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April Interview

M.R.: Hallo Mikko, ich habe von eurer Promotion Firma erfahren, das ich dieses Interview gerne auch in Deutsch machen kann. Darüber bin ich sehr überrascht. Eigentlich habe ich erwartet, dass es auf Englisch sein müsste, schließlich kenne ich kaum Finnen, die deutsch können. Ok,Ok, ich gebe es zu, ich kenne kaum Finnen. Könnte auch damit zusammen hängen. Trotzdem würde mich interessieren, woher du deutsch kannst

M.M.: Ich habe deutsch zuerst in der Schule für 12 Jahre studiert, dann habe ich auch für einen Sommer in Deutschland gearbeitet und inzwischen auch Deutschland immer wieder besucht. Jetzt ist meine Grammatik leider ein bisschen schlechter geworden.

 M.R.: So, dann lass uns mal zu eurem fulminanten Debüt kommen. Was ich davon halte, kannst du gerne hier nachlesen. Mich hat es praktisch von den Socken geblasen. Leider entdecke ich auf eurer Homepage keinerlei History oder ähnliches. Daher weiß ich nichts über die Hintergründe von APRIL. Kannst du mir erzählen, wie ihr euch alle gefunden habt?

 M.M.: Ich habe die Band zusammen mit unserem Sänger, Hakim, gegründet. Ich habe ihn schon vor zehn Jahren kennengelernt, aber wir hatten damals unsere eigenen Bands und konnten Musik nur projektweise zusammen machen. Dann am Anfang des Jahres 2004 kamen wir in eine Situation, wo alle unsere alte Bands auseinandergegangen waren. Wir wussten sofort, dass der Moment für uns da war. Hakim wohnte damals im Schweden, und da nahmen wir eine Demo-Scheibe auf Band. Mit dieser Scheibe ging ich zu meinen alten Freunden Jaakko Pulkki (Bass) und Mikko Huovila (Schlagzeug), und sie wollten mitkommen. Hakim zog zurück nach Finnland, und mit dieser Combo spielten wir unsere erste Show. Schon merkten wir, dass wir eine andere Gitarre brauchten, uns so kam J. Fatal, auch ein alter Freund, mit. Mit diesem Line-Up sind wir jetzt seit zwei Jahren zusammengewesen.

M.R.: Auch der Bandname ist etwas ungewöhnlich. Gerade im Rockbereich ist ein Name wie APRIL kaum zu finden. Wie seid ihr denn darauf gekommen? Habt ihr alle im April Geburtstag, oder wie?

M.M.: Nein, leider sind wir nicht im April geboren. Wir wollten einen Namen, der zugleich schön und traurig klingt. Und der Name sollte auch andere Assoziationen wecken, denn wir sind ja nicht eine traditionelle Heavy-Band. Unserer Bassist Jaakko ist mit dem Name rauskgekommen und wir alle dachten, dass der passend klang.

M.R.: Eure Plattenfirma Spinefarm Records ist doch meistens bei noch härteren Klängen als ihr sie fabriziert zu Hause. Man denke nur an z.B. ENSIFERUM. Wie habt ihr es geschafft gerade dort unter zu kommen?

M.M.: Gegen das Ende des Jahres 2005 wurde es klar, dass ein paar Firmen sich für uns interessierten, und Spine war eine von denen. Wir hatten ihnen eine Demo-CD abgeschickt, und sie hatten es gut gefunden. Wir sind mit den Typen rumgesessen, und das war’s. Nichts dramatisches, nur gute Vibes!

M.R.: Doch zurück zur Gegenwart. Was mich absolut überrascht hat ist, dass eine Band bei ihrem Debüt bereits so gute Songs schreiben kann. Besonders „First Blood“, zu dem ihr auch ein Video gemacht habt, ist einfach nur genial. Wie entstehen die Songs bei APRIL? Jammen im Proberaum?

M.M.: Wir danken dir. Wir haben irgendwie immer gewusst, dass es mit April mehr um gute Songs als um härtester Metall-Musik geht. Für die Scheibe „Tidelines“ haben wir ungefähr 30 Songs geschrieben, von denen haben wir fünfzehn Songs für die Aufnahme gewählt und weiter zehn für die Scheibe gewählt. So man kann sagen, dass die Songs auf „Tidelines“ unsere Top 10 sind, und sie sind durch einen vielteiligen und kreativen Prozess gelaufen. Die meisten Songs haben Hakim und Ich geschrieben, und die anderen Spieler in der Band sind dann mit der Bearbeitung von den Kompositionen mit eingebunden. Ein paar Stücke hat J. Fatal auch geschrieben, und ein paar sind durch Jammen zusammengekommen.

M.R.: Wie ist eigentlich euer Debüt in Finnland angekommen? Läuft das Video schon auf Heavy Rotation bei MTV Finland?

M.M.: Das Video hat MTV Finland in der Headbanger’s Ball –Spezialsendung schon gezeigt, aber leider nicht auf Heavy Rotation. Manche andere JTv-Kanäle haben das Video auch gesendet! Jetzt haben wir ein neues Video gedreht, nämlich zu dem Song „Time is up“. Das Video kann man zum Beispiel auf unserer Website www.aprilweb.net. anschauen

M.R.: Gibt es innerhalb der Band bestimmte Songs als Favoriten auf dem Album? Wer hat entschieden, dass zu „First Blood“ und nicht zu „Dead Man Walking“ ein Video gemacht wird. Ich finde übrigens beide Songs echt geil.

M.M.: „First Blood“ haben wir zusammen als den Video-Song gewählt. Der Song zeigt den Kern von der Band, meine ich. „Dead Man Walking“ wäre auch gut gewesen, und ich glaube der Song ist unserer Favorit im Moment. Oder „Weakened to Speak“.

M.R.: Welche Themen verarbeitet ihr in den Texten? Wer ist dafür verantwortlich? Auf der Promo heißt es leider nur: Music & Lyrics by April.

M.M.: Ich habe ungefähr 75 % von den Texten geschrieben, Hakim den Rest. Es geht um Beziehungen zwischen Boys und Girls, um Verzicht, um herzreissendes Verlangen, um unerfüllte Liebe, um Wut so gross, dass man jemandem umbringen will und um Verbitterung so tief, dass man nicht mehr weiss wie man weiterkommen sollte. Ich schreibe in meinem Blickwinkel und manchmal kommen die Texte sehr unfiltriert vor, und ich glaube so ist es auch mit Hakim und mit seinen Texten. Wir sind meistens positive Typen, aber aus traurigen Themen stammt die beste und tiefberührende Musik.

M.R.: Welche Wünsche und Ziele habt ihr euch mit eurem Debüt gesteckt? Oder ist für euch bereits ein Traum wahr geworden, indem ihr es veröffentlichen konntet?

M.M.: Ein Traum ist mit der fertigen Scheibe wahrgeworden. Jetzt wollen wir so viele heftige Shows spielen wie möglich und noch bessere Songs für das zweite Album schreiben.

M.R.: Ihr seid in Finnland doch sehr fleißig, was Liveauftritte angeht. Gibt es bei euch eine spezielle Liveshow oder geht ihr einfach raus und kickt ass? Sind auch Auftritte im Rest Europas geplant?

M.M.: Bisher sind wir nur auf der Bühne gestiegen und haben so intensiv und energisch gespielt, wie wir können. Aber in Zukunft wird es etwas spezielles gegeben, glaube ich. Vielleicht noch nicht Pyrotechnik oder erhebende Drumraiser, aber etwas doch schon. Wir versuchen, auch Auftritte im Mittel-, Süd- und Ost-Europa zu spielen, aber davon gibt es noch nichts sicheres zu erzählen.

M.R.: Jetzt muss ich noch eine wahrscheinlich besonders doofe Frage stellen. Woher kommt es, dass gerade in Skandinavien bzw. im speziellen Finnland in letzter Zeit immer so großartige Bands herkommen? LORDI haben den Eurovision Song Contest gewonnen, NIGHTWISH damals praktisch eine neue Musikrichtung erfunden und nun stürmt ihr mit solch einem coolen Album auf den Markt. Kriegt jeder Finne eine Gitarre in die Babywiege gelegt?

M.M.: Ich glaube es hat etwas mit dem musikalischen Klima zu tun. Zum Beispiel IN FLAMES, CHILDREN OF BODOM, TOOL, NIGHTWISH, STRATOVARIUS usw. sind alle auf der ersten Stelle in den finnischen Charts gewesen. Im Moment hat METALLICA fünf Scheiben in den Top 20, nämlich die fünf ersten Scheiben von der Band. Finnen lieben harte Musik, und viele, viele Teenagers spielen in Bands, und mehr genau, in Metal-Bands. Und so ist es schon seit 20 Jahren gewesen. Wenn es neun Monate dunkel und kalt ist, will man nicht schöne Pop-Musik spielen.

M.R.: Gibt es noch etwas, das ihr speziell euren deutschen Fans sagen wollt? Dann raus damit! ;-)

M.M.: Prost, und hoffentlich können wir noch im diesen Jahr ein Tour in Deutschland arrangieren. Bis bald!

Ich persönlich kann nur hoffen, dass die Jungs wirklich bald in unsere Gefilde kommen, denn das starke Album sollte eigentlich fast alle Freunde härterer Mucke ansprechen.
 

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ODER  UND 

 

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