Geheimnis seines Erfolges.

J.P: Das Stück „Devil Zone“ sticht ebenfalls ein bisschen raus. Er ist der epische Song auf der Platte. Erzähl uns doch ein wenig zum Song. Liegt dir als Keyboarder dieses epische Spiel?

F.D: „Devil Zone“ ist wohl von der HEAVEN & HELL Tour beeinflusst worden (AXEL RUDI PELL waren auf der Tour die Vorband von HEAVEN & HELL, Anmerkung des Redakteurs). Sie schreiben ja auch eher epische Sachen und davon hat sich Axel halt beeinflussen lassen. Mir liegt wirklich jede Art von Spiel, nicht nur das epische. Ich bin ja bei AXEL RUDI PELL nicht dazu da um wilde Soli zu spielen, sondern um die Atmosphäre des Songs zu unterstützen. Es ist halt wie bei einer Filmmusik. Ich versuche mit meinem Spiel die Art des Songs zu unterstützen.

J.P: Wie ist denn das Arbeiten mit Axel so? Du hast ja schon mit vielen Künstlern gearbeitet, was ist denn das Besondere an ihm?

F.D: Da wir ja schon so lange zusammen spielen, über 10 Jahre in der gleichen Besetzung, ist das Arbeiten einfach recht entspannt. Jeder weiß genau wie Axel sich das vorstellt und wie es umzusetzen ist. Wir sind einfach richtig gut aufeinander eingespielt. Wir spielen auch nicht so viel live zusammen. Da ist die Gefahr dass man sich an nervt gar nicht gegeben. Wir freuen uns immer noch aufeinander und erzählen uns auch privates. Zu Axel. Axel komponiert ja seine Songs komplett selbst, wir anderen haben aber trotzdem noch die Möglichkeit uns einzubringen und unsere Spuren zu hinterlassen. Das was Axel ausmacht ist wirklich seine absolute Zielstrebigkeit und seine Ehrlichkeit. Er lässt sich nicht verbiegen und hechelt Trends hinterher. Er spielt die Art der Musik die er persönlich bevorzugt und gerne hört. Der größte Fan seiner Platte ist er selbst! Das ist jetzt nicht egoistisch zu verstehen. Er schreibt die Platte einfach so wie er denkt das es den Fans gefällt und das er die Platte auch kaufen würde. Axel ist zu 100 Prozent authentisch.

J.P: Du hast vorhin schon die anderen Bandmitglieder angesprochen. Kannst du uns kurz etwas zu jedem einzelnen erzählen?

F.D: Das Klima innerhalb der Band ist wirklich super und sehr lustig. Zu Mike (Terrana Schlagzeuger, Anmerkung des Redakteurs) muss man glaube ich nicht viel sagen. Er ist meiner Meinung nach einer der besten Schlagzeuger die ich kenne und mit denen ich bisher gearbeitet habe. Außerdem ist er ein super sympathischer Typ und im Gegensatz zu dem was andere oder ehemalige Bandmitglieder über in sagen, ein sehr angenehmer, umgänglicher und intelligenter Mensch. Johnny (Gioeli Sänger) ist ebenfalls ein sehr angenehmer Mensch und er könnte vermutlich das Telefonbuch vertonen, man würde immer noch Gänsehaut bekommen. Genialer Sänger. Volker (Krawczak Bass) ist ein netter und bodenständiger Typ. Von Anfang an dabei und er ist ja der Ex STEELER Bassist, Axel's Urband. Tja und Axel ist halt einfach Axel.

J.P: Kommen wir mal zu den Touren oder den Livegigs. Sind diese eher Stress oder Vergnügen für dich?

F.D: Also das Keyboard spielen an sich, bzw. die Belastung dadurch ist für mich kein Problem. Bei AXEL RUDI PELL ist es für mich eher das Problem das ich ja die zweite Stimme und die Backings singe um Johnny zu unterstützen. Es wird halt in einer Tonart gesungen in der man schwer singen kann und in der Mann auch nicht singen sollte :-). Dabei habe ich halt immer Angst dass man krank wird oder ähnliches. Spielen kann ich mit 40 Grad Fieber noch. Singen nicht.

J.P: Da Johnny ja die größte Anreise hat, was meinst du ist das Touren für ihn dann eher Stress da er so lange von zu Hause weg ist?

F.D: Johnny macht ja hauptberuflich mittlerweile etwas anderes. Er hat ja eine eigene Firma und für ihn ist die Musik und das Spielen mit der Band eine Rückkehr in sein altes Leben. Für ihn ist es wirklich ein großer Spaß. Wobei man sagen muss trotz all des Spaßes ist Johnny mit vollem Herzen dabei und ist super professionell. Er ist ja auch noch mit seiner eigenen Band HARDLINE aktiv.

J.P: Mal zu dir privat Ferdy. Was sind denn deine Wurzeln? Wie bist du zur Musik gekommen?

F.D: Na ja, mein Dad war ja auch Berufsmusiker - insofern bin ich ja mit Musik aufgewachsen und habe mit 6 mit Klavier angefangen. Die Trompete kam dann mit 9 hinterher und als ich in der Schule meine erste Band hatte, waren beide Instrumente nicht so ganz das Richtige für eine Ramones / Jason & The Scorchers-artige Punkrockband - also griff ich zur Gitarre und spezialisierte mich später auf Slide. Ich habe Musikalienhändler gelernt und war später noch Musiktherapeut beim Roten Kreuz - aber immer irgendwas mit Musik.
Heute unterrichte ich noch nebenbei Klavier, Gitarre und Trompete. Beeinflusst mit ihrer Musik oder ihrer Art zu Spielen, habe mich auf jeden Fall Billy Joel und Jon Lord. Mir ist aber wichtig das ich nach wie vor ich selbst bin und keine Kopie von irgendjemanden.


J.P: Du bist also ein richtiger Vollblutmusiker und spielst eine Vielzahl von Instrumenten. Was meinst du ist dein stärkstes Instrument?

F.D: Ich würde mal sagen ich kann alles ein bisschen. Aber ich habe ja wie gesagt eine klassische Klavierausbildung, so dass ich sagen würde dass ich das doch sehr gut kann. Die Slide Gitarre sehe ich auch als ein Hauptinstrument von mir an. Es gibt nicht so viele Slide Gitarrenspieler in Deutschland und aufgrund dessen werde ich sehr oft deswegen angefragt. Die Hammondorgel Orgel ist aber auch ein Lieblingsinstrument von mir. Ich habe ja vor kurzem meine neue Soloplatte „Travelling Light“ veröffentlicht was eine Singer/Songwriter Platte ist und wo ich einige Gäste, unter anderem auch Johnny Gioeli und Mike Terrana habe. (Anmerkung des Redakteurs, Ferdy überreichte mir im Anschluss ein Exemplar es wird also dazu auch ein Review von mir geben. Danke vielmals Ferdy!)

J.P: Kommen wir mal zu deiner zweiten Band  ROUGH SILK was gibt es denn dort nach der Veröffentlichung eures Comeback Albums „A new Beginning“ für Aktivitäten? Wie kam es eigentlich zum Comeback?

F.D: Wir sind auch ein bisschen von der Plattenfirmen Insolvenz betroffen gewesen. Das Album hat aber gute Kritiken bekommen und wir arbeiten an einem Nachfolger der aber erst im nächsten Jahr erscheinen wird. Das Comeback resultiert daraus, das ich Songs geschrieben habe die nicht so wirklich zu meinen Soloplatten passten. Freunde von mir sagten das hört sich klar nach ROUGH SILK an und so scharrte ich neue befreundete Musiker um mich und belebte die Band wieder. Nachdem mir die Namensrechte gehören, stellte das auch kein Problem dar.

J.P: Letzte Frage. Gibt es denn schon Ermüdungserscheinungen bei Axel?

F.D: Nein definitiv nicht! Er hat noch lange vor die Art von Musik zu machen. Die Leute stehen drauf und man ist nie zu alt für die Musik. Schau dir DIO an. Er ist auch schon 70 und steht immer noch hinter dem was er macht. Wir hoffen alle dass er bald wieder auf die Beine kommt und wieder auf der Bühne steht.

J.P: Vielen Dank Ferdy für die Beantwortung der Fragen. Viel Spaß bei der Show!


Julian



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