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Band: Alpha Tiger Album: Man Or Machine Spielzeit: 54:22 min. Plattenfirma/ Vertrieb: Sonic Attack/Soulfood Homepage: www.alphatiger.de oder www.myspace.com/alphatigerband VÖ: 22.04.2011 Wertung: 8 von 10 Hm... so wird das nichts. Die Spandex zwickt im Schritt, außerdem schwappt meine Wohlstandswampe darüber und es fehlen mindestens 10 cm um den Patronengürtel zu schließen. Die Haare sind zu kurz und das IRON MAIDEN Shirt sitzt viel zu eng – als ob ich mit einer Kanone hinein geschossen wurde. Rein optisch kann ich mich wohl nicht mehr dem Heavy Metal Revival anschließen und werde das ganze auf das hören und besprechen beschränken. Auch nicht so tragisch... findet wenigstens meine Freundin.
Eine junge deutsche Band, der das Outfit um einiges besser zu Gesicht steht ist ALPA TIGER. Das sächsische Quintett sieht nicht nur so aus, als ob sie frisch aus dem Jahre 1985 ins Jetzt, via Zeitmaschine, gereist sind, auch ihr Sound lässt einige Erinnerungen an vergangene Tage wach werden. Die TIGER spielen mal richtig geilen Metal. Die Band gründete sich 2007 und firmierte anfangs als SATIN BLACK. Unter diesem Bandnamen veröffentlichte die Band ihr erstes Demo und das Debütalbum „Harlequin“. Man trennte sich von Sänger Robin und fand recht schnell adäquaten Ersatz in Stephan „Heiko“ Dietrich.
Getreu dem Motto „alles neu macht der neue Leadsänger“ benannte man sich in ALPA TIGER um und trieb seitdem, weiterhin in Freiberg und Umgebung, sein Unwesen.
Der Fünfer besteht aus: Sänger – Stephan Lead- & Rhythm Gitarrist – Alexander Lead- & Rhythm Gitarrist – Peter Bassisten – Dirk Schlagzeuger – Axel
Als Inspirationsquellen sind bei den Freibergern ganz klar Bands aus dem NWOBHM- und US Metal Umfeld auszumachen. Mit der Veröffentlichung von „Man Or Machine“ wird mit Sicherheit auch die Diskussion entfachen, ob Stephan nun nach Geoff Tate oder mehr nach Michael Kiske klingt. Wenn dies geklärt ist, kommt natürlich die nächste Frage auf: Ist es nun traditioneller, Power, Speed, leicht progressiver US Metal oder CURRYWURST. Für mich klingen die TIGER wie eine Mischung aus frühen QUEENSRYCHE (die „Queen of the ryche“ und „Rage for order“ scheint sich öfter mal auf deren Plattenteller zu drehen) IRON MAIDEN und HELLOWEEN. Nun könnte mancher Leser die Nase rümpfen, da es schon massig Bands auf dem Markt gibt, die sich diese Ausrichtung auf die Fahne geschrieben haben. Diese kann ich beruhigen, denn die Jungs verstehen es durchaus dem Sound ihre eigene Duftmarke zu verleihen. Die Combo kann gute Songs zu schreiben und überzeugt durch druckvolle, doppelläufige Gitarrenparts. Bei der Produktion ist jedes der einzelne Instrumente klar und deutlich heraushörbar und äußerst druckvoll in Szene gesetzt. Trotzdem stößt bei mir die Gesamtproduktion sauer auf, denn Stephan's Gesang wurde mir mit viel zu viel Hall unterlegt und wirkt auf mich schon fast störend.
Gleich zu beginn von „Man Or Machine“ wird die Vorliebe für die Progressive Metal Götter aus Seattle hemmungslos ausgelebt. Sound- und gesangstechnisch könnte der Song auf der Debüt EP der Band gestanden haben. „Crimson Desert“ lässt es ein bisschen speediger zugehen, aber auch hier schießen unweigerlich, QUEENSRYCHE meets IRON MAIDEN, als Vergleich in den Kopf. Der Titeltrack gefällt mir aufgrund der melodischen Gitarrenparts und dem nach vorne peitschende Schlagzeugspiel recht gut. Der erste Song, der aus dem direkten Vergleich ausbricht und deutlich eigene Akzente setzen kann, ist die Halbballade „When Autumn Leaves Fall“. Stephan schafft es bei dem Song ein bisschen eigenständiger zu singen und man fühlt sich nicht immer an GEOFF TATE erinnert. MAIDENartige Gitarrenläufe lassen „Against The Time“ starten und kann locker als eine Mischung aus die EISERNEN JUNGFRAUEN und HELLOWEEN durchgehen. Das die TIGER aber mehr als bisher genannte Vergleiche drauf haben, beweisen sie mit dem vorzüglichen „Karma“. Die Gitarrenparts erinnern mich an seelige Exodus Zeiten und motivieren einen zum Headbangen. Abgeschlossen wird „Man Or Machine“ wieder durch einen Verweis auf zwei ihrer Lieblingsgruppen. „Black Star Pariah“ erinnert ganz stark, aufgrund der Gitarrenparts, an MAIDEN zu „Piece of Mind“ Zeiten und gesanglich – wie sollte es auch anders sein – an Seattle's Finest.
Trackliste:
Starriders Crimson Desert Man Or Machine When Autumn Leaves Fall Against The Time Martyr's Paradise Karma Exit: Night Black Star Pariah
Trotz der von mir ständig aufgeführten Vergleiche handelt es sich bei ALPA TIGER nicht um einen Clone, sondern das Songmaterial verfügt über genügend Eigenständigkeit. Bei der Musikalischen Ausrichtung ist es auch so gut wie unmöglich, nicht mit den Koryphäen verglichen zu werden und kann als Ehre gedeutet werden. Außerdem erreichen die TIGER's definitiv auch deren Niveau. Das was schlussendlich zählt, ist die Qualität der erbrachten Leistung und diese ist unumstritten auf einem grundsoliden Niveau.
Ich fühlte mich durch „Man Or Machine“ über 50 Minuten sehr gut unterhalten und kann eine Empfehlung an alle abgeben, die den Plattenschrank voller CD's, von mir genannten Vergleichsbands, vollgestopft haben. ALPAH TIGER fühlen sich in diesem Umfeld bestimmt sehr wohl.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, besucht das Keep It True Festival und zieht euch die Jungs live rein, denn sie haben, aufgrund des Ausfalles von VECTOR, den Openerzuschlag erhalten.
8,0 bodenständige und solide Punkte für den puren Heavy Metal. Götz
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