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Es war und ist ein gewagtes Unternehmen. Vincent Furnier alias ALICE COOPER hängt an seinen Welterfolg „Welcome To My Nightmare“ aus dem Jahre 1975 geschlagene 26 Jahre später einen Nachfolger dran. Und dazu hat er sich mit vielen seiner damaligen Weggefährten zusammen getan. Bob Ezrin durfte wieder produzieren und schrieb an fast sämtlichen Songs mit, dazu kommt Steve Hunter wieder an der elektrischen Gitarre zum Einsatz. Doch damit nicht genug, die Liste der Gaststars ist beängstigend lang, hier mal eine kleine Auswahl: Tommy Denander, Ke$ha, Rob Zombie und viele mehr. Gerade nach den letzten beiden eher mäßigen Alben „Along Came A Spider“ (welches verdammt schnell wieder aus meinem CD Player verschwunden ist) und „Dragontown“ waren bei mir auch einige Befürchtungen im Vorfeld da. Diese zerstreuten sich in den ersten Interviews dann allmählich und als die Scheibe dann endlich in der Anlage lag und „I Am Made Of You“ aus den Boxen schallte, waren sie endgültig verflogen. ALICE COOPER hat das abwechslungsreichste Album seiner gesamten Karriere veröffentlicht und jeder einzelne Song ist eine kleine Perle geworden. „I Am Made Of You“ ist eine Halbballade, die es mit MEAT LOAFs großen Stücken aufnehmen kann, einzig die verzerrte CHER-mäßig gepitchte Stimme von ALICE war anfangs gewöhnungsbedürftig, entfaltet dann aber bei mehrmaligen Hören einen unverwechselbaren Charme. Glatten 70er Jahre Rock haut uns der 63-jährige Altmeister dann mit „Caffeine“ um die Ohren. Wie sang Udo Jürgens so schön? „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“ - und mit 63 Jahren haue ich mein bisher allerbestes Album raus, muss sich ALICE dazu gedacht haben. Denn dieser „Albtraum“ ist ein Genuss für die Ohren. Stampfend rollt dann der „A Runaway Train“ an, hier schreckt man nicht mal vor kurzen Country Einsprengseln zurück, ehe der „Last Man On Earth“ sich ganz dem Mardi Grass Thema und dem jazzigen Sound einer Brass Band verschrieben hat. Absolut genial. „The Congregation“ ist eher klassischer COOPER Stoff, ehe „I'll Bite Your Face Off“ der beste ROLLING STONES Song seit mehr als einer Dekade ist. „Disco Bloodbath Boogie Fever“ ist dann tatsächlich Disco-Dance-Music mit hip-hop-artigem Sprechgesang und einem göttlich ironischen Text geworden. Und sämtliche Untote dürften sich sämtliche Gliedmaßen beim BEACH BOYS meets THE HOOTERS Cocktail „Ghouls Gone Wild“ auf der Tanzfläche ausschütteln. Danach folgt mit „Something To Remember Me By“ tatsächlich der legitime Nachfolger der Gänsehautballade „Only Women Bleed“. Auch hier ist Gänsehaut pur angesagt. „When Hell Comes Home“ ist stimmungsmäßig dann der düsterste Song des Albums und dieser Albtraum kriecht dann wirklich in Verbindung mit dem knallharten Text in deine Gehirnwindungen und lässt deiner Phantasie freien Lauf. Gut, „What Baby Wants“ ist dann „nur“ sehr gut geworden, doch diese Mixtur aus modernem elektronischen Pop und Rock ist nicht ganz meine Kragenweite. Folkig mit einem Hauch TOM WAITS darf dann „I Gotta Get Out Of Here“ den Abschluß einläuten, ehe mit der „Underture“ und dem Bonustrack „We Gonna Get Out Of This World“ dann tatsächlich der rote Vorhang fällt. Tja, was soll ich sagen? „Welcome 2 My Nightmare“ ist ein Meisterwerk geworden, voll mit genial aufspielenden Musikern, überfüllt mit herrlichen Melodien, abgedrehten Ideen, einem Übermaß an Kreativität und Einfallsreichtum und gehört in absolut jeden Plattenschrank in dieser Republik. Ich kann nur mit den Worten aus „Wayne's World“ schließen: Wir sind unwürdig!!!!
Markus
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