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Wertung: 10 von 10

Zugegeben, Thrash-Metal ist eine eigene Welt. Für die einen ist es der einzig wahre Metal, für andere nur Geknüppel. Auch wenn sich bei mir die Geister scheiden, zu meinen Faves gehört zweifelsohne das Projekt von Jeff Waters. Annihilator-Fans mögen es mir nachsehen, das ich ausgerechnet dieses Album gewählt habe, und nicht die erfolgreichen Klassiker wie "Alice in Hell" oder "Never Neverland", aber meiner Meinung nach ist dieser Longplayer mit ein paar Ausnahmen nicht typisch für Waters. Und gerade das macht es aus.

Der exzentrische Perfektionist Jeff Waters, der seine Mitmusiker wechselt wie andere Leute ihre Unterwäsche, schaffte mit "Carnival Diablos" einen wirklichen musikalischen Spagat zwischen dem typischen Thrash, melodiösem Metal, ja sogar dem Hard-Rock. Herausragend finde ich hierbei die Gesangsleistung von Joe Comeau (Overkill), der von Haus aus eigentlich Gitarrist ist. Eine solche Stimmenvielfalt hört man selten. Meint man bei "Shallow grave" an AC/DC erinnert zu werden, geht es bei "Time bomb" stellenweise in die Richtung von Rob Halford (Judas Priest), bis hin zu "Epic of war", wo man glatt meinen könnte, IRON MAIDEN´s Frontmann Bruce Dickinson sei mit von der Partie.

So unterschiedlich sich hier die Vocals darbieten, so unterschiedlich klingen auch die Songs. Vom so typischen Thrash bei "Denied", geht es mit Speed-Metal bei "Battered" weiter. "Shallow grave" könnte auch aus der Feder einer Hard´n´Heavy Combo entstanden sein, "Carnival Diablos" geht sogar fast schon hin zum Hard-Rock. Jeff Waters hat hier ein Konzept auf die Menge los gelassen, was an Abwechslung kaum noch zu toppen ist. Ein Album, was nicht wirklich in eine Schublade passt, da für fast jeden etwas dabei ist. Soundtechnisch brauche ich über Waters nichts zu schreiben, denn wie gewohnt hoch ist die Qualität der Produktion. Wer sich also bisher noch nicht so richtig mit Thrash auseinander gesetzt hat und vielleicht den Versuch wagen möchte, der kann sich diesen Silberling zulegen. Nur sollte man nicht davon ausgehen, das Annihilator gleich Thrash ist. Jedenfalls nicht bei diesem Exemplar.

Jockel

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Cover - Annihilator - Carnival Diablos

Info

Band: Annihilator
Album: Carnival Diablos
Spielzeit: 50 min.
Plattenfirma: Roadrunner Records
Veröffentlichung: 2001
Homepage:
www.annihilatormetal.com

Tracklist

1. Denied
2. The perfect virus
3. Battered
4. Carnival diablos
5. Shallow grave
6. Time bomb
7. The rush
8. Insomniac
9. Liquid oval
10. Epic of war

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