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ani lo. projekt cover

Band: Ani Lo. Projekt
Album: Miracle
Spielzeit: ca. 50:00 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: D.O.T.T. Records
Homepage: ???
VÖ: 25.03.2011
Wertung: 8,5 von 10
„Hallo! Ja, ich bekomme die Vanilla Coke, einmal 'ne blaue Pall Mall zu 6 Euro und dann hätte ich noch eine Tüte Süß. Neee, ich sag dir schon was alles rein soll... ich mag doch nicht alles! Tu mir mal so 3 von den WITHIN TEMPTATION, 2 von den NIGTHWISH, jeweils 2 von den QUEENSRYCHE und VANDEN PLAS in die Tüte. ALTA... watt hörst du denn da? MICHAEL JACKSON? Stell dir mal vor 'ne Hävy Band würde den covern – hähä. Hey cool, du hast ja wieder Ian Parry und Stephan Lill rein bekommen. Gib mir davon auch mal jeweils 5. So das ist allet … watt kriegst du von mir? ...“

… Gott sei Dank gehört ein bisschen mehr dazu, um eine anständige CD heraus zu bringen und man kann sich nicht die Bestandteile, am Büdchen vom Eck, einzeln kaufen.

Das Projekt um Sängerin und Namensgeberin Ani Lozanova beweist, dass noch einiges mehr dazu gehört.
Die deutsch-bulgarische Kollaboration hat sich einer sehr interessanten Mixtur aus Symphonic- und Power Metal verschrieben, die auch einen starken Anteil Progressive Metal beinhaltet.

Die in Sofia beheimatete Band besteht aus:
Sängerin - Ani Lo.
Gitarrist - Vlado
Bassist - Straho
Schlagzeuger - Kossy D.
Keyboarder - Kalin 
Die Formation hat gleich beim Erstling einen wirklich cleveren Schachzug gemacht. Anstatt nur auf ihre Songwriterqualitäten zu vertrauen, haben sie sich prominente Unterstützung geholt. Für den Großteil des Materials zeigen sich die beiden Herren Ian Parry (ELEGY, IAN PARRY's CONSORTIUM PROJECT, SOLO und Produzent – auch „Miracle“ hat er veredelt) und Stephan Lill (VANDEN PLAS) verantwortlich. Neben dem geschriebenen Material kann man die beiden auch auf dem Album hören. Stephan Lill spielte die Solos auf „Ark on the covenant“ und „What you sow is what you reap“ ein. Parry's Organ bildet das Gegenstück zu Frau Lozanova's Gesang auf der Pianoversion von dem Song „A miracle is all we need“.
Wenn wir einmal beim Gesang sind, möchte ich auch gleich auf die Stimme von Frau L. eingehen.
Die Stimme ist einfach der Wahnsinn!!! Mit ihrer leicht rauchigen  und powervollen Stimme ist Ani in der Lage opernhafte – erinnert mich dabei ein bisschen an alte NIGHTWISH und WITHIN TEMPTATION-, sowie rotzige, harte Gesangsparts zu intonieren. Bei ihr handelt es sich auf keinen Fall um eine der vielen gesichtslosen/niveaulosen/talentlosen Trällerelsen, denn sie klingt einfach stimmlich voll ausgereift und jeder Song wird mit einer riesigen Portion an Erfahrung und Professionalität dargeboten. Sie dominiert mit ihrer Powerröhre das ganze Album hindurch.
Der Rest der Band sind alles andere als Statisten und lassen sich durch Frau Ani's Dominanz auch nicht dazu degradieren. Dafür ist die musikalische Klasse einfach viel zu gut. Die vier Herren bieten einen sehr frischen und abwechslungsreichen Mix aus Power, Melodie, Progressivität und Moderne.
Vlado hat ein tolles Gespür für ein hartes und dennoch melodischen Gitarrenspiel. Es macht wahnsinnig viel Spaß ihm bei seinen Soli's zuzuhören, die niemals in Geschredder abdriften. Bass und Drums liefern einen grundsoliden Soundteppich durch ihr druckvolles Spiel. Keyboarder Kalin agiert banddienlich und tritt nie zu sehr in den Vordergrund, dadurch wird der Gesamtsound zu keinem Moment verwässert, sondern kommt wie es auch sein soll, schön heavy rüber.
Ian Parry hat als Produzent eine erstklassige Arbeit abgeliefert. Die Produktion ist glasklar und verfügt über ein Menge Ecken und Kanten.

Da „Miracle“ mit erstklassigen Songs vollgepackt ist, gehe ich nur auf einige ein.
Meiner Meinung nach hat die Band einen kleinen Fehler begannen. „A miracle is all we need“ ist zwar ein erstklassiger Song, doch aufgrund seines eher getragenem Beginn und Verlauf ist er nicht wirklich ein guter Opener. Der Track verfügt über einen phantastisch dichten Sound, druckvolle Gitarren und tollen Pianoparts.  Ani's opernhafter, kraftvoller Gesang passt einfach verdammt gut. Mit mächtig viel Schmackes geht es bei „Angels“ zur Sache. Hymnenhafter, leicht progressiver Power Metal wird geboten. Zu Ani … NO COMMENT!
Der Gesang bügelt mir die Synapsen glatt. Einfach nur WAHNSINN, was die Dame auf dem Track für eine Leistung bietet. Ein überaus hektisches Streicherpart lässt „Ark of the covenant“ starten und die harten Gitarren bieten das perfekte Gegenstück. Ein symphonischer Rocker, den DeFEIS oder DeMAYO nie wieder in ihrem Leben hinbekommen werden. Ein sakraler Chorus und Ani duellieren sich und Herr Lill's Spiel ist unverkennbar. Meine Begeisterung kennt kaum noch Grenzen. „Cannot fall asleep“ verfügt über einen modernen Soundanstrich und lässt einem aufgrund der sensationellen Darbietung sofort mitwippen. Auch „Cry over“ geht klangtechnisch in die moderne Richtung, wobei der Song für mich ein absolutes Highlight“ auf „Miracle“ darstellt. Packende Riffs, ein toller Gesang, geniale Chorusparts und eine tolle Melodie hauen einen einfach nur um. Der Song hat das Potential sich zu einer Rockhymne zu entwickeln! „Give it to me“ (MICHAEL JACKSON COVER in einem coolen Soundgewand!!!) geht da schon eher traditioneller zu Werke. Klassischer, leicht progressiver und melodischer Power Metal wird von der Band serviert und die Streicherparts sorgen für den symphonischen Anstrich. „Innocent minds“ hätte auch aus der Feder meiner Lieblingsniederländer, WITHIN TEMPTATION, stammen können. Ein toller Gothic Metal Rocker.

Tracklist:

1.A Miracle Is All We Need
2.Angels
3.Ark Of The Covenant
4.Cannot Fall Asleep
5.Cry Over
6.Give In To Me
7.Innocent Minds
8.Slip Away
9.What You Sow, You Reap
10.A Miracle Is All We Need feat. Ian Parry

Das ANI LO. PROJEKT liefert eine wahrlich tolle Leistung auf ihrem Debütalbum ab. Trotz der progressiven Elemente möchte ich jedem Anhänger von NIGHTWISH, WITHIN TEMPTATION und VIRGIN STEELE dazu raten, hier einmal ein Ohr zu riskieren. Es lohnt sich wirklich!
Trotz all der Vorzüge von „Miracle“ ist es für mich kein HALL OF FAME Album geworden, leider. Die Songs, welche mich absolut überzeugen, stammen aus der Feder von Parry bzw. Lill und Parry und sind nicht auf dem Mist der Band entstanden. Die Band schmückt sich noch zu sehr mit fremden Federn.
Sollte Ani und ihre phantastische Band, zukünftig in der Lage sein, ihre Songs eigenständig auf dem Niveau zu komponieren, verspreche ich für die Zukunft den Eintritt in unsere Ruhmeshalle.
So bleiben verdammt fette, wohlverdiente und gerne vergebene 8,5 Punkte.
Götz

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